Stadtwerke erwerben 29 Prozent der Stadtteilauto GmbH
Das Ziel ist die Mobilitäts-Flatrate

Münster -

Die Stadtwerke Münster haben 29 Prozent der Anteile an der Stadtteilauto Car-Sharing Münster GmbH erworben. Gemeinsam planen sie eine langfristige strategische Partnerschaft.

Dienstag, 18.02.2020, 07:57 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 07:59 Uhr
Sie stellten am Montag die Zusammenarbeit von Stadtwerken und Stadtteilauto der Öffentlichkeit vor (v.l.): Frederick Koddenberg, Till Ammann und Frank Gäfgen.
Sie stellten am Montag die Zusammenarbeit von Stadtwerken und Stadtteilauto der Öffentlichkeit vor (v.l.): Frederick Koddenberg, Till Ammann und Frank Gäfgen. Foto: kb

Der rein geschäftliche Vorgang hört sich denkbar unspektakulär an. Die Stadtwerke Münster erwerben 29 Prozent der Anteile an der Stadtteilauto Car-Sharing Münster GmbH, einem privaten Unternehmen. Parallel dazu rückt Frederick Koddenberg , Abteilungsleiter im Bereich Verkehrswirtschaft der Stadtwerke, als zweiter Geschäftsführer neben Till Ammann an die Spitze der Stadtteilauto GmbH. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart.

Doch bei einem gemeinsame Pressegespräch am Montag machten beiden Seiten klar, dass es um mehr geht als um Geld und Kompetenzen. Geplant sei eine langfristige strategische Partnerschaft – um eine Art Mobilitätspartnerschaft, die es den Kunden der beiden Unternehmen ermöglichen soll, auf die Anschaffung eines Privatautos zu verzichten.

Car-Sharing und ÖPNV

An der Seite der Stadtwerke soll das Konzept des Stadtteilautos „weiter organisch wachsen“, so Geschäftsführer Ammann. In dem Unternehmen sind nach seinen Angaben zehn Mitarbeiter beschäftigt.

Die Stadtwerke wiederum als Betreiber des münsterischen Busverkehrs versprechen sich von ihrem Einstieg beim Stadtteilauto, dass „wir das Car-Sharing in den ÖPNV integrieren“ können, so der Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Gäfgen.

Aktuell ist es so, dass die Stadtteilauto GmbH, die in Münster seit 30 Jahren aktiv ist, 225 Fahrzeuge an 58 Stationen betreibt und ihre Fahrzeuge rund 6000 Nutzern zur Verfügung stellt. „Jedes Car-Sharing-Auto ersetzt rund 20 private Pkw“, so Ammann.

Flotte verdoppeln

In den kommenden zehn Jahren möchte das Unternehme die Flotte verdoppeln und gemeinsam mit den Stadtwerken Mobilitätskonzepte erarbeiten, die Koddenberg so beschreibt: „Eine Plattform, eine Mobilitätsrechnung.“ Gäfgen verweist in diesem Zusammenhang auf Kommunen, in dem ÖPNV-Betreiber in einer „Flatrate“ sowohl ein Busticket als auch die Nutzung eines Stadtteilautos anbieten – und dies eventuell noch um ein Fahrradverleihsystem ergänzen. Vorerst ändert sich für die Kunden beider Unternehmen nichts.

Bereits jetzt können Stadtwerke-Kunden über die Stadtwerke-Pluskarte auf den Stadtteilauto-Fuhrpark zurückgreifen. Für die Zukunft haben Ammann und Koddenberg wöchentliche Treffen vereinbart, um zum Beispiel Werbung und Marketing aufeinander abzustellen oder auch die Planung neuer Abstellflächen für Car-Sharing-Fahrzeuge voranzutreiben. Gäbe es nicht in Münsters Innenstadt eine so dramatische Flächenknappheit, berichtete Ammann weiter, könnte der Fahrzeugbestand bereits jetzt viel größer sein. Die Nähe der Stadtwerke zur Stadt Münster dürfte auch in dieser Hinsicht für die Stadtteilauto GmbH von Vorteil sein.

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