Extremes Paketaufkommen bei der Post
„Geschenke kommen pünktlich“

Greven -

Heulende Kinder unterm Weihnachtsbaum, die Eltern streiten sich und machen sich Vorwürfe – ein Weihnachtsfest, wie es schlimmer nicht sein könnte. Das wird sich so mancher vorgestellt haben, als er am Montag Radio hörte. Denn dort wurde vermeldet, dass die Post im Münsterland nicht alle Pakete pünktlich zu Weihnachten zustellen könne. Aber: Keine Panik, die Meldung ist falsch. „Das habe ich so nicht gesagt“, relativiert Rainer Ernzer, Pressesprecher der Deutschen Post auf Anfrage unserer Zeitung.

Dienstag, 17.12.2019, 06:48 Uhr aktualisiert: 17.12.2019, 08:19 Uhr
Paketzusteller müssen in der Vorweihnachtszeit alles geben. Das Paketaufkommen verdoppelt sich und nimmt jedes Jahr um sieben bis acht Prozent zu.
Paketzusteller müssen in der Vorweihnachtszeit alles geben. Das Paketaufkommen verdoppelt sich und nimmt jedes Jahr um sieben bis acht Prozent zu. Foto: dpa

Klar sei: Die Post habe vor Weihnachten „richtig knackig“ zu tun. Was nicht weiter überraschend ist. Gemeint ist aber nicht das übliche Mehraufkommen zu Weihnachten. „Wir bekommen von einem Großlieferanten deutlich mehr Pakete als vereinbart, das ist schon eine richtige Herausforderung“, sagt Ernzer , will aber nicht bestätigen, dass dieser Großlieferant Amazon ist.

Grundsätzlich gebe es im Vorfeld der Weihnachtstage Vereinbarungen bezüglich der Mengen, damit alle Beteiligten besser planen können. „Doch diese Mengenangabe wird in diesem Jahr teilweise um zweistellige Prozentpunkte überschritten“, so der Postsprecher. Das sei von Paketzentrum zu Paketzentrum unterschiedlich. Trotz allem: „Im Moment gehen wir davon aus, dass alle Geschenke pünktlich unter dem Weihnachtsbaum liegen werden.“

Fristen für Weihnachtspakete

DHL: 20. Dezember, 18 Uhr (Express-Service: 23. Dezember)

DPD: 20. Dezember, 12 Uhr (Express-Service: 23. Dezember, 12 Uhr)

Hermes: 20. Dezember, 12 Uhr 

GLS: 20. Dezember

UPS: keine konkrete Frist, ein bis zwei Werktage vorher (Express-Service: 23. Dezember)

Alle Angaben für innerdeutsche Pakete. Nähere Infos in diesem Artikel .

...

Elf Millionen Pakete - täglich

Natürlich bedürfe das einer großen Anstrengung, das hinzubekommen. „Im Normalfall fallen fünf Millionen Pakete täglich an, vor den Feiertagen sind es elf Millionen. Wenn dann noch eine satte Menge hinzu kommt wird es schwierig.“ Aber: Die Post habe mit der Einstellung von mehr Personal reagiert. „Und natürlich müssen die Zusteller sehr hart arbeiten.“ Sprich: Die Paketzusteller verzichten auf freie Tag und müssen auch Mehrarbeiten leisten.

Ernzer nennt ein Beispiel: „Die Zusteller, die Pakete und Briefe austragen, haben normalerweise 80 Pakete und müssen vor Weihnachten bis zu 140 Pakete zustellen.“ Das sei eine Frage der Zeit und natürlich des Platzes in den Fahrzeugen. „Für unsere Mitarbeiter ist es aber eine Ehrensache, dass wir das hinbekommen.“ Versprechen könne er dies allerdings nicht. „Aber ich bin optimistisch.“

Da ist kein Ende in Sicht, das geht wohl vorerst so weiter.

Rainer Ernzer, Pressesprecher der Deutschen Post

Grundsätzlich nehme die Zahl der Pakte ständig zu. „Wir verzeichnen jedes Jahr zwischen sieben und acht Prozent mehr Aufkommen.“ Und: „Da ist kein Ende in Sicht, das geht wohl vorerst so weiter.“

Schwierige Personalsuche

Das bedeute natürlich eine große Herausforderung für die DHL . „Es ist nicht einfach, mehr Personal zu bekommen. Die Leute sitzen nicht irgendwo und warten auf uns.“

Andere Paketdienste haben da Lösungen gefunden, die eher zweifelhafter Natur sind. Auch in Greven werden von einem Unternehmen Pakete von bulgarischen Staatsbürgern zugestellt, die nicht eine Silbe deutsch sprechen. Mehrfach bestätigt: Sie verständigen sich mit dem Smartphone und betteln beim Kunden mit einem dort aufgeführten Satz um etwas Geld für einen Kaffee . . .

Die Reise eines Paketes

1/13
  • Wir wollen wissen, wie die Reise eines Pakets durchs Münsterland aussieht. Darum geben wir ein Paket an der Packstation auf. Ziel: eine Schule für Kinder mit besonders hohem Förderbedarf in Gronau.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zuerst wird das Paket eingescannt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Anschließend erscheint die Briefmarke.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ...Briefmarke drauf...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ...und ab geht die Post.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Katharina Moor legt alle Pakete einzeln aufs Fließband. Wenn die Sendungen ihre Hände verlassen haben, geht der Rest automatisch. Erst am Lastwagen werden sie wieder in die Hände genommen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Immer in Eile: Damian Wolters zieht einen Rollwagen nach dem anderen vom Lkw, damit die Pakete auf das Fließband im Paketzentrum verteilt werden können.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mit sieben Kilometern in der Stunde rasen die Pakete durchs Paketzentrum. Das Fließband ist über zwei Kilometer lang. 28.000 Pakete in der Stunde können so in Greven-Reckenfeld sortiert werden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ein Mitarbeiter im Paketzentrum packt das Paket von einer Rutsche in einen Lastwagen, der sich damit gleich auf den Weg nach Gronau machen wird.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • In der Nacht sind die Pakete per Lastwagen in Gronau angekommen. Nun muss Guido Pöpping seine Fracht mit einem Rollwagen zu seinem Auto schieben.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zusteller Guido Pöpping packt die Pakete für seine Tour in den Transporter.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Und jetzt geht es auf die letzte Etappe: Pöpping fährt von der Post los zu seiner Tour durch Gronau.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Guido Pöpping freut sich über die fröhlichen Gesichter in den Klasse U 4 der Johannesschule in Gronau. Dort ist für das Paket die Endstation.

    Foto: Jürgen Peperhowe
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7138193?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F87%2F3862662%2F
Nachrichten-Ticker