Brandserie in Rheine
Jungem Mann werden 30 Brände zur Last gelegt

Münster/Rheine -

Die Staatsanwaltschaft Münster hat Anklage erhoben gegen einen 22-jährigen Mann, der seit 2017 eine Vielzahl von Bränden in Rheine gelegt haben soll. Bei einem Feuer geriet dabei sogar ein Wohnhaus in Flammen.

Dienstag, 21.04.2020, 11:20 Uhr aktualisiert: 21.04.2020, 11:22 Uhr
Brandserie in Rheine: Jungem Mann werden 30 Brände zur Last gelegt
Das Motiv des mutmaßlichen Brandstifters liegt laut Ermittlern "im persönlichen Umfeld" des Angeklagten. Foto: dpa (Symbolbild)

Wie die Staatsanwaltschaft Münster mitteilt, hat sie gegen einen 22-jährigen Angeschuldigten Anklage beim Jugendschöffengericht Rheine erhoben. Der junge Mann soll laut den Ermittlungen zwischen dem 24. Juli 2017 und dem 27. Dezember 2019 - zum Teil als Heranwachsender - eine Vielzahl von Bränden in Rheine gelegt haben. Zumeist mit Grillanzündern oder Brennpaste, vereinzelt auch mit Benzin, soll er unterschiedliche Objekte - insbesondere Fahrzeuge sowie Carports, Holzunterstände oder Kleidercontainern - in Brand gesetzt haben. Bei den vorgeworfenen Bränden entstand laut Staatsanwaltschaft ein Sachschaden von insgesamt etwa 750.000 Euro.

Lange Liste angeklagter Taten

Insgesamt wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeschuldigten 30 einzelne Taten vor, die wegen der konkreten Art der Begehung und der Folgen rechtlich zum Teil unterschiedlich beurteilt werden: 

Von den angeklagten Taten bewertet die Staatsanwaltschaft 17 Ereignisse als vorsätzliche Brandstiftung (davon eine als Versuch), wobei der Angeschuldigte in einem dieser Fälle tateinheitlich eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz (bei einem Brandereignis am 27. März 2019 verendeten in einem Stall mehrere Hühner und Tauben) und in einem anderen Fall eine schwere Brandstiftung begangen haben soll. Bei dieser schweren Brandstiftung am 3. Mai 2019 soll durch eine dem Angeschuldigten vorgeworfene Brandlegung eines Pkw auch ein Carport in Brand geraten sein, wobei das Feuer den Dachstuhl des angrenzenden Wohnhauses erfasste.

Die weiteren 13 vorgeworfenen Taten stellen sich als Sachbeschädigung (eine als Versuch) dar, wobei der Angeschuldigte bei einem dieser Geschehnisse auch versucht haben soll, ein Wohnhaus in Brand zu setzen (Ereignis am 10. Dezember 2018). Hierzu kam es aufgrund des Einsatzes der Feuerwehr nicht. Personen kamen glücklicherweise niemals zu Schaden.

Brandstiftung als „Sucht“

Der Angeschuldigte hat laut Staatsanwaltschaft „die ganz überwiegende Anzahl der angeklagten Taten” eingeräumt. Nach eigenen Angaben habe er auch private Probleme gehabt und mit der Zeit habe es sich zu einer – wie er es formuliert – „Sucht“ entwickelt, die er auch als „bedrückend“ empfunden habe. Bei vier Bränden war er als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr selbst an den Löscheinsätzen beteiligt. 

Zur Festnahme kam es, als bei dem Brand eines Vereinsheims am 27. Dezember 2019 ein Zeuge ein verdächtiges Auto beobachtete. Bei einer Polizeikontrolle wurden in dem Wagen Gegenstände gefunden, mit denen sich Brände legen lassen.

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