Kreis sieht Straftatverdacht nicht bestätigt
Schweinezuchtbetrieb wird weiter kontrolliert

Drensteinfurt -

Wegen „katastrophaler Zustände“ hatte der Verein „Deutsches Tierschutzbüro“ Anzeige gegen einen Schweinezuchtbetrieb in Drensteinfurt erstattet. Der Kreis Warendorf informiert in einer Pressemitteilung über den Stand der Dinge. Gleichzeitig hat der Tierschutzverein eine Protestaktion angekündigt.

Mittwoch, 11.12.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 11.12.2019, 16:51 Uhr
Die Zustände in einem Rinkeroder Schweinezuchtbetrieb prangert der Verein „Deutsches Tierschutzbüro“ an. Das Kreisveterinäramt kontrolliert dort seitdem regelmäßig.
Die Zustände in einem Rinkeroder Schweinezuchtbetrieb prangert der Verein „Deutsches Tierschutzbüro“ an. Das Kreisveterinäramt kontrolliert dort seitdem regelmäßig. Foto: Dietmar Jeschke

Nachdem Kontrolleure des Veterinäramtes in der vergangenen Woche einen Schweinezuchtbetrieb in Drensteinfurt unangemeldet kontrolliert hatten, informiert der Kreis Warendorf nun über den aktuellen Stand der Dinge. „Die Anzeige ging am 2. Dezember bei uns ein. Seitdem waren unsere Tierärzte mehrfach im Betrieb und haben die Umsetzung der angeordneten Maßnahmen kontrolliert“, erläutert Dr. Andreas Witte , Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes.

Der Verdacht einer Straftat, der sich bei der ersten Kontrolle ergeben hatte, habe sich nicht bestätigt. Auch ein zu hoher Medikamenteneinsatz konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Einige der vom Veterinäramt angeordneten Maßnahmen, wie etwa eine bessere Klauenpflege, seien bereits umgesetzt worden. „Kleinere bauliche Änderungen hat der Betreiber in Auftrag gegeben. Diese werden kurzfristig ausgeführt“, so Witte weiter. Bis zur vollständigen Umsetzung der angeordneten Maßnahmen werde der Betrieb weiterhin regelmäßig kontrolliert.

Davon unabhängig prüfe die Staatsanwaltschaft , ob sich bei der Auswertung des Videomaterials – das dem Kreis noch immer nicht vorliege – Hinweise auf Straftaten ergeben, heißt es in der Mitteilung abschließend.

2000 Stunden Videomaterial

Der Verein „Deutsches Tierschutzbüro“ widerspricht in einer am Mittwochnachmittag veröffentlichten Mitteilung der Darstellung des Kreises. So hätten die Recherchen zweier „Youtuber“ ergeben, dass die Zustände in dem Betrieb „katastrophal“ seien. „Blutende, verletzte, sterbende und unzählige tote Tiere“ seien vorgefunden worden, heißt es in der Pressemitteilung. Insgesamt seien 2000 Stunden Videomaterial gesammelt worden, das unter anderem zeige, wie tote Tiere achtlos im Gang gelegen hätten und „Mitarbeiter, ohne sich zu desinfizieren, in den Betrieb rein- und rausgelaufen“ seien. Außerdem dokumentierten vorgefundene Listen den „massenhaften Einsatz von Antibiotika“. Das Filmmaterial sei sowohl der Staatsanwaltschaft Münster als auch dem Kreisveterinäramt übergeben worden.

Zum Thema

RTL wird am Mittwoch (11. Dezember) ab 22.15 Uhr in der Sendung „Stern TV“ erstmals über den Fall berichten. Das „Deutsche Tierschutzbüro“ will darüber hinaus am Donnerstag (12. Dezember) in der Rinkeroder Bauerschaft protestieren.

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