Fünf Jahre nach dem Starkregen
Das mulmige Gefühl bleibt

Münster -

Fahrradhändler Joachim Pues vergisst die Starkregennacht nicht. Wenn er heute ein Gewitter aufziehen sieht, dann beschleicht den 51-Jährigen ein mulmiges Gefühl. Wie in vielen Häusern an der Kanalstraße, so meldete auch er damals „Land unter“.

Samstag, 27.07.2019, 14:00 Uhr
Das große Aufräumen im Haus Pues begann am nächsten Morgen.
Das große Aufräumen im Haus Pues begann am nächsten Morgen. Foto: Pues

Fünf Jahre ist es her, dass der Starkregen im Haus von Joachim Pues und in der Nachbarschaft an der Kanalstraße große Schäden angerichtet hat. „Wenn heute Gewitter und Sturm aufziehen“, sagt der Zweiradhändler, dann schaue er besorgt in den Himmel. „Da bekomme ich ganz andere Gefühle“, meint der 51-Jährige, der anfänglich dann am liebsten immer zu Hause geblieben wäre.

Knöcheltief stand Joachim Pues am 28. Juli 2014 in seiner Werkstatt und im Laden im Wasser. Bis heute laboriert er an baulichen Maßnahmen, um sich für den Fall eines erneuten Unwetters noch besser abzusichern. „Nur das mulmige Gefühl werde ich nicht los“, sagt der Fahrradhändler.

Das Haus bleibt nicht alleine

Seit dem Starkregen vor fünf Jahren würde Joachim Pues aber niemals in den Urlaub fahren, ohne zu wissen, wer sich bei Unwetter kümmern könnte. Pues: „Das Haus bleibt nicht alleine.“ In diesem Jahr stand der Sohn für alle Fälle bereit. „Außerdem können wir mit unseren Pumpen fast der Feuerwehr Konkurrenz machen“, meint Pues. Nach und nach rüstete der Geschäftsmann auf. Platten liegen bereit, die im Notfall die Ladentür abdichten. Zudem schweben ihm wasserdichte Kellerfenster vor.

Unwetter in Münster - Das große Aufräumen

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Der Fahrradhändler hat noch bildhaft vor Augen, wie es damals am Abend und in der Nacht auf der Kanalstraße war. Das Wasser rauschte in den Keller, durchs Geschäft und durch die Werkstatt. Er habe immer nur zugesehen, dass niemand im Keller blieb und dort noch verunglückt. Wie ein Sturzbach sei das Wasser von allen Seiten gekommen. Irgendwann stand es einen halben Meter vor der Ladentür. Pues hatte Besuch von Freunden, die packten mit an. Rund 60 Räder schleppten sie eine Etage höher in die Wohnung der Familie.

Hand in Hand gearbeitet

In der Werkstatt und im Keller war nichts mehr zu retten. Nachbarn, Freunde und Familie arbeiteten in der Unwetternacht Hand in Hand. „Sie glauben nicht, wie viele Löcher so ein Keller hat.“ Pues schwärmt heute noch von der Hilfsbereitschaft. Der Kreuzviertler erinnert sich, dass sie vor 40 Jahren schon einmal das Wasser von der Aa vor der Tür stehen hatten. „Aber so hoch war es noch nie.“

Der 51-Jährige litt in der Starkregennacht aber auch heftig unter Mückenstichen, die sich schwer entzündeten, weil er immer wieder in das schmutzige Wasser gestiegen sei. „Ich habe sehr viel Glück gehabt“, weiß Joachim Pues heute.

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