Verfolgungsjagd hat juristisches Nachspiel
Ermittlungen gegen 24-Jährigen wegen versuchter Tötung

Ahlen -

Bei Tempo 130 soll ein 24-jähriger Ahlener einen Motorradpolizisten beinahe von der Straße gedrängt haben. Nach einer Verfolgungsjagd wurde der Mann festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter Tötung.

Freitag, 06.12.2019, 11:06 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 11:34 Uhr
Einen Motorradpolizisten hat ein 24-jähriger Ahlener bei einer Verfolgungsjagd am Donnerstag bei Tempo 130 beinahe von der Straße gedrängt. Die Beamten spürten den Mann per Hubschrauber auf.
Einen Motorradpolizisten hat ein 24-jähriger Ahlener bei einer Verfolgungsjagd am Donnerstag bei Tempo 130 beinahe von der Straße gedrängt. Die Beamten spürten den Mann per Hubschrauber auf. Foto: Max Lametz

Die Verfolgungsfahrt mit mehreren Streifenwagen der Polizei, die ein 24-jähriger Ahlener am Donnerstagnachmittag verursachte ( wir berichteten) , hat offenbar weitreichende Konsequenzen: Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt jetzt wegen eines versuchten Tötungsdelikts, wie am Freitagvormittag mitgeteilt wurde.

Die Verfolgungsjagd begann gegen 15.33 Uhr auf der Heessener Straße in Hamm und endete gegen 15.47 Uhr in der Straße Im Elsken in Ahlen. Ein Motorradpolizist beabsichtige, den Beschuldigten aufgrund eines Handyverstoßes auf der Heessener Straße anzuhalten. Der Beamte gab ihm Anhaltezeichen, die der Beschuldigte jedoch missachtete. Stattdessen erhöhte er seine Geschwindigkeit und ergriff die Flucht. Hierbei fuhr der Beschuldigte mit überhöhter Geschwindigkeit unter Missachtung diverser Verkehrsregeln weiter in Richtung Ahlen.

Mit Hilfe eines Polizeihubschraubers gestellt

„Im Rahmen der Verfolgungsfahrt versuchte der Beschuldigte, den 45-jährigen Motorradpolizisten bei einer Geschwindigkeit von etwa 130 Stundenkilometern von der Straße zu drängen“, so ein Sprecher der Polizei Hamm. „Nur durch eine Vollbremsung und reaktionsschnelles Ausweichen des Polizeibeamten konnte ein Zusammenstoß verhindert werden.“

In einer Sackgasse in Ahlen habe der Beschuldigte seinen Pkw schließlich gestoppt und sei zu Fuß weiter geflüchtet. Mit Hilfe eines inzwischen eingesetzten Polizeihubschraubers konnte er kurze Zeit später in Höhe der Don-Bosco-Schule gestellt und festgenommen werden. Ermittlungen ergaben, dass der Beschuldigte nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist.

Dieser Polizeihubschrauber kreiste Mittwochnachmittag über dem Ahlener Norden.

Dieser Polizeihubschrauber kreiste Mittwochnachmittag über dem Ahlener Norden. Foto: Max Lametz

Spekulationen in sozialen Netzwerken

Der Fall hatte am Donnerstagnachmittag in Sozialen Medien für allerlei Spekulationen, aber auch Fehlinformationen geführt. So meinte eine Ahlenerin zu wissen, dass es sich bei dem Einsatz an der Grundschule um einen Amoklauf gehandelt habe und sie „mindestens 40 weinende Kinder“ gesehen habe. Ein anderer Kommentator nahm den 24-Jährigen in Schutz und verwies auf ein vermeintliches „Recht auf Flucht“, das im Grundgesetz verankert sei.

Rückfragen unserer Redaktion bei der Polizei-Leitstelle ergaben jedoch, dass keine dieser Angaben der Wahrheit entsprach. Die Beamten warnten davor, unbestätigten Meldungen von Privatpersonen im Netz zu vertrauen. Oft würden Einsätze schnell aufgebauscht, wie in diesem Fall.

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