Sperrung in Albersloh
Ende des Lkw-Durchgangsverkehrs: Brummis müssen draußen bleiben

Albersloh -

Landrat Dr. Olaf Gericke wird die Sperrung des Albersloher Dorfkerns für den überörtlichen Lkw-Verkehr anordnen. Das hat er am Freitagmorgen in einer Pressekonferenz mitgeteilt. Nach Auswertung von Daten und Bildern sei klar, dass der Lkw-Verkehr in Albersloh eine Ausnahmesituation darstelle, die die Sperrung rechtfertige.

Freitag, 16.08.2019, 15:42 Uhr aktualisiert: 16.08.2019, 19:28 Uhr
Ein Bild, das in die Geschichte eingehen und bald Geschichte ist: Lkw von außerhalb kürzen ihren Weg durch das Dorf ab.
Ein Bild, das in die Geschichte eingehen und bald Geschichte ist: Lkw von außerhalb kürzen ihren Weg durch das Dorf ab. Foto: Christiane Husmann

Der Kreis Warendorf wird als zuständige Straßenverkehrsbehörde die Sperrung des Ortskerns von Albersloh für den Lkw-Durchgangsverkehr anordnen. Das erklärte Landrat Dr. Olaf Gericke am Freitagmittag in einer Pressekonferenz im Warendorfer Kreishaus. Vorausgehen muss zunächst ein förmliches Beteiligungsverfahren der Behörden. Aber Gericke sagte auch, dass er Regierungspräsidentin Dorothee Feller und die Leitung von Straßen.NRW bereits über seine Absicht informiert habe.

Die Sperrung könne aber nicht unmittelbar nach Fertigstellung der Großbaustelle im Dorf in Kraft treten. Denn zuvor müssten der zweite Abschnitt des Ausbaus der Landesstraße 851 zwischen der Gaststätte Peters und Drensteinfurt, der vorgezogen werden soll, und vor allem die Sanierung der maroden Landestraße 520 erledigt sein. Ende 2020 werde die Anordnung, die jetzt getroffen wird, dann faktisch in Kraft treten.

So wird es sein: Landrat Dr. Olaf Gericke, Petra Schreier und Edda Brennecke hatten zur Pressekonferenz ein provisorisches Hinweisschicht mitgebracht.

So wird es sein: Landrat Dr. Olaf Gericke, Petra Schreier und Edda Brennecke hatten zur Pressekonferenz ein provisorisches Hinweisschicht mitgebracht. Foto: Christiane Husmann

Dabei sei vor allem die Erneuerung der L 520 wichtig, weil ein Teil des überörtlichen Lkw-Verkehrs, der bisher durch Albersloh gerollt ist, über diese Straße abgeleitet wird. Daneben sollen die Lkw künftig über die Landestraße 850 und vor allem über die Bundesstraßen 54 und 58 an Albersloh vorbeifahren.

Die Straßenverkehrsbehörde rechnet damit, dass es durch diese Anordnung in Rinkerode und am Nordtor in Sendenhorst zu mehr Lkw-Verkehr kommen kann. Am Krankenhaus würden hingegen weniger Lastwagen vorbeirollen. Doch Gericke erklärte, dass er die Zunahmen in seine Abwägung mit einbezogen habe. „Wir werden den Lkw-Verkehr gerechter verteilen“, sagte er.

Kein Vorbild für andere Orte im Kreis

Zur Sperrung des Ortskerns von Albersloh für überörtliche Lkw – die etwa ein Drittel des Schwerlastverkehrs im Dorf ausmachten – habe es nach Auswertung des umfassenden Datenmaterials und vor allem der vielen Luftaufnahmen mittels Drohnen, die ein renommiertes Fachbüro zusammengetragen habe, letztlich keine Alternative gegeben, erläuterte der Landrat. Die Sperrung sei auch kein Vorbild für Nachahmungen in anderen Orten des Kreises.

Lkw-Verkehr in Albersloh

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„Wir haben in Albersloh eine sehr besondere, im Kreis einmalige Situation, die vor allem mit den städtebaulichen Gegebenheiten zu tun hat“, so Gericke. Durch diese sei zum Beispiel ein Begegnungsverkehr sehr schwierig bis oft unmöglich, was ein großes Gefahrenpotenzial berge. Das Fachbüro habe anhand der Drohnenbilder besonders auf diesen Umstand aufmerksam gemacht. „Dabei ist es fast egal, wie hoch die Zahl der Lkw-Fahrten ist“, meinte der Landrat. Und er fügte an: „Heute ist ein guter Tag für Albersloh.“

Heute ist ein guter Tag für Albersloh.

Landrat Dr. Olaf Gericke

Der Anliegerverkehr für Lkw und Busse bleibt weiter möglich. „Den können wir gar nicht verbieten“, erklärte der Landrat. Und das wolle er mit Blick auf „das wirtschaftsstarke Albersloh“ auch gar nicht. Deshalb wünsche er sich, dass der Kirchenvorstand die Gespräche und Überlegungen über eine Verbreiterung der engen Kurve an St. Ludgerus fortführe, denn Lkw aus dem Dorf oder Lieferanten würden ja auch künftig dort herfahren.

Politik und Bürger sind sich einig

Die Anordnung der Sperrung für überörtliche Lkw gilt zunächst bis zur Fertigstellung der Albersloher Ortsumgehung. Doch hier zeigte sich Dr. Olaf Gericke – schmunzelnd – als Realist, in dem er infrage stellte, „ob wir hier am Tisch das noch erleben werden“, wobei er einen jungen Mitarbeiter von Radio WAF ausdrücklich ausnahm. Und er wolle mit der Anordnung auch „ein politisches Signal an das Land NRW“ geben, bei den Ortsumgehungen Dampf zu machen.

Landrat Dr. Olaf Gericke erklärte seine Entscheidung.

Landrat Dr. Olaf Gericke erklärte seine Entscheidung. Foto: Christiane Husmann

In seine Entscheidung hat der Landrat ausdrücklich auch die Einigkeit der Sendenhorster Politik in dieser Sache und das Engagement der Albersloher Bürger mit einbezogen. „Die Bürgerschaft und der Stadtrat treten hier geschlossen auf.“ Das sei eine wichtige Voraussetzung, um so entscheiden zu können, wie er es getan habe. „Wir handeln hier im Sinne der Bürger.“ Und er sei beeindruckt davon, dass den Menschen in Albersloh „die Heimat nicht egal ist“. Gleichwohl betonte er, dass er die Auswirkung auf die Interessen und Situationen in allen anderen Kommunen des Kreises mit berücksichtigt habe.

Ortsdurchfahrt verschwindet aus den Navis

Die Ortsdurchfahrt von Albersloh wird in den Navis der Brummi-Fahrer verschwinden. „Wir haben bereits Kontakte geknüpft“, erklärte Edda Brennecke vom Straßenverkehrsamt. Und Ordnungsdezernentin Petra Schreier kündigte schon mal vorsorglich an, dass die Polizei stichprobenartig kontrollieren werde, ob den die künftigen Lkw-Fahrer im Ort auch ein echtes „Anliegen“ haben. Auch sie unterstützte die Einschätzung des Landrats: „Albersloh ist eine Ausnahmesituation.“

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