Jugendwettbewerb des Köcheclubs Münsterland
Anspruchsvoll kochen mit Zeitvorgabe

Münster -

Seit 1982 wird der Jugendwettbewerb des Köcheclubs Münsterland ausgetragen, erstmals im Restaurant Ackermann in Roxel. Acht Auszubildende haben sich qualifiziert. Ihre Aufgabe: ein Vier-Gänge-Menü zu kochen – nach strenger Zeitvorgabe.

Dienstag, 28.01.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 28.01.2020, 08:34 Uhr
In der Küche des Restaurants Ackermann in Roxel haben die qualifizierten acht Jungköche die Vorbereitungen für das Prüfungsmenü getroffen. Mitglieder der Jury beobachteten sie bei ihrer Arbeit.
In der Küche des Restaurants Ackermann in Roxel haben die qualifizierten acht Jungköche die Vorbereitungen für das Prüfungsmenü getroffen. Mitglieder der Jury beobachteten sie bei ihrer Arbeit. Foto: Oliver Werner

Pascal Brinckwirth und Sebastian Lenfert sind ein bisschen nervös. Sie sollen ein Menü kochen, dessen vier Gänge sie schon seit gut vier Wochen kennen. Das Ergebnis muss nicht nur den Gästen schmecken, sondern auch die Jury überzeugen. Die beiden und sechs weitere Auszubildende haben sich für die Endrunde im Jugendwettbewerb des Köcheclubs Münsterland qualifiziert, die im Restaurant Ackermann in Roxel ausgetragen wird.

„Wir hatten gut 60 Minuten Zeit, um aus einem vorgegebenen Warenkorb die Vorgaben für das Menü umzusetzen“, erläutert Pascal Brinckwirth. Dabei hätten auch Rezeptbücher und andere Hilfsmittel benutzt werden können“, ergänzt Sebastian Lenfert.

„Ich habe das Menü einmal komplett durchgekocht, um zu wissen, wie viel Zeit für was benötigt wird“, erzählt Pascal Brinckwirth von seinen Vorbereitungen. Sebastian Lenfert hat die vier Gänge einzeln ausprobiert. „Das Tolle an diesem Wettbewerb ist, dass es eine gute Vorbereitung auf die Gesellenprüfung im Juni ist – Kochen unter Zeitdruck.“

Vielfalt präsentieren

Rund 90 Gäste werden an den acht runden Tischen sitzen. Die sind übrigens von Restaurant- und Hotelfachkräften dekoriert worden. Jeder Koch ist für einen Tisch verantwortlich, der zudem einen Showteller präsentieren muss.

„Die Aufgabe ist anspruchsvoll, aber dem gehobenen Niveau angemessen“ sagt Sternekoch Laurin Kux, Küchenchef bei Ackermann. Die Optik des Menüs, die Arbeitsweise und die Sau­berkeit spielten für die Jury bei der Bewertung eine große Rolle.

„50 Prozent der Arbeit sind für die Teilnehmer Spaß“, befindet Andre Dierker. Der Pressesprecher des Köche­clubs hebt hervor, die rund 300 Mitglieder verfolgten mit dem Wettbewerb die Idee, die Vielfalt zu unterstreichen.

Echtes Teamwork

„Der Beruf ist in all seinen Facetten so vielfältig, dass die Ausbildung gar nicht mehr alle Aspekte abdecken kann.“ Deshalb gebe es zwölf Seminare zu besonderen Themen wie etwa Schalen- und Krustentiere oder die gehobene Küche, um Lücken nach Bedarf schließen zu können. „Ein weiteres Standbein ist dieser Wettbewerb.“ Das Konzept sei so angelegt, dass in vielen Teilen Prüfungsrealität vermittelt werde.

Für die tägliche Arbeit indes müsse betont werden, dass Kochen ein echtes Teamwork sei. „Bei einem solchen Menü wird in Brigaden gearbeitet, die jeweils für einen Teil verantwortlich sind – natürlich unter der Regie des Chefkochs.“

Wichtige Erfahrungen

Jury-Vorsitzender Jörg Brune aus Bocholt übernimmt plötzlich in der großen Küche das Wort. Er verkündet eine Pause, nicht jedoch ohne vorher noch an das genaue Zeitfenster für den weiteren Ablauf zu erinnern. „Das ist wichtig und gibt Orientierung“, ergänzt Andre Dieker.

Sebastian Lenfert und Pascal Brinckwirth blicken mehrfach auf die Uhr. Der erste Gang muss pünktlich auf den Weg gebracht werden. Da steigt die Anspannung, auch im Kopf. „Und der Ton in der Küche wird rauer.“ Das gehöre zum Alltag eines Kochs dazu, wenn es in die heiße Phase gehe. Der Gast ist schließlich König.

Letztendlich seien es wichtige Erfahrungen für die Prüfungen. „Und am Ende kann jeder nur gewinnen.“

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