Einführung von Mini-Kameras
Polizei setzt im Kreis Borken die ersten Bodycams ein

Münsterland -

Die geplante flächendeckende Ausstattung von NRW-Polizisten mit Bodycams schreitet weiter voran. Beweissicherung und Eigenschutz sind aus Sicht der Ordnungshüter die wichtigsten Kriterien für den Einsatz im Alltag. Im Münsterland kamen die Mini-Kameras bei einem der größten Volksfeste erstmals zum Einsatz.

Dienstag, 29.10.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 29.10.2019, 08:50 Uhr
Einführung von Mini-Kameras: Polizei setzt im Kreis Borken die ersten Bodycams ein
Auch im Münsterland werden Polizisten mit Bodycams ausgerüstet. Foto: Polizei Borken

Die Kreispolizei Borken ist in der Region Vorreiter bei der Einführung und dem Einsatz von Bodycams. 141 Kameras stehen den Mitarbeitern der Behörde zur Verfügung. Ihre Premiere feierten die neuen Geräte vom 18. bis 21. Oktober auf der Bocholter Herbstkirmes. „Die Kameras wurden auch in mehreren Fällen eingesetzt, es war aber kein Vorfall dabei, bei dem eine Beweissicherung erforderlich war“, berichtet Polizeisprecher Frank Rentmeister .

Polizisten könnten auf Knopfdruck brenzlige Situationen aufzeichnen. Wenn die Kamera filmt, leuchtet ein rotes Licht auf, sodass potenzielle Täter wissen, dass alles, was geschieht, nun festgehalten wird. Gleichzeitig wird durch die Videos auch das Verhalten der Polizisten dokumentiert. Bodycams sollen bei kritischen Momenten im Streifendienst eine deeskalierende Wirkung erzielen, ein Pilotprojekt in mehreren NRW-Städten hatte diesen - im Vorfeld erhofften - Effekt wissenschaftlich bestätigt.  

Die Aufnahmen der Bodycams werden in den Behörden auf lokale Rechner übertragen und dabei von der Kamera gelöscht. Sie bleiben 14 Tage auf dem Sicherungsrechner und können zur Gefahrenabwehr oder zur Verfolgung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten als Beweismittel genutzt werden, erläutert das NRW-Innenministerium in einer Pressemitteilung.

Technische Vorzüge - und Lücken

Ab sofort stehen die Bodycams allen Beamten im Kreis Borken für den Streifendienst zur Verfügung. Zum Teil wurden diese Polizisten, die im Bezirksdienst (in kleineren Orten) tätig sind, persönlich zugestellt. In größeren Behörden liegen die Geräte in Materiallagern auf den Wachen griffbereit. „Die Aufnahmen weisen eine hervorragende Bild- und Tonqualität auf“, lobt Rentmeister nach den ersten Einsätzen technische Vorzüge.  

Damit die Polizei das Videomaterial zu Ermittlungen nutzen zu kann, muss natürlich die entsprechende Serverstruktur vorhanden sein. „Wenn wir die Polizei in Nordrhein-Westfalen mit Bodycams ausstatten, dann brauchen wir auch moderne Rechner und neue Software, um die Bilder zu verwerten“, hatte NRW-Innenminister Herbert Reul bei der Einführung betont.

Daran wird mancherorts zurzeit noch gearbeitet - so zum Beispiel auch bei der Kreispolizei Warendorf. Diese Vorarbeit sowie die Theorie-Vorbereitung von Einsatz-Trainern, die Polizisten im Umgang mit den Bodycams schulen werden, zählen zu den Maßnahmen, die Voraussetzungen zur Einführung der Mini-Kameras sind.

Diese sind bei der Kreispolizei Warendorf noch nicht eingetroffen - ebenso wie bei der Polizei Münster.  Einen Schritt weiter ist man bei der Kreispolizei Coesfeld sowie in Steinfurt: Beide Behörden ist die neue Ausstattung zugestellt worden, die nächsten Stufen zum Einsatz der Kameras können genommen werden. „Sobald alle erforderlichen Maßnahmen umgesetzt worden sind, wird die Polizei im Kreis Steinfurt die Öffentlichkeit über die Einsätze der Bodycams umfassend informieren“, verspricht Sprecher Reiner Schöttler.  

Polizei lobt die Einführung

„Das alles muss den höchsten Sicherheitsstandards des Datenschutzes entsprechen“, hatte Innenminister Reul gefordert. Vor der Einführung hatten Datenschutzbeauftragte verfassungsrechtliche Bedenken geäußert. Frank Rentmeister von der Kreispolizei Borken lobt hingegen die Einführung der Bodycams „als sinnvolle Einrichtung“ für den Berufsalltag der Beamten.

Bis Ende 2020 will NRW für den Streifendienst insgesamt rund 9.000 Kameras anschaffen, rund sieben Millionen Euro investiert das Land in die „Modernisierungsoffensive“. 

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