Fünf Angeklagte stehen vor Gericht
Überfall auf Drogenhändler

Münster -

Wenn zur Sucht auch noch Gier kommt, kann eine Situation verhängnisvoll ausarten: Fünf Angeklagte müssen sich seit Montag vor dem Landgericht Münster wegen eines Überfalls auf einen Drogenhändler aus Havixbeck verantworten. Sie hatten neben Drogen auch auf ein hübsches Sümmchen Bargeld gehofft.

Montag, 30.09.2019, 20:20 Uhr aktualisiert: 30.09.2019, 20:23 Uhr
 
  Foto: dpa

Vor der dritten Großen Strafkammer des Landgerichts Münster müssen sich seit dieser Woche fünf Angeklagte zwischen 20 und 25 Jahren wegen des Überfalls auf einen Drogenhändler in Havixbeck verantworten. Laut Anklageschrift haben diese den Geschädigten im März 2019 in seiner Wohnung aufgesucht und ihn mit einem Messer sowie mit einer Machete und einem Schwert bedroht.

Als Beute seien dann zwei Kilogramm Marihuana, 50 Gramm Haschisch sowie 20 000 Euro Dealgeld entwendet worden.

Wohnung durchsucht

Im ersten Termin, in dem sich zwei aus Münster sowie drei aus Lippstadt stammende Angeklagte zu den Vorwürfen äußerten, zeichnete sich folgender Tathergang ab. Der 23-jährige Münsteraner war seit etwa einem halben Jahr Kunde beim später Geschädigten und suchte dessen Wohnung etwa dreimal die Woche zur Deckung seines Eigenbedarfs auf.

Der zweite münsterische Angeklagte soll ersteren, den er aus Kindheit und Jugend kannte, mit der Bitte angesprochen haben, ihm einen Kontakt zu vermitteln, um selbst etwa 100 Gramm Cannabis – allerdings von unbekannten Dritten – zu verkaufen. Der 25-Jährige sagte weiter aus, dass er auf diesem Wege auch von einer großen Menge Drogen sowie Bargeld beim Havixbecker erfahren habe. Dieser, so habe sein Mittäter gesagt, sei ein leichtes Opfer, das sich bei einem Überfall nicht groß wehren würde. Der 23-Jährige belastete wiederum den anderen Mitangeklagten aus Münster insofern, dass dieser beim vermittelten Verkauf der 100 Gramm Marihuana selbst 15. 000 Euro beim Geschädigten gesehen und sodann den Plan entworfen habe.

Einschüchtern durch Überzahl

Unstreitig war am ersten Prozesstag, dass der 25-Jährige zu zwei der Lippstädter – der dritte war wohl unwissend mit nach Münster gereist – Kontakt aufgenommen hatte, um beim Überfall eine einschüchternde Wirkung durch die Überzahl zu erzeugen. Unklar ist hingegen weiterhin, mit welcher Art von Messer zwei weitere Personen in der Wohnung des Havixbeckers bedroht wurden.

Einer der Angeklagten räumte ein, dass mehrere Kilogramm Marihuana tatsächlich mitgenommen wurden. Bei dem erbeuteten Dealgeld soll es sich jedoch um nicht mehr als 7000 Euro gehandelt haben.

Am zweiten Prozesstag, am heutigen Dienstag, wird unter anderem der Geschädigte angehört, der bereits in einem gesonderten Verfahren zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten wegen seines Drogenhandels verurteilt wurde.

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