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Hospizbewegung beklagt unerlaubte Logo-Nutzung durch Deutsche Glasfaser

Nottuln -

Die Hospizbewegung Nottuln ist verärgert über die Deutsche Glasfaser. Das Unternehmen wirbt mit einer Spendenaktion für die Hospizbewegung, ohne vorher mit den Ehrenamtlichen gesprochen zu haben.

Montag, 20.01.2020, 20:05 Uhr aktualisiert: 21.01.2020, 07:17 Uhr
Glasfaserkabel in Leerrohren. Das Bündelungsverfahren der Deutschen Glasfaser in Nottuln ist mit einer Panne gestartet. Die Hospizbewegung beklagt die unerlaubte Nutzung ihres Logos für die Bündelungskampagne.
Glasfaserkabel in Leerrohren. Das Bündelungsverfahren der Deutschen Glasfaser in Nottuln ist mit einer Panne gestartet. Die Hospizbewegung beklagt die unerlaubte Nutzung ihres Logos für die Bündelungskampagne. Foto: Oliver Werner

Normalerweise freuen sich die Mitglieder der Nottulner Hospizgruppe über jede Spende, die ihrer Arbeit zugedacht ist. In diesem Fall aber sind die Ehrenamtlichen sauer. Die Deutsche Glasfaser mit Sitz in Borken, die die Gemeinde Nottuln mit schnellem Internet versorgen will und dafür zurzeit Kunden für den Anschluss wirbt, hat auf ihrem Flyer, der an die Haushalte gegangen ist, folgenden Passus eingebaut: „Bei Antragstellung bis zum 14.02.2020 erhält die Hospizbewegung Nottuln eine Spende im Wert von 20 Euro pro abgeschlossenen Vertrag.“ Darunter das offizielle Logo der Hospizbewegung.

Das Kritische: Die Hospizbewegung ist nicht über die Spendenaktion informiert worden – und hat das Logo auch nicht zur Veröffentlichung freigegeben.

Nicht gewünschte Verquickung von Geschäftsinteressen

Eine klare Verletzung des Urheberrechtes, sagt Rechtsanwalt Gerd-Uwe Thies , der die Hospizbewegung in dieser Frage vertritt. „Das Logo der Hospizbewegung, das diese sich eigens hat anfertigen lassen, einfach ohne Rücksprache zu verwenden, das ist urheberrechtlich gesehen ein ‚ziemlicher Hammer‘.“ Und auch die Tatsache, eine Spendenaktion ohne Rücksprache mit dem zu initiieren, der das Geld erhalten soll, und diese Spendenaktion zu Wettbewerbszwecken einzusetzen, sei unrechtmäßig. „Es wird der Eindruck erweckt, der Verein, der allgemein einen positiven Ruf in Nottuln genießt, steht hinter dem Vorhaben des Unternehmens“, erklärt Thies.

Spätestens mit dem abgedruckten Logo der Hospizgruppe entstehe der Eindruck, als sei die Zusammenarbeit mit der Deutschen Glasfaser abgesprochen, sagt Koordinatorin Kirsten Schneider: „Das war aber nicht der Fall. Wir waren völlig überrascht, als wir unser Logo in der Werbung des Unternehmens gefunden haben.“

„Wenn das Unternehmen uns gefragt hätte, ob wir in dieser Form mitmachen, hätten wir das abgelehnt“, sagt 2. Vorsitzende Renate Möllers. Das sei eine Verquickung von Geschäftsinteressen mit der ehrenamtlichen Arbeit der Hospizgruppe, die man so nicht wünsche.

Kommunikationspanne 

Auf Nachfrage unserer Zeitung mit den Vorwürfen konfrontiert, räumte die Deutsche Glasfaser eine Kommunikationspanne mit der Hospizbewegung ein. „Das tut uns schrecklich leid“, erklärte René Fuchs , Projektleiter für die Nachfragebündelung in der Gemeinde Nottuln.

Die Deutsche Glasfaser unterstütze bei Nachfragebündelungsverfahren oft gemeinnützige Organisationen. Häufig arbeite man dabei mit der Aktion „Ein Herz für Kinder“ zusammen, aber genauso gerne unterstütze man auch örtliche Gruppen. „Das ist normalerweise eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, sagte Fuchs.

Weil das Nachfragebündelungsverfahren für Nottuln relativ kurzfristig in Angriff genommen worden sei und auch die Entscheidung, die Hospizbewegung zu unterstützen, kurzfristig getroffen worden sei, habe ein gewisser Zeitdruck bestanden, die Informationsmaterialien an die Haushalte zu senden. „Dabei haben wir dummerweise versäumt, rechtzeitig mit der Hospizbewegung zu kommunizieren“, räumte Fuchs ein. Die Verwendung des Logos der Hospizbewegung ohne Absprache sei „ein grober Fehler“ gewesen, der nicht hätte passieren dürfen. „Es tut uns wirklich schrecklich leid.“

Projektleiter René Fuchs kündigte umgehende Gespräche mit den Verantwortlichen der Nottulner Hospizbewegung an, um die Angelegenheit schnellstmöglich und einvernehmlich zu klären.

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