Lengericher vor dem Amtsgericht
Strafe für nicht eingelöste Ballonfahrt-Gutscheine

Lengerich/Tecklenburg -

In einem Streit um nicht eingelöste Gutscheine ist ein Ballonpilot aus Lengerich zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verdonnert worden. 

Freitag, 04.10.2019, 06:23 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 07:07 Uhr
Das Amtsgericht Tecklenburg 
Ein Ballonpilot aus Lengerich hat seinen Kunden, die bereits bezahlt hatten, wiederholt kurzfristig aufgrund der Wetterlage abgesagt. Foto: dpa (Symbolbild)

Einen Strafbefehl über eine Freiheitsstrafe von einem Jahr erließ das Amtsgericht Tecklenburg gegen einen Ballonpiloten aus Lengerich. Die Strafe wird für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt und ist mit Auflagen verbunden.

Am Mittwoch blieb der Angeklagte unentschuldigt der Hauptverhandlung fern, in der er sich den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft hätte stellen sollen. Betrug in 13 Fällen, so die Anklageschrift. Der Mann soll zwischen März 2012 und März 2015 Gutscheine für Ballonfahrten verkauft, diese aber nicht eingelöst haben. Der erlassene Strafbefehl beinhaltet eine „Geständnisfiktion“. Das heißt, das Gericht geht davon aus, dass der Mann die Vorwürfe eingeräumt hätte, wenn er gekommen wäre.

Erfolglose Terminvergabe

Im Februar 2017 hatte er auf der Anklagebank des Amtsgerichts gesessen, weil ein Mann aus Bad Essen Strafanzeige erstattet hatte, weil ein drei Jahre zuvor gekaufter Gutschein nicht eingelöst worden war. „Ich hatte das Gefühl, er wollte das alles hinauszögern“, hatte der Zeuge mit Blick auf 20 erfolglose Versuche einer Terminvereinbarung ausgesagt.

Der Pilot hatte seine kurzfristigen Absagen jeweils mit der Wetterlage begründet. Erst nachdem der Bad Essener Anzeige erstattet hatte, kam es zu seiner Fahrt im Heißluftballon.

Andere hatten weniger Glück. Der Richter wusste Anfang 2017 von mehreren Zivilverfahren, in denen Kunden des Lengerichers ihr Geld zurückforderten, weil es mit der Ballonfahrt trotz Termins nicht geklappt hatte und Dutzende Versuche der Kontaktaufnahme gescheitert waren.

15 Zeugen

Das Gericht hatte deshalb die Hauptverhandlung ausgesetzt. Es wollte Zeugen aus den Zivilverfahren hören, um sich ein Bild zu machen, ob es sich um einen Einzelfall handele oder ob ein Muster vorliege. Im Rahmen der Prüfung ermittelte die Staatsanwaltschaft weitere Geschädigte.

Zur Hauptverhandlung waren 15 Zeugen geladen, die nach Hause geschickt oder, sofern möglich, kurzfristig ausgeladen wurden.

Wenn der Lengericher Ballonfahrer den Strafbefehl akzeptiert und sich an die Bewährungsauflagen hält, ist die Sache für ihn vom Tisch. Erhebt er Einspruch gegen den Strafbefehl, müsste ein neuer Hauptverhandlungstermin angesetzt werden.

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