Drinnen und draußen wird es voll
AfD und Gegendemonstranten bereiten sich auf Neujahrsempfang am Freitag vor

Münster -

Zum dritten Mal veranstaltet Münsters AfD einen Neujahrsempfang im Rathausfestsaal. Wieder haben zahlreiche Parteien und Organisationen ihren Protest angekündigt.

Mittwoch, 05.02.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 16:49 Uhr
Drinnen und draußen wird es voll: AfD und Gegendemonstranten bereiten sich auf Neujahrsempfang am Freitag vor
Demo im Jahr 2019 gegen den Neujahrsempfang der AfD im münsterischen Rathaus. Foto: Oliver Werner (Archiv-Foto)

Der Neujahrsempfang der AfD am Freitag (7. Februar) um 19 Uhr in Münster ist ausgebucht. Das teilte der münsterische AfD-Kreisvorsitzende Martin Schiller auf Anfrage unserer Zeitung mit. Alle 250 Plätze im Rathausfestsaal seien vergeben. Zu den angekündigten Protesten sagte Schiller: „Die selbe Prozedur jedes Jahr.“ In der AfD sei bekannt, dass Münster ein „schwieriges Pflaster“ sei. Dieser Umstand erleichtere indes die Suche nach prominenten Parteivertretern zum Neujahrsempfang. „Alle wissen, dass wir in Münster noch viel Arbeit vor uns haben.“

Meuthen kommt

Gäste am Freitagabend sind der Bundesvorsitzende Jörg Meuthen sowie die Landesvorsitzenden von Nordrhein-Westfalen und Sachsen, Rüdiger Lucassen und Jörg Urban.

Demo gegen AfD-Empfang

Unterdessen wird die Liste der Gruppierungen, die gemeinsam mit dem Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ gegen den AfD-Empfang demonstrieren wollen, immer länger. So begrüßt es der CDU-Kreisvorsitzende Hendrik Grau, dass seine Partei „gemeinsam mit SPD, Grünen, FDP und anderen demokratischen sowie kirchlichen Organisationen am Freitag vor dem Rathaus ein deutliches Zeichen gegen Ausgrenzung und Hetze“ setzen wolle.

In einer gemeinsamen Erklärung der fünf Ratsfraktionen (einschließlich Linke) heißt es zur AfD, dass den „Parolen der Intoleranz und Ausgrenzung“ widersprochen werden müsse. „Wir erleben eine wachsende Gereiztheit in den Debatten, die von dieser Partei ausgeht.“

Busumleitungen

Am Freitag, 7. Februar, umfahren die Busse der Linien 1, 2, 4, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 22 und N80 von 12 Uhr (ursprünglich war 15 Uhr vermeldet worden, die Polizei hat die Sperrzeit aber vorgezogen) bis voraussichtlich 23 Uhr Münsters Innenstadt. Die Kaufleute am Prinzipalmarkt weisen darauf hin, dass die Geschäfte weiterhin bis zum späten Nachmittag geöffnet bleiben. Mit ersten Beeinträchtigungen durch die Demonstration rechnen sie ab ungefähr 16.30 Uhr.

Weitere Informationen

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Schillers Attacken gegen „Fridays for Future“

Die wiederholten Attacken des AfD-Ratsherrn Martin Schiller gegen die Initiative „Fridays for Future“, der er in Ratsdebatten „Klimahysterie“ vorgeworfen hat, dürften mit dazu beigetragen haben, dass „Fridays for Future“ jetzt auch offiziell dazu aufgerufen hat, gegen die AfD zu demonstrieren. In einer Pressemitteilung heißt es dazu: „Aus Perspektive der ­Klimabewegung ist die AfD eine kontrafaktisch orientierte Partei, die mit ihrer gefährlichen, zum Teil persönlich angreifenden Rhetorik versucht, die Interessen der Kohlelobby zu fördern.“ Zu den Unterstützern der Demonstration gehören ferner die Initiative Südviertel und die von dem parteilosen Ratsherrn Rüdiger Sagel gegründete „Aktive Liste Münster“.

Hier wird demonstriert:

Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ hat am Freitag ab 17 Uhr drei Kundgebungen angemeldet. Nicht nur auf dem Prinzipalmarkt wird demonstriert, sondern auch auf der Salzstraße und der Klemensstraße. „Wir wollen uns an allen Seiten des Rathauses klar und sichtbar positionieren, auch an den Zugängen auf dessen Rückseite”, heißt es in einer Ankündigung des Bündnisses. 

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