Toilettenanlage im Wienburgpark
Es stinkt den Nachbarn

Münster -

Der Betreiber verweist auf eine störungsfreie Anlage und regelmäßige Reinigung, die Stadt sieht den Betreiber in der Pflicht und setzt auf das Ende der lauen Sommerabende. Allein: Den Anwohnern des Wienburgparks stinken die Zustände rund um den Toilettencontainer ganz gewaltig.

Montag, 05.08.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 05.08.2019, 08:06 Uhr
Die Toilettenanlage im Wienburgpark wurde 2010 errichtet und ist nur nach dem Einwurf von 50 Cent (kleines Foto) zu betreten.
Die Toilettenanlage im Wienburgpark wurde 2010 errichtet und ist nur nach dem Einwurf von 50 Cent (kleines Foto) zu betreten. Foto: gh

Toilettenpapier liegt verstreut im Gebüsch. Bei höheren Temperaturen stinkt es ordentlich neben und hinter der Toilettenanlage im Wienburgpark. Vor allem dann, wenn viele Menschen im Park sind und abends noch grillen und feiern.

Die öffentliche Toilettenanlage ist zwar rund um die Uhr zugänglich, aber nur für denjenigen, der auch 50 Cent griffbereit hat. Und dies scheint nicht immer der Fall zu sein, das bekommen benachbarte Kleingärtner zu riechen und zu spüren.

Schon im vergangenen Jahr habe sie das Ordnungsamt , das Grünflächenamt und das Gesundheitsamt um Rat gefragt, doch niemand habe sich angesprochen gefühlt, sagt eine Münsteranerin, die unweit der Toiletten einen Garten besitzt. Mal sei die Anlage geöffnet gewesen, mal verschlossen.

Ganze Schulklassen verschwinden in den Büschen

In diesem Jahr resigniert die Gärtnerin, die aber nach eigenen Angaben auch schon beobachten konnte, dass Schulklassen und Kindergärten in den benachbarten Büschen verschwinden würden.

„Ein Gestank zum Himmel“, sagt sie und vermutet, dass das generelle Problem darin liege, dass nicht jeder Parkbesucher 50 Cent oder Kleingeld dabei habe. „In anderen Ländern ist das anders geregelt“, meint die Münsteranerin. Dort bekäme man das Toilettenproblem auch ohne Eintrittsgeld geregelt.

Betreiber bedauert Unannehmlichkeiten

Die Wall GmbH , die den Toilettencontainer im Wienburgpark betreibt, bedauert, dass sie nicht verhindern könne, dass Parkbesucher nicht die Anlage aufsuchten und stattdessen die Umgebung für ihren Toilettengang nutzen würden.

Der Botanischer Garten und Wienburgpark von oben

Das Unternehmen Wall errichtete die Anlage im Jahr 2010 als „modulare und barrierefreie City-Toilette“. „Seitdem funktioniert die Anlage nahezu störungsfrei“, betont Wall-Sprecher Christian Knappe. Die Toilettenanlage sei auch nicht verschlossen, und sie wird demnach zwei Mal täglich von den Service-Mitarbeitern von Grund auf gereinigt und gewartet.

Aber auch die Firma Wall bestätigt, dass es im Umfeld der Toilette zu Verunreinigungen komme. Je später und dunkler der Abend, desto „sparsamer“ seien manche Parkbesucher. Statt mit einem 50-Cent-Stück die Toi­lettentür zu öffnen, schlagen sie sich nebenan ins Gebüsch, betont die Stadt.

Stadt spielt auf Zeit

Ihr Sprecher Joachim Schiek erklärt, dass die Benutzungsgebühr für die öffentlichen Toiletten an die Firma gehen würde, die wiederum für die Reinigung und Instandhaltung sorge. Das sei Bestandteil des Vertragspakets zwischen Stadt und Wall.

Wenn die hochsommerliche Schönwetterperiode abklingt und dann auch der spätabendliche Andrang im Wienburgpark nachlässt, dürfte sich die Problematik entspannen, hofft Schiek. Bis dahin gilt zunächst der Appell an die Besucher, die Toilette und nicht das Daneben zu benutzen – „so wie sie es vermutlich auch zu Hause tun“.

Aasee und Wienburgpark von oben

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