Verbraucherzentrale gibt Tipps vor dem Brexit
Darauf müssen Kunden achten

Münster -

Auch bei einem geregelten Brexit, möglicherweise Ende Januar 2020, müssen sich Verbraucher auf viele Änderungen bei Reisen oder Online-Käufen einstellen. Die Verbraucherzentrale gibt wichtige Tipps.

Freitag, 08.11.2019, 08:00 Uhr
Nach einem Brexit hätte der Riss durch Europa weitreichende Folgen für Verbraucher.
Nach einem Brexit hätte der Riss durch Europa weitreichende Folgen für Verbraucher. Foto: tanaonte/Fotolia

Es ist immer noch kein Ende im Brexit-Krimi in Sicht; und bei vielen Bürgern herrscht Unsicherheit, wie sie sich beim Buchen von Reisen oder Ordern von Waren aus Groß-Britannien verhalten sollen. Mechthild Schneider, Leiterin der Beratungsstelle Münster der Verbraucherzentrale , nennt Beispiele für häufig gestellte Fragen: „Sollte ich derzeit überhaupt eine Reise nach England buchen?“ “Ist mein Geld sicher, das ich bei einer britischen Bank angelegt habe?“ „Gibt es Probleme bei Flugreisen?“ „Bekomme ich Waren, die ich kurz vor dem Brexit bestellt habe, noch zu dem angegebenen Preis?“

Generell gelte: Bei einem ungeregelten Brexit, der angesichts der Neuwahlen im Dezember noch nicht vom Tisch ist, würde es zahlreiche Probleme geben. So würden beispielsweise Zölle bestellte Waren verteuern.

Thema Ein- und Ausreise

Aber auch bei einem geregelten Brexit, möglicherweise Ende Januar 2020, gibt es viele Fragezeichen. Wer jetzt beispielsweise seinen Osterurlaub im Vereinigten Königreich plant, sollte sich vorbereiten. Für den Fall eines harten Brexits hat die britische Regierung zugesichert, Personalausweise von EU-Bürgern vorerst weiterhin als ausreichend anzuerkennen. Die EU-Kommission hat der britischen Regierung vorgeschlagen, dass britische Bürger bis zu 90 Tage ohne Visum in die EU reisen dürfen – wenn dasselbe auch für EU-Bürger in Großbritannien gilt. Eine Antwort stehe noch aus, heißt es bei der Verbraucherzentrale NRW. Auch ob Reisende künftig einen Reisepass brauchen, sei noch unklar. Tipp der Verbraucherzentrale: Aktuelle Hinweise auf der Homepage des Auswärtigen Amts verfolgen. Zudem sei bei Aufenthalten in Großbritannien eine Auslandsreisekrankenversicherung wichtiger denn je.

Vor teureren Einkäufen im Großbritannien-Urlaub sollten sich Verbraucher zudem gut überlegen, ob der finanzielle Schaden zu groß wäre, falls sich herausstellt, dass die Ware defekt ist. Der Hintergrund: In der EU genießen Verbraucher einen Mindestschutz auf sehr hohem Niveau. Verbraucher wären nur noch durch britisches Recht geschützt.

Thema Flugreisen: Nach derzeitigem Stand, so die Verbraucherzentrale, „sollte es im Flugbetrieb nicht zu größeren Störungen kommen“, da die EU Notfallmaßnahmen vorbereitet habe, die auch bei einem möglichen No-Deal-Brexit greifen.

Womit es Probleme geben könnte

Falls Verbraucher eine Pauschalreise bei einem britischen Reiseveranstalter buchen, der deutsche Bürger nicht direkt als Zielgruppe anspricht (z.B. keine Werbung auf der Website in deutscher Sprache), seien Verbraucher nicht durch EU-Rechte geschützt, wenn beispielsweise das Hotel Konkurs anmeldet, sodass es Probleme mit der Rückerstattung der Reisekosten geben könnte. Für solche Fälle müssten Verbraucher eine zusätzliche Versicherung abschließen.

Bei Online-Einkäufen könnte Großbritannien derzeit geltende Widerrufsrechte anders gestalten. „Im Falle eines Konflikts zwischen Verbrauchern und in Großbritannien niedergelassenen Händlern können Verbraucher künftig nicht mehr die EU-Plattform für Online-Streitbeilegung nutzen“, warnt die Verbraucherzentrale.

Geldanlegern in Groß-Britannien nehmen die Verbraucherschützer indes einige Sorgen: Bis auf Weiteres seien 85 000 Pfund pro Kunde abgesichert. Die Bank of Scotland, die hier recht aktiv ist, habe zudem angekündigt, ihre Geschäftstätigkeit auf in Deutschland lizensierte Banken zu übertragen.

IHK-Vortrag zur deutsch-britischen Partnerschaft

Wie die wirtschaftliche Partnerschaft zwischen Großbritannien und Deutschland nach einem Brexit aussehen kann, erläutert Matthew Kirk, ehemaliger britischer Diplomat und Experte für internationale Beziehungen, bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen. Der Vortrag „Britain and Germany – towards a new partnership?” mit anschließender Diskussion findet am 21. November (Donnerstag) um 17.30 Uhr in der IHK, Sentmaringer Weg, statt. Der Vortrag ist laut Pressemitteilung in englischer Sprache. Die deutsche Übersetzung eines Dolmetschers können Gäste über die kostenlose App „Interactio“ hören. Dafür sollten Teilnehmer ein Headset mitbringen und die Übersetzungs-App vorab auf ihrem Mobiltelefon installieren. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung bis zum 14. November möglich unter www.ihk-nw.de/britain-and-germany.

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