Neuer CDU-Chef in Münster
Grau: Politik muss Transparenz liefern

Münster -

Weil im neuen CDU-Vorstand gleich drei Vertreter aus der Immobilien-Branche sitzen, befürchtet die ÖDP beschleunigte Flächenversiegelung und mehr hochpreisigen Wohnraum. Der frisch gewählte CDU-Chef reagiert gelassen.

Samstag, 02.11.2019, 17:00 Uhr
 Der neue CDU-Vorsitzende und Immobilien-Unternehmer Hendrik Grau
 Der neue CDU-Vorsitzende und Immobilien-Unternehmer Hendrik Grau. Foto: Oliver Werner

Diese Glückwünsche der politischen Mitbewerber an den neu gewählten CDU-Vorstand erscheinen vergiftet: Die Wahl von zwei namhaften Vertretern der Immobilienwirtschaft mache klar, wohin die Reise mit einer CDU-geführten Ratsmehrheit führen werde, meint die ÖDP . Deren Vertreter Michael Krapp und Franz Pohlmann zeichnen am Horizont das Schreckensszenario von „beschleunigter Flächenversiegelung und mehr hochpreisigem Wohnraum“.

Der neue CDU-Vorsitzende und Immobilien-Unternehmer Hendrik Grau reagiert auf die Schwarzmalerei gelassen: „Ich finde es sehr interessant, dass die politischen Gegner das so thematisieren. Offensichtlich trauen sie uns zu, dass wir ihnen politisch richtig gefährlich werden, das haben wir auch vor, dafür sind wir angetreten“, erklärt der 46-Jährige, der den stadtbekannten Immobilien-Unternehmer Bernard Homann als Schatzmeister gewinnen konnte.

Transparenz nötig

Mit Tobias Jainta sitzt ein dritter Vertreter aus der Immobilien-Branche erneut im Vorstand. Der 40-Jährige arbeitet als Projektentwickler, wie er bei seiner Vorstellung sagte. Angestellt bei einer Firma des neuen CDU-Chefs, werde er diese aber zum Ende des Jahres verlassen, sagte der 40-Jährige, zugleich Stadtbeauftragter der Malteser, am Donnerstag. „Diese Überlegung gab es schon vor den Wahlen.“

Vor dem Hintergrund der Entwicklung großer Baugebiete durch die Stadt befürchtet der neue CDU-Chef Grau keinen Interessenkonflikt: „Hier hilft nur absolute Transparenz in den Vergabeverfahren. Das muss die Politik liefern.“ Ansonsten sei das den Bürgerinnen und Bürgern heute nicht mehr vermittelbar, meint der studierte Wirtschaftsingenieur und Wirtschaftsjurist.

Eine klare Meinung

Für politische Ideen bittet sich Grau ein wenig Zeit aus – „wir sind ja noch keine 48 Stunden im Amt“.

Beim Ringen um einen Hafencenter-Kompromiss mit dem grünen Bündnispartner hat der CDU-Chef aber schon eine klare Meinung: „Wer Grün wählt, muss einfach begreifen, er wählt auch immer einige ideologische Sturköpfe.“ Wenn diese in Verantwortung kämen, müssten das alle ausbaden.

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