Städtebauliche Analyse zum Musik-Campus
Vier Standorte – ein klarer Favorit

Münster -

Der Musik-Campus braucht Platz. Das ist für Stadtbaurat Robin Denstorff der entscheidende Grund, weswegen er für das Millionenprojekt den Standort Hittorfstraße favorisiert. Hier die Details:

Freitag, 06.09.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 07:17 Uhr
Städtebauliche Analyse zum Musik-Campus: Vier Standorte – ein klarer Favorit
Von den verschiedenen bislang diskutierten Standorten für einen Musik-Campus bietet das Areal an der Hittorfstraße die größte zusammenhängende Fläche. Foto: Jürgen Christ

Auf dem Hörster Parkplatz, am Kalkmarkt oder auf dem Parkplatz südlich des Universitätsschlosses könnte man alles Mögliche bauen – aber keinen Musik-Campus. Zumindest dann nicht, wenn er alle von den Beteiligten gewünschten Elemente enthalten soll.

Das rechnete Stadtbaurat Robin Denstorff am Donnerstag beim Pressegespräch zum geplanten Musik-Campus vor. Bei der Standort-Debatte, die in den letzten Monaten immer wieder hochkochte, herrscht laut Denstorff jetzt „Klarheit“.

Für diese Räumlichkeiten wird Platz benötigt

Denstorff bezifferte den Platzbedarf für den Musik-Campus auf rund 30 120 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. (Die Bruttogeschossfläche ist größer als die Nutzfläche, weil auch Toi­letten, Flure, Treppenhäuser und mehr berücksichtigt werden). Die Verteilung ergibt sich laut Denstorff so:

► 11 350 Quadratmeter für den Veranstaltungsbereich (Konzert- und Konferenzräume, Bühnen, Probenräume für das Städtische Sinfonieorchester).

► 11 270 Quadratmeter für die Musikhochschule

► 4075 Quadratmeter für die Westfälische Schule für Musik

► 2795 Quadratmeter für Seminarräume

► 630 Quadratmeter Gastronomie.

Dem habe man, erklärte der Stadtbaurat weiter, die jeweiligen Grundstücksgrößen der alternativ zur Hittorfstraße diskutierten Standorte gegenübergestellt, so der Stadtbaurat weiter. Das Ergebnis: Sie seien zu klein.

Robin Denstorff machte dies am Hörster Parkplatz nahe der Bushaltestelle Bült deutlich. Das dortige Grundstück misst 8200 Quadratmeter, wobei Denstorff angab, dass bei Berücksichtigung von Abstandsflächen und Baumstandorten gut 4000 Quadratmeter „bebaubare Fläche“ verbleiben würde. Realisierbar sei hier der Campus nur bei achtgeschossiger und sehr kompakter Bauweise. Das werde dem baulichen Maßstab der Umgebung nicht gerecht.

Zu klein sind nach seinen Angaben auch diverse Grundstücke im Bereich des Schlossplatzes. Die verschiedenen Elemente des Campus auf verschiedene Flächen rund um den Schlossplatz zu verteilen, würde wiederum der „Projektphilosophie“ widersprechen.

In der Standortanalyse, die bei der Pressekonferenz vorgestellt wurde, heißt es: „Mit dem Projekt ist ein akademischer, kultureller und didaktischer Anspruch verbunden, der das Projekt besonders und einmalig macht und sich in der räumlich-funktionalen Konstellation eines Campus niederschlägt.“

Die sich hieraus ergebene städtebauliche Aufgabe umschrieb Denstorff so: „Wir müssen aus einer wunderbaren Idee einen Ort machen.“

Dass das Universitätsgelände an der Hittorfstraße direkt an den Schlosspark angrenzt, bewertete die Kulturdezernentin Cornelia Wilkens als Vor- und nicht als Nachteil. Immerhin sei der Musik-Campus unter anderem gedacht für 7200 Musikschüler und 500 Studierende, denen man auch ein Umfeld bieten könne.

Das soll der Rat beschließen

Folgende zentrale Punkte enthält der Grundsatzbeschluss zum Musik-Campus, den der Rat in seiner Sitzung am 9. Oktober fällen soll. Der Rat stimmt den „dringenden baulichen Handlungsbedarfen“ der Beteiligten (Städtisches Sinfonieorchester, Musikschule und Musikhochschule) zu. „Der Rat bekräftigt den Willen zur Intensivierung der Kooperation der drei Institutionen.“ Ja zur „inhaltlichen Projektbeschreibung des Musik-Campus als ein offenes Haus der Bürgerkultur“. Der Rat nimmt das vorgestellte Raumprogramm und die „Ersteinschätzung“ der Standorte zur Kenntnis. Zum Standort Hittorfstraße erfolgt eine „vertiefende Analyse“. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, „ein zwischen den Projektbeteiligten abgestimmtes Raum-, Funktions- und Nutzungskonzept zu entwickeln“, „den finanziellen Umfang abzuschätzen und zu plausibilisieren“ sowie „sämtliche in Betracht kommende Fördermöglichkeiten für die Realisierung zu prüfen“. Zu den „finanziellen Auswirkungen“ heißt es: „Der notwendige Finanzbedarf für den Bau und Betrieb des Musik-Campus kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingeschätzt und muss im weiteren Prozess ermittelt werden.“

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