Entlaufene Hündin: Appell von Verwaltung und Hundehilfe
Bitte nicht füttern!

Saerbeck -

Die entlaufene Hündin, die seit Mitte Dezember durch Saerbeck streunt, hält die Gemeinde weiterhin in Atem. Helfer der Hundehilfe Nino (Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen) haben mittlerweile einen großen Fangzwinger aufgestellt und schieben Nachtwachen. In der Gemeindeverwaltung beantwortet Ordnungsamtsleiterin Ines Heilemann immer wieder Fragen von besorgten Bürgern, die sich per Telefon melden.

Samstag, 25.01.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 25.01.2020, 17:47 Uhr
Stefan Book und Silvia Brewe von der Hundehilfe Nino befestigen an Bäumen und Laternen Aushänge mit einem Foto der entlaufenen Hündin sowie Kontaktdaten. Die ehrenamtlichen Helfer mussten im Rahmen der Suchtaktion schon einige Nachtschichten einlegen.
Stefan Book und Silvia Brewe von der Hundehilfe Nino befestigen an Bäumen und Laternen Aushänge mit einem Foto der entlaufenen Hündin sowie Kontaktdaten. Die ehrenamtlichen Helfer mussten im Rahmen der Suchtaktion schon einige Nachtschichten einlegen. Foto: Katja Niemeyer

Aber genau diese Anteilnahme ist mittlerweile zu einem Problem geworden. Denn einige Bürger füttern das Tier – und durchkreuzen damit die Arbeit der Hundehilfe. „Das ist sicherlich gut gemeint, in diesem Fall aber leider kontraproduktiv“, sagt Heilemann . Bislang verhallten ihre Appelle und die der professionellen Hundeschützer aber offenbar.

Durch das Füttern wird der Plan der Ibbenbürener Hundehilfe quasi unterlaufen. Deren ehrenamtliche Helfer stellen an einigen Standorten in der Gemeinde selbst Futter auf, um die Vierbeinerin, die als friedlich gilt, auf einen bestimmten Weg zu locken, der unter anderem an einem Fangzwinger vorbeiführt. So erläutert es die Vereinsvorsitzende Silvia Brewe . „Findet die Hündin anderswo Nahrung, verändert sie ihre Laufwege, womit unser Plan außer Kontrolle gerät.“

Findet die Hündin anderswo Nahrung, verändert sie ihre Laufwege, womit unser Plan außer Kontrolle gerät.

Silvia Brewe

Brewe und ihre Kollegen halten seit Dienstag Nachtwachen – zur Sicherheit und weil ungewollt andere Hunde in die Falle geraten könnten. In jedem Fall wollen sie rasch an Ort und Stelle sein. Tritt ein Tier durch die am Zwingereingang installierte Lichtschranke, fällt die Tür zu. Gleichzeitig wird automatisch eine Nachricht an das Handy von Silvia Brewe versendet und eine Videokamera im Innern des mannshohen Zwingers schaltet sich ein. Brewe, die, wie sie berichtet, zurzeit mehrmals am Tag Anrufe von besorgten Bürgern erhält, stellt klar, dass dem Tier kein Leid geschieht und niemand die Absicht hat es zu erschießen: „Wir versuchen lediglich, es mit Futter anzulocken und einzufangen.“ Nur wenn das nicht gelingen sollte, würde ein Narkosegewehr zum Einsatz kommen.

So weit ist es aber noch nicht. Zunächst hoffen sie und Ordnungsamtsleiterin Heilemann, dass die herkömmliche Methode zum Erfolg führt. Von einer Freigabe zum Abschuss, wie es vor einiger Zeit in dem sozialen Netzwerk Facebook hieß, sei jedenfalls nicht die Rede, stellt Heilemann unmissverständlich klar.

Die Hündin, die einst irgendwo in Portugal durch die Straßen streunte, und durch eine internationale Tierschutzorganisation nach Deutschland gelangte, ist offenbar äußerst scheu. „Wenn man sich ihr nähert, hält sie immer einen Sicherheitsabstand von mindestens ein paar Metern“, erläutert Brewe. Um sie beispielsweise mit einer speziellen Stange einzufangen, sei sie viel zu schnell. Anstalten, die Gemeinde Saerbeck zu verlassen, mache sie nicht. „Straßenhunde wie sie sind in der Regel ortstreu“, ergänzt die Vereinsvorsitzende.

Die Hündin kommt in erfahrene Hände und wird es sehr gut haben.

Silvia Brewe

Wie für alle anderen Hunde, die bei der Verwaltung gemeldet sind, hat Heilemann auch für dieses Tier eine Akte angelegt. Darin befinden sich unter anderem ein Impfausweis sowie Herkunftsnachweise. Die Hündin war bereits Anfang November vergangenen Jahres ausgebüxt, konnte damals aber mit einer Falle eingefangen und den Eigentümern übergeben werden.

Brewe räumt ein, dass die Saerbecker Aktion zu einer der schwierigsten in der Geschichte der Hundehilfe werden könnte. An Aufgeben denkt sie deshalb aber keinesfalls. Und sie verspricht: „Die Hündin kommt in erfahrene Hände und wird es sehr gut haben.“

Zunächst einmal müssen die Helfer das schlaue Tier hierfür aber zu fassen bekommen.

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