Amtsgericht bremst Klage aus
Die LEG muss nachsitzen

Münster -

Welchen Nutzen haben die neuen Fenster, die die LEG in ihren Wohnungen einbauen möchte? Das fragen sich nicht nur die Mieter, sondern auch das Amtsgericht.

Mittwoch, 11.09.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 11.09.2019, 21:13 Uhr
 
  Foto: Oliver Werner

Der Vermieter möchte neue Fenster einbauen – die Mieter wollen diese aber gar nicht haben. Denn mit den neuen Fenstern kommen auch zusätzliche Kosten auf die Mieter der LEG an der Korte Ossenbeck in der Aaseestadt zu. Der Streit zwischen den beiden Parteien beschäftigt mittlerweile die Gerichte – aber bisher nicht so, wie von der LEG gewünscht. Denn ihre Klage wurde in dieser Woche vom Amtsgericht vorerst ausgebremst. Die verkürzte Begründung: Die LEG hat bislang nicht ausreichend dargelegt, welche Verbesserungen die neuen Fenster bringen.

Laut der „LEG-Mieter*innen-Initiative“ geht es dabei zumindest vordergründig um eine Verbesserung des Wärmedämmwerts. Von einem Wert von 1,3 solle es runter auf 0,9 bis 1,1 gehen, so ein Sprecher der Initiative. Was das letztlich konkret für den Mieter bedeute – die Information ist die LEG allerdings offenbar bislang schuldig geblieben. Die Initiative spricht in dem Zusammenhang aber von zum Teil drastischen Mieterhöhungen. Ein Aufschlag von mehr als 30 Prozent der derzeitigen Miete werde beispielhaft von einem der betroffenen Mieter gefordert, so die Initiative.

Kein Ruhmesblatt

Bei der LEG sieht man die Sache anders. Das Gericht habe dem Unternehmen den Auftrag gegeben, die Maßnahmen besser zu begründen, um so aufzuzeigen, warum diese einen Sinn ergeben. „Und einen Sinn ergeben sie natürlich, sonst würden wir die Maßnahmen ja nicht durchführen“, sagte eine LEG-Sprecherin auf Nachfrage unserer Zeitung.

Von einer gerichtlichen „Schlappe“, von der medial bereits die Rede war, will man bei der LEG indes nichts wissen. Zwar habe man bei der Klage nicht alles richtig gemacht und ein Ruhmesblatt sei das nicht, aber: „Wir haben nicht gewonnen, die andere Seite hat auch nicht gewonnen. Es ist noch nichts entschieden. Gewinner und Verlierer gibt es immer erst am Ende“, so die Unternehmenssprecherin.

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