Brand am Albersloher Weg
Prozess gegen ehemaligen Hotelchef kurz nach Auftakt unterbrochen

Münster -

Weil er seine Ex-Frau angezündet haben soll, muss sich der ehemalige Chef des B&B-Hotels am Albersloher Weg vor dem Landgericht verantworten. Die damals 42-Jährige war bei einem Brand in der Wohnung des 36-Jährigen in dem Hotel am 11. August 2019 lebensgefährlich verletzt worden. Doch kurz nach dem Auftakt war der Prozess auch schon unterbrochen.

Freitag, 14.02.2020, 10:25 Uhr aktualisiert: 14.02.2020, 14:10 Uhr
Brand am Albersloher Weg: Prozess gegen ehemaligen Hotelchef kurz nach Auftakt unterbrochen
Beim Brand im B&B Hotel Münster-Hafen in der Nacht zum 11. August mussten zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr ausrücken. Foto: hpe

Update: Am Freitagmorgen hat vor dem Landgericht der Prozess gegen den 36-jährigen ehemaligen Leiter des B&B-Hotels begonnen, der im Sommer seine Ex-Frau angezündet haben soll. Gleich zu Beginn der Verhandlung hat die Verteidigung eine Unterbrechung beantragt.

Die Vorsitzende Richterin hatte ihren ersten Satz kaum beendet, da fiel ihr Verteidigerin Viktoria Kunkel ins Wort: sie wolle gerne direkt eine Unterbrechung der Verhandlung zur Prüfung des Gerichts beantragen. Als Begründung gab sie an, ihre Kanzlei in Frankfurt habe die Mitteilung zur Besetzung des Gerichts nicht fristgerecht - nämlich eine Woche vor Beginn der Hauptverhandlung - erhalten zu haben.So wurde zunächst nur die Anklage der Staatsanwaltschaft verlesen. Die wirft dem 36-Jährigen vor, seine geschiedene Frau in der Nacht zum 11. August in seiner Wohnung in dem Hotel mit Benzin übergossen und  angezündet zu haben. Der Angeklagte habe „versucht, einen Menschen heimtückisch zu töten“, sagte der Staatsanwalt. Außerdem habe der Angeklagte auch den Tod anderer Hotelgäste sowie die Zerstörung des Gebäudes billigend in Kauf genommen. 

Ursprungsmeldung: Dem ehemaligen Hotelchef werden schwere Brandstiftung mit versuchter Todesfolge und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die Ex-Frau des 36-Jährigen erlitt im vergangenen August bei einem Brand in dem Hotel lebensgefährliche Verbrennungen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte seine Frau in seiner Wohnung in dem Hotel mit Benzin übergossen und angezündet hat.

Die Feuerwehr musste demnach die Tür zu der brennenden Wohnung aufbrechen und fand die Frau nahezu leblos darin vor. Sie wurde von einem Notarzt reanimiert und danach in einer Spezialklinik behandelt.

Hotelchef bestritt Vorwürfe

Ermittlungen hatten laut Polizei damals ergeben, dass der Angeklagte direkt vor dem Brand Urlaub mit seiner ehemaligen Ehefrau und dem gemeinsamen Sohn gemacht, und auch den Abend des 10. August mit ihr verbracht hatte. Warum er dann beschlossen habe, sie zu töten, sei unklar, hieß es damals.

Der 36-Jährige bestritt die Vorwürfe. Er sprach Polizeiangaben zufolge von einem Knall und einem anschließenden Stromausfall, dann sei seine Ex-Frau brennend aus dem Schlafzimmer gekommen. Eine entsprechende technische Brandursache konnte von dem Brandsachverständigen allerdings nicht festgestellt werden. Für die Verhandlung sind acht weitere Termine angesetzt.

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