Freibad an der Coburg
Traglufthalle noch nicht vom Tisch

Münster -

Dass eine Traglufthalle für das Freibad an der Coburg ein Klimakiller sein soll, das will Markus Schnermann, Vorsitzender der Startgemeinschaft Schwimmen, nicht gelten lassen. Ihn ärgert, dass die schon zugesicherte Traglufthalle für die Coburg nun vom Tisch sein soll.  Und sucht das Gespräch.

Donnerstag, 05.12.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 09:12 Uhr
So könnte es an der Coburg aussehen: In Gladbeck gibt es bereits ein Bad mit Traglufthalle.
So könnte es an der Coburg aussehen: In Gladbeck gibt es bereits ein Bad mit Traglufthalle. Foto: Stadt Gladbeck

Klimakiller Traglufthalle – dieses pauschale Argument will Markus Schnermann , Vorsitzender der Startgemeinschaft Schwimmen ( SGS ), so nicht gelten lassen. Es ärgert ihn, dass die eigentlich schon zugesicherte Traglufthalle für die Coburg nun mit für ihn nicht nachvollziehbaren Argumenten vom Tisch gefegt werden soll.

Einmal davon abgesehen, dass die Wettkampfschwimmer diese zusätzliche Trainingsmöglichkeit unbedingt benötigten, sei das Argument des Klimakillers aus seiner Sicht zu widerlegen. „Wir können nicht Bäder mit Kindergärten vergleichen, sondern müssen Bäder mit Bädern vergleichen.“ Gemeinsam mit den Freibad-Coburg-Fans hätten sie nach Lösungen gesucht, sagt Schnermann. Sie hätten Angebote eingeholt, mit Herstellern gesprochen und sich über Traglufthallen in anderen Orten wie Senden, Berlin oder Gladbeck informiert. „Wir kommen zu einem anderen Ergebnis als das Gutachten, auf das sich die aktuelle Ratsvorlage beruft“, betont der Vorsitzende der SGS.

Ganz andere Zahlen

Auch in Sachen Kosten könne die SGS die Ratsvorlage widerlegen. Es gebe ganz andere Zahlen und Erfahrungswerte von Orten, die sich für eine Traglufthalle entschieden hätten. „Wir haben den Ratsfraktionen angeboten, unsere Vorschläge vorzustellen. „Bisher hat uns nur die CDU angehört, und die Piraten haben sich zurückgemeldet“, erklärt Schnermann.

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Markus Schnermann Foto: pd

Eine Traglufthalle in der Coburg habe laut Schnermann eine ähnliche Energiebilanz wie das Ostbad. Kein Hallenbad könne übrigens klimaneutral betrieben werden, fügt der Vereins-Chef hinzu. Doch es gebe aus Sicht des Vereins Möglichkeiten dem Klimaschutz noch mehr Rechnung zu tragen. „Auf der Dreifachturnhalle direkt nebenan könnte eine Photovoltaikanlage den nötigen Strom für die Halle produzieren“, schlägt Schnermann vor. Außerdem gebe es heute sehr moderne Traglufthallen, bei denen sich die Energiebilanz durchaus sehen lassen könne.

Nicht so aufwendig wie vermutet

In Sachen Kosten kommen die Coburg-Fans ebenfalls zu anderen Ergebnissen als das Gutachten für die Ratsvorlage – sowohl bei der Anschaffung der Halle als auch beim Bau der Umkleidemöglichkeiten. Auch der Auf- und Abbau sei nicht so aufwendig wie vermutet. „In Gladbeck beispielsweise dauert das nur zwei Wochen.“

„Wenn wir Schwimmen als Leistungssport in Münster halten wollen, brauchen wir die überdachte 50-Meter-Bahn für das Training“, betont Schnermann. Zudem sei das eine Halle, die auch von Triathleten und Schulen genutzt werden könne. Münster sei derzeit noch Landesleistungsstützpunkt. Ob das so bleibt, sei bei den derzeitigen Trainingsmöglichkeiten durchaus fraglich. „Daran hängen viele Fördergelder“, erklärt Schnermann.

Bedingungen für talentierte Schwimmer schaffen

Es gebe viele talentierte Schwimmer in der Stadt, die es verdient hätten, dass ihnen auch gute Bedingungen für den Leistungssport geboten werden. „Dass wir alle mit dem Pkw in umliegende Städte zum Training fahren, ist sicher auch in Sachen Klimaschutz nicht gewollt.“ Schnermann hofft, dass die Vereine und die Freibad-Coburg-Fans angehört werden. „Schwimmförderung ist ein Leuchtturmprojekt, das unbedingt erhalten werden und unterstützt muss.“

Südbad-Neubau

Fortschritte in Sachen Schwimmbad gibt es am anderen Ende der Stadt: Der Neubau des vor elf Jahren abgerissenen Südbades ist schon lange beschlossene Sache. Im Frühjahr soll jetzt der Bauantrag eingereicht werden. Bis man dort schwimmen kann, wird es allerdings noch dauern .

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