Eichenprozessionsspinner
Nester der Raupen fallen aus Kronen

Münster -

Im Sommer verursachte der massenhafte Befall mit dem Eichenprozessionsspinner viele gesundheitliche Beschwerden. Jetzt fallen die Nester mit Raupenhüllen aus den Bäumen. Der Stadtförster rät, sie auf keinen Fall zu berühren.

Freitag, 01.11.2019, 16:00 Uhr
 
 Ein Nest mit Eichenprozessionsspinnern. Foto: Klaus Meyer

Der Herbstregen in den stadtnahen Wäldern hat viele Nester des Eichenprozessionsspinners aus den Baumkronen gespült. Die etwa faustgroßen, braunen Klumpen unter Eichen ähneln Erdbrocken. beim näheren Hinsehen sind aber die Hüllen der haarigen Raupen deutlich zu erkennen – und diese können noch zwei Jahre lang allergische Reaktionen bei Mensch und Tier hervorrufen, bestätigt Stadtförster Ulrich Menke .

Das Grünflächenamt hat sich mit der Entfernung der Nester – auch vom Boden – auf die städtischen Parks, Grünanlagen an Schulen und Kitas sowie Straßenbäume konzentriert. „Wir sehen jetzt, dass auch Wälder offenbar stark betroffen sind“, sagt Menke. Zum Beispiel ein kleines Wäldchen in der Nähe der Vennheide: Hier liegt fast unter jeder Eiche ein Raupennest.

Plage im nächsten Jahr

Wer hier oder in anderen Eichenwäldern spazieren geht und auf die Nester am Boden stößt, sollte sie keinesfalls anfassen, Kinder und Hunde davon fernhalten, rät Menke. Gut wäre es, die Nester mit Erde zu bedecken, sie am besten einzugraben.

Ihre Eier haben die im August aus den Nestern ausgeflogenen Motten längst abgelegt. Die große Menge der Nester zeigt, dass sich die Plage im nächsten Jahr erneut vervielfachen könnte, fürchtet Menke, der auf ein nasses, kühles Frühjahr hofft. „Regen mögen die Raupen gar nicht.“

Und wenn nach dem Schlüpfen noch drei Wochen kein Eichenlaub sprieße, gebe es eine Chance, „dass viele von ihnen verhungern“, sagt der Stadtförster. Er bereitet sich schon für die nächste Schädlingssaison vor. Bei der Bekämpfung sollen verstärkt Singvögel helfen, für die die jungen Raupen gutes Futter sind. Die Stadt will viele Nistkästen aufhängen.

Was man über den Eichenprozessionsspinner wissen sollte

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  • Im Münsterland breitet sich der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr besonders aus. Der Körper der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe ist mit gefährlichen Brennhaaren übersät. Die Raupe ist an einem schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken zu erkennen.

    Foto: Patrick Pleul (dpa)
  • Hauptsächlich an Eichen, manchmal aber auch an Hainbuchen spinnen die Raupen ihre Nester.

    Foto: Michael Schwakenberg
  • Aus Gelegen von 100 bis 200 Eiern schlüpfen Anfang Mai kleine Larven, die bis zur Verpuppung fünf bis sechs Stadien durchlaufen. Nach der Verpuppung ist das Tier ein brauner, unscheinbarer Nachtfalter.

    Foto: Bodo Marks (dpa)
  • Im „Gänsemarsch“ gehen die Raupen auf die Suche nach Nahrung – bevorzugt Eichenblätter. Durch diese „Prozession“ sind die Tiere zu ihrem Namen gekommen.

    Foto: Peter Roggenthin (dpa)
  • Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Bei unmittelbarem Kontakt kann das zu Hautentzündungen führen, bei empfindlichen Menschen auch zu allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötung und Bläschen. Die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen ab.

    Foto: Bernd Schäfer
  • Wer ein Nest entdeckt, sollte es deshalb nicht anfassen, sondern eine Fachfirma mit der Entfernung beauftragen, raten Behörden.

    Foto: hbm
  • So sieht ein entferntes Nest aus. Hohe Temperaturen und wenig Regen im Mai und Juni begünstigen die Verbreitung der Raupen.

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde
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