Steuerpraxis bei Reiseveranstaltern
Frosch-Reisen erstreitet Urteil beim Bundesfinanzhof

Münster -

Juristischer Erfolg für das münsterische Reiseunternehmen Frosch Sportreisen: Der Bundesfinanzhof hat in seiner Entscheidung einer umstrittenen Besteuerung von Reiseveranstaltern im Sinne von Frosch entschieden. Das hat nach Ansicht des Unternehmens Folgen für die ganze Branche – und letztlich für alle Kunden.

Montag, 05.08.2019, 21:30 Uhr
Frosch-Reisen organisiert unter anderem Alpenüberquerungen per Mountainbike. 
Frosch-Reisen organisiert unter anderem Alpenüberquerungen per Mountainbike.  Foto: Frosch Sportreisen

Das münsterische Reiseunternehmen Frosch-Sportreisen hat am Bundesfinanzhof für die Branche ein wichtiges Urteil erstritten. So jedenfalls sieht es der Sprecher von Frosch Sportreisen .

Nach sechsjährigem Rechtsstreit wies der Bundesfinanzhof in München ein Urteil des Finanzgerichts Münster aus dem Jahr 2016 zurück. Frosch-Sportreisen hatte damals gegen die Steuerpraxis der Finanzbehörden geklagt, die Buchung von Hotelzimmern im Rahmen von Pauschalreisen mit einer Anmietung gleichzusetzen. Dadurch entstanden den Reiseveranstaltern höhere Kosten.

Geschäftsführer erleichtert

Die Entscheidung des Finanzgerichts Münster, dass Finanzämter bei der Berechnung der Gewerbesteuer für die Buchung von Hotelzimmern im Rahmen von Pauschalreisen einen Mietanteil hinzurechnen dürften, sei damit obsolet.

„Wir sind erleichtert, dass der Bundesfinanzhof für uns und die Kolleginnen und Kollegen im deutschen Tourismus eine klare Entscheidung getroffen hat“, begrüßt Geschäftsführer Holger Schweins das Urteil.

30.500 Gäste bei Frosch-Reisen

Schweins hat das Unternehmen in Münster vor 35 Jahren zusammen mit Volker Frost gegründet. Mittlerweile beschäftigt der Anbieter von Sport und Aktivreisen in der Zentrale Münster 50 Mitarbeiter und 500 weitere an den Urlaubsorten. Im Jahr 2018 buchten nach Angaben des Unternehmens 30.500 Gäste ihren Urlaub bei Frosch.

Das Unternehmen machte keine Angaben darüber, in welchem Umfang die umstrittene Steuerpraxis das Geschäft belastete. „Durch die Entscheidung des Bundesfinanzhofes können wir nun seine Preisstruktur beibehalten“, so der Sprecher. Frosch sei das erste Unternehmen, das gegen die Praxis geklagt habe.  

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