Heute partielle Mondfinsternis beobachten
Wenn Mond und Erde über Kreuz liegen

Münster -

Man muss kein Expertenwissen besitzen, um Vorgänge wie eine Sonnen- oder Mondfinsternis faszinierend zu finden. Trotzdem gut, wenn jemand zur Seite steht, der weiß, was sich da am Himmel so abspielt. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (16./17. Juli) besteht am Naturkundemuseum die Möglichkeit, sich eine partielle Mondfinsternis von den Sternfreunden erläutern zu lassen.

Dienstag, 16.07.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 16.07.2019, 09:26 Uhr
Einen Blick durch das Teleskop können Interessierte unter Anleitung der Sternfreunde werfen.
Einen Blick durch das Teleskop können Interessierte unter Anleitung der Sternfreunde werfen. Foto: LWL/Oblonczyk; NASA

In diesem Sommer jährt sich die Mondlandung zum 50. Mal. Die Faszination des Mondes können Interessierte aber auch am heutigen Dienstag ab 22 Uhr auf den Aasee-Wiesen am LWL-Museum für Naturkunde an der Sentruper Straße 285 bei einer partiellen Mondfinsternis erleben.

Denn ab 22.01 Uhr gelangt der Vollmond in den Kernschatten der Erde und verfinstert sich zunehmend. Knapp zwei Drittel des Monddurchmessers gelangen in den Schattenbereich der Erde.

Teleskope stehen ab 22 Uhr bereit

Auf den Aasee-Wiesen stehen die Teleskope der Sternfreunde Münster und des LWL-Planetariums ab 22 Uhr mit ihren Teleskopen bereit. Die Fachleute erklären die partielle Mondfinsternis und andere Besonderheiten des Sternenhimmels. Die Veranstaltung findet nur bei gutem Wetter beziehungsweise freier Sicht auf den Mond statt. Der Eintritt ist frei.

Wetteraussichten

Die Chance, die Mondfinsternis im Münsterland zu erblicken, sind schlecht. „Das sieht nicht gut aus”, bedauert Diplom-Meteorologe Jürgen Schmidt vom Wetterkontor, die Hoffnung auf freie Sicht auf den Nachthimmel sei „relativ gering”. Wind lenke am Abend beständig Wolken von der Nordsee in die Region. In der Wolkendecke gebe es höchstens kurze, kleine Lücken. Erst am Mittwoch klare der Himmel dann etwas weiter auf.

Wer die Mondfinsternis auf keinen Fall verpassen möchte, kann sein Glück in Süddeutschland probieren. Dort stehen die Chancen sehr gut, „das Spektakel nahezu ungestört mitzuverfolgen“, berichtet Andreas Machalica, Meteorologe bei wetter.com. In Deutschlands Norden könnten sich höchstens im Ostseeumfeld sowie nahe der Niederlande ein paar Wolkenlücken auftun.

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Eine Mondfinsternis findet nur bei Vollmond statt, denn dann steht der Mond der Sonne genau gegenüber und kann in den Schatten der Erde eintauchen. Doch das ist nicht bei jedem Vollmond der Fall, da die Mondbahn gegenüber der Erdbahn geneigt ist.

Meist zieht der Vollmond daher weit am Schatten der Erde vorbei. Nur dann, wenn sich die Mondbahn mit der Erdbahn kreuzt und gleichzeitig Vollmond ist, zeigt sich der Mond verfinstert.

Mond-Sommer im Naturkundemuseum

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  • Höhepunkt wird die Übertragung der Mondladung von 1969 sein.

    Foto: Oliver Werner
  • Funksignale wurden damals auch von einem Hobbyastronomen in Bochum eingefangen.

    Foto: Oliver Werner
  • Astronaut Neil Armstrong war in seinem Raumanzug gut gekühlt und geschützt, als er als erster Mensch überhaupt seinen Fuß auf den Mond setzte.

    Foto: Oliver Werner
  • Höhepunkt ist eine exakte Simulation der letzten fünf Minuten vor dem Aufsetzen der Landefähre.

    Foto: Oliver Werner
  • „Wir wollen die Menschen gedanklich in die Zeit zurückversetzen“, sagt Voss.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Publikumsrenner dürfte die erneute (partielle) Mondfinsternis am 16. Juli sein.

    Foto: Oliver Werner

Mond zu knapp zwei Dritteln im Erdschatten

Die Mondfinsternis am heutigen 16. Juli ist partiell, das heißt, nicht der ganze Mond wird durch die Erde verdunkelt. Ab 22.01 Uhr gelangt der Vollmond zu knapp 66 Prozent in den Kernschatten der Erde.

Zu Beginn der partiellen Mondfinsternis wächst der Schatten über die Mondoberfläche, bis das Maximum um zirka 23.30 Uhr erreicht ist. Danach verschwindet der Schatten langsam wieder, die Finsternis endet um etwa 1 Uhr am Mittwochmorgen mit dem Austritt des Mondes aus dem Kernschatten.

Nächste Mondfinsternis erst 2022

Noch bis ungefähr 2.20 Uhr kann das menschliche Auge eine leichte Trübung des Mondes durch den Erdschatten wahrnehmen. Freunde von Mondfinsternissen müssen nach diesem Ereignis geduldig sein: Erst am Morgen des 16. Mai 2022 wird der Mond von Mitteleuropa aus gesehen wieder in den Kernschatten der Erde eintreten, so die Vereinigung der Sternfreunde.

Doch wie genau funktioniert die Verfinsterung des Mondes, welche Arten von Mondfinsternissen gibt es? Diese und viele weitere Fragen können interessierte Besucher den Fachleuten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) oder den Hobby-Astronomen der Sternfreunde stellen.  

Die erste Mondlandung im Faktencheck

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  • 1. Behauptung: Die „wehende“ Flagge

    Die „wehende“ US-Flagge ist das anschaulichste Beispiel für die angeblich gestellte Mondlandung. Da auf dem Mond kein Wind bläst, dürfe die Fahne nicht wehen, monieren Kritiker. Allerdings: Die Bewegungen des Stoffes, der an einer Querstrebe hängt, stammen von keiner Brise, sondern von Erschütterungen des Fahnenmastes - etwa beim Einstecken oder Ausrichten, wie Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betont. Da der Mond keine Atmosphäre hat, wird das Wackeln des Stoffes kaum gebremst.

    Foto: Nasa/EPA/pa
  • 2. Behauptung: Fußabdrücke im Mondstaub

    Viele Bilder zeigen Spuren der Raumfahrer im Mondstaub. Wie kann der knochentrockene Staub die Form halten, fragen Kritiker. Urs Mall vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung erklärt die gute Bindung vor allem mit der Konsistenz des extrem feinen Mondstaubs. Dessen Bausteine seien nie durch Wind oder Wasser abgeschliffen worden, kantig geblieben und hafteten daher besonders gut aneinander.

    Foto: Nasa dpa
  • 3. Behauptung: Zu niedrige Hüpfer

    Die Sprünge der Astronauten auf der Mondoberfläche seien zu niedrig, wenden Zweifler ein. Angesichts der geringen Gravitation - etwa ein Sechstel der irdischen Schwerkraft - hätten die Raumfahrer meterhoch springen können. Mall führt die niedrigen Hüpfer vor allem auf die etwa 85 Kilogramm schweren Raumanzüge und die eingeschränkte Beweglichkeit zurück. Jaumann ergänzt, es sei nicht um hohe Sprünge gegangen. Aus Sicherheitsgründen hätten sich die Raumfahrer mit kleinen Hüpfern oder Trippelschritten bewegt.

    Foto: Neil Armstrong/NASA/dpa
  • 4. Behauptung: Mangelnde Haftung des Mondfahrzeugs

    Die Astronauten fuhren mit Fahrzeugen über den Mond. Angesichts der geringen Schwerkraft hätten die Rover aus den Kurven rutschen müssen, meinen Zweifler. Die Fliehkraft hängt jedoch insbesondere von Radius und Geschwindigkeit ab. Das Höchsttempo der Fahrzeuge lag laut Nasa bei etwa 15 Kilometern pro Stunde. Das entspricht - bei ähnlichem Untergrund - rechnerisch etwa der Fliehkraft, die ein irdisches Auto bei gleichem Radius mit 37,5 Stundenkilometern hätte. Dass die Astronauten die Kurven mit Vollgas fuhren, ist äußerst unwahrscheinlich.

    Foto: Nasa dpa
  • 5. Wiederkehrende „Kulissen“

    Ähnlichkeiten der Mondlandschaft auf verschiedenen Bildern gelten als Beleg dafür, dass im Studio stets gleiche Kulissen verwendet wurden. Allerdings verwundern wiederkehrende Motive nicht, schließlich machten die Astronauten an ihren Landestellen Tausende Fotos aus verschiedenen Perspektiven, wie Mall erläutert. Zudem betont er, dass sich die Landschaften an den Landestellen ohnehin stark ähneln - auch weil markante optische Elemente wie auf der Erde fehlten.

    Foto: NASA dpa
  • 6. Behauptung: Fehlende Fadenkreuze auf den Bildern

    Die Linsen der Hasselblad-Kameras der Astronauten enthielten Fadenkreuze - etwa um Distanzen besser einschätzen zu können. Diese Fadenkreuze scheinen an manchen Stellen hinter Objekten zu verschwinden, was Kritiker als Fotomontage deuten. Bei näherem Hinsehen zeigt sich oft, dass die Kreuze durchaus da, aber vor dunklem Hintergrund kaum erkennbar sind. Allerdings, so Jaumann, wurden später auch bearbeitete Bilder veröffentlicht.

    Foto: EPA/NASA / HO
  • 7. Behauptung: Keine Sterne am Himmel

    Auf den Bildern der Astronauten sind am Himmel keine Sterne zu sehen. Die Astronauten betraten den Erdtrabanten tagsüber - ein Mondtag dauert zwei Wochen. Auf den Bildern ist der Kontrast zwischen der grellen Mondoberfläche und dem dunklen Himmel viel zu stark, als dass lichtschwache Pünktchen am Firmament sichtbar wären.

    Foto: /NASA/EPA/dpa
  • 8. Behauptung: Der Schattenwurf passt nicht

    Dass Schatten auf den Bildern in verschiedene Richtungen verlaufen oder gestaucht sind, führen Kritiker auf verschiedene Lichtquellen zurück. Grund dafür sind laut Mall vor allem Unebenheiten der Mondoberfläche. Dadurch können Schatten länger, kürzer oder verzerrt erscheinen.

    Foto: NASA/dpa
  • 9. Behauptung: Fehlender Landekrater

    Unterhalb der Landekapseln sieht man keinen Landekrater und kaum Staub. Kein Wunder, sagt Jaumann: Die Landestellen seien nicht senkrecht, sondern seitlich angeflogen worden. Die Triebwerke hatten demnach nicht die Kraft, Krater in das feste Mondgestein zu brennen.

    Foto: LWL Naturkundemuseum
  • 10. Behauptung: Tödliche Strahlung

    Beim Hin- und Rückflug waren die Besatzungen vor allem im Van-Allen-Gürtel, einem die Erde umgebenden Strahlungsring, erhöhter Teilchenstrahlung von der Sonne ausgesetzt. Diese Belastung hätte Stunden angedauert und tödlich sein können, wenden Kritiker ein. Mall schätzt die Dauer für die Durchquerung des Van-Allen-Gürtels auf etwa eine Stunde, wobei die Crew durch die Aluminium-Hülle der Raumkapsel geschützt war. Die Astronauten waren demnach zwar erhöhter Strahlung ausgesetzt, aber die Dosis war überschaubar. Die Nasa habe die Flugbahn der Missionen so gelegt, dass die intensivsten Strahlungsbereiche umflogen wurden.

    Foto: NASA
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