Fußball: 3. Liga
Preußen Münster verliert geheimen Geheimtest in Bochum

Bochum -

Geheime Geheimsache: Wenn der SC Preußen Münster dieser Tage ein Testspiel bestreitet, dann bleibt man meist unter sich. Auch am Mittwochnachmittag hatte die Leitstelle der Polizei ein Schweigegelübde verhängt. Die 0:1 (0:1)-Niederlage beim VfL Bochum bekam deshalb auch kaum jemand zu sehen. Verpasst haben die Fans nicht viel.

Mittwoch, 26.02.2020, 16:56 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 21:26 Uhr
Maurice Litka durfte nach Erkältungspause im Test gegen Bochum wieder ran.
Der SCP trat gegen den VfL Bochum in einem geheimen Testspiel an. Foto: Marcel Weskamp

Es war eine geheime Kommandosache, dieses Testspiel zwischen dem VfL Bochum und dem SC Preußen Münster . Nur ein handverlesenes Publikum sollte etwas mitbekommen von dem Aufeinandertreffen zwischen dem Zweitligisten und dem Drittliga-Team im Schatten des Ruhrstadions, welches der VfL durch einen Treffer von Robert Zulj (22.) mit 1:0 (1:0) gewann.

War schon interessant, dass außer den Mannschaften sich immerhin sieben Greenkeeper penibel um das Rasenfeld des Leichtathletikstadions kümmerten. Eine Handvoll Journalisten, ein paar Offizielle beider Clubs, darunter Ex-Preuße und VfL-Sturm-Legende Uwe Leifeld, garniert mit wenigen Zaungästen sowie zwei, drei Security-Kräften, lieferten den Resonanzboden für diese Partie.

Auf keinen Fall sollten die Fanlager von der Begegnung etwas erfahren, Liveticker waren verboten – hätte ja noch jemand in den letzten Minuten vorbeischauen können. Alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit, Sicherheitsaspekte gingen komplett vor, selbst bei einem Freundschaftsspiel wie diesem. Wobei: Die Kantine auf dieser Art Bezirkssportanlage hatte dennoch geöffnet, Bratwurst für zwei Euro, Kaffee ein Euro. Diese Preise stimmten immerhin.

Sportlich war auch SCP-Trainer Sascha Hildmann zufrieden. Es konnte gekickt werden, was auf dem heimischen Trainingsplatz praktisch unmöglich ist. „Der Rasenplatz ist desolat“, sagte Hildmann. Nicht gut.

Vor der Pause war es praktisch die zweite Garnitur des SCP, die gegen eine Bochumer B/C-Elf randurfte. „Es war eine andere Grund­ordnung mit dem 3-4-3, wir haben gut verteidigt, aber die Pässe waren oft zu hektisch“, befand Hildmann. Mit Nicolas Remberg und Ousman Touray durften die ersten 45 Minuten zwei eher un­bekannte Gesichter ran. Der VfL hatte spielerische Vorteile, erzielte die verdiente Führung durch Zulj, während der SCP kaum nennenswerte Offensivaktionen hatte.

Nach dem Wechsel änderte sich das Bild, Münster lief mit der Elf auf, die vermutlich auch gegen Rostock erste Wahl sein wird. Ein Kopfball von Jan Löhmanns­röben (46.), die Doppel­chance (53.) für Marco Königs und Fridolin Wagner, die vom Ex-Preußen im VfL-Tor mit Patrick Drewes verhindert wurde, sowie ein Kopfball von Luca Schnellbacher (63.) unterstrichen die Überlegenheit des SCP nun. Der Ausgleich blieb aus. Hildmann meinte: „Da war gleich ein anderer Zug drin, wir hätten schon gerne den Ausgleich erzielt. Uns hat das bisschen Wettkampf-Feeling gutgetan.“

Abfahrt, der Preußen-Bus war auf der A 43 dann wieder deutlich zu erkennen. Die Geheimniskrämerei hatte ein Ende.


Münster, 1. Halbzeit: Schnitzler – Scherder, Kittner, Erdogan – Hoffmann, Brandenburger, Klann, Heidemann – Remberg, Litka, Touray.

2. Halbzeit: Schulze Niehues – Erdogan, Löhmannsröben, Steurer, Rossipal – Cueto, Wagner, Rodrigues Pires, Özcan – Königs, Schnellbacher.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7297511?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F87%2F3862662%2F
Nachrichten-Ticker