Beschädigter Stolperstein
Arbeitskreis will Anzeige erstatten

Lengerich -

In Lengerich gibt es drei sogenannte Stolpersteine. Der in der Münsterstraße, mit dem an die Zerstörung der Synagoge 1938 erinnert wird, ist offenbar von jemandem beschädigt worden. Der Arbeitskreis Stadtgeschichte will deshalb Anzeige erstatten.

Dienstag, 15.10.2019, 07:01 Uhr aktualisiert: 15.10.2019, 07:10 Uhr
Ein Teil der Metallummantelung fehlt beim Stolperstein, der an der Münsterstraße zu finden ist und daran erinnert, dass dort 1938 die Synagoge zerstört wurde.
Ein Teil der Metallummantelung fehlt beim Stolperstein, der an der Münsterstraße zu finden ist und daran erinnert, dass dort 1938 die Synagoge zerstört wurde. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

„Da ist mit stumpfer Gewalt vorgegangen worden.“ Eine andere Erklärung hat Bernd Hammerschmidt nicht für die Beschädigung des Stolpersteins, mit dem an die Zerstörung der Lengericher Synagoge im November 1938 erinnert wird. Er ist an der Adresse Münsterstraße 23 ins Pflaster eingelassen. Ein Teil der Metallummantelung fehlt nun.

Der zum Heimatverein gehörende Arbeitskreis Stadtgeschichte, in dem Hammerschmidt aktiv ist, ist vor wenigen Tagen auf die Beschädigung hingewiesen worden. Der Tippgeber habe allerdings berichtet, dass er bereits am 21. September entdeckt habe, dass die kleine Gedenktafel nicht mehr komplett mit Messing überzogen ist. Ein Zusammenhang mit dem Terroranschlag in Halle gebe es somit nicht, betont Hammerschmidt.

Tat mit „Botschaft“

Gleichwohl seien die Aktiven des Arbeitskreises „erschrocken, wütend und traurig“ darüber, dass sich offenkundig jemand an dem Stolperstein zu schaffen gemacht hat. Schließlich beinhalte eine solche Tat immer auch eine „Botschaft“, konstatiert der Lengericher.

In der Stadt gibt es bislang drei Stolpersteine, neben dem in der Münsterstraße sind 2007 zwei weitere auf dem Rathausplatz verlegt worden. Bislang, so Bernd Hammerschmidt, habe es keine Fälle von Vandalismus gegeben. Die Beschädigung, die jetzt entdeckt wurde, wird seinen Worten zufolge bei der Polizei zur Anzeige gebracht.

Weitere Erinnerung an Ermordete

Weiter kündigt er an, dass im kommenden Jahr 15 weitere Stolpersteine in Lengerich verlegt werden sollen. Am 25. April gebe es aus diesem Anlass eine öffentliche Veranstaltung. Dafür haben die Aktiven des Arbeitskreises die Geschichte von vier jüdischen Familien aus Lengerich erforscht. Die meisten Personen, an die erinnert werden soll, hätten die Nationalsozialisten ermordet, sagt Bernd Hammerschmidt.

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