Zwölf Kolonnen zur Bekämpfung
Eichenprozessionsspinner: Münsteraner können Nester melden

Münster -

Der Eichenprozessionsspinner ist wieder auf dem Vormarsch. Die Stadt hat ihren vorbeugenden Einsatz gegen die Raupen beendet, jetzt stehen Kolonnen zum Absaugen von Nestern bereit. Münsteraner können online melden, wo sie Nester entdecken.

Dienstag, 02.06.2020, 12:30 Uhr aktualisiert: 02.06.2020, 12:48 Uhr
Zwölf Kolonnen zur Bekämpfung: Eichenprozessionsspinner: Münsteraner können Nester melden
In Münster stehen zwölf Hubsteiger- und Bodenkolonnen bereit, die die Nester absaugen. Foto: Peter Sauer (Archivbild)

Die Stadt hat für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) den Online-Dienst "Mängelmeldung" erweitert. Münsteraner, die Gespinste oder Raupenprozessionen an Eichen auf öffentlichen Flächen entdecken, können diese nun direkt und unkompliziert melden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Über www.stadt-muenster.de/maengelmeldung kann die Meldung auch mit dem Smartphone verschickt werden und landet dann sofort bei den zuständigen Mitarbeitern im Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit. Wichtig ist die genaue Ortsangabe. Meldungen werden auch telefonisch über die EPS-Hotline unter der Rufnummer 02 51/492 78 78 entgegen genommen. Wegen der zeitweise starken Auslastung müssen Anrufende allerdings mit Wartezeiten rechnen.

Das Absaugen hat begonnen

Die Meldungen werden der Dringlichkeit entsprechend abgearbeitet. An Kindertageseinrichtungen, Schulen und Spielplätzen ist mit dem mechanischen Absaugen der Nester bereits begonnen worden. Ab Anfang Juni stehen bis zu zwölf städtische sowie externe Hubsteiger- und Bodenkolonnen für die mechanische Absaugung bereit.  

Was man über den Eichenprozessionsspinner wissen sollte

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  • Im Münsterland breitet sich der Eichenprozessionsspinner auch 2020 wieder breit aus. Der Körper der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe ist mit gefährlichen Brennhaaren übersät. Die Raupe ist an einem schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken zu erkennen.

    Foto: Patrick Pleul (dpa)
  • Hauptsächlich an Eichen, manchmal aber auch an Hainbuchen spinnen die Raupen ihre Nester.

    Foto: Michael Schwakenberg
  • Aus Gelegen von 100 bis 200 Eiern schlüpfen Anfang Mai kleine Larven, die bis zur Verpuppung fünf bis sechs Stadien durchlaufen. Nach der Verpuppung ist das Tier ein brauner, unscheinbarer Nachtfalter.

    Foto: Bodo Marks (dpa)
  • Im „Gänsemarsch“ gehen die Raupen auf die Suche nach Nahrung – bevorzugt Eichenblätter. Durch diese „Prozession“ sind die Tiere zu ihrem Namen gekommen.

    Foto: Peter Roggenthin (dpa)
  • Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Bei unmittelbarem Kontakt kann das zu Hautentzündungen führen, bei empfindlichen Menschen auch zu allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötung und Bläschen. Die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen ab.

    Foto: Bernd Schäfer
  • Wer ein Nest entdeckt, sollte es deshalb nicht anfassen, sondern eine Fachfirma mit der Entfernung beauftragen, raten Behörden.

    Foto: hbm
  • So sieht ein entferntes Nest aus. Hohe Temperaturen und wenig Regen im Mai und Juni begünstigen die Verbreitung der Raupen.

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Sprüheinsätze sind abgeschlossen

Die Sprüheinsätze mit dem Biozid "Foray ES" zur vorsorglichen Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sind inzwischen abgeschlossen. An mehr als 160 Standorten im gesamten Stadtgebiet besprühte die beauftragte Fachfirma rund 5000 Bäume und 4000 Meter Baumhecken und Parkwaldränder. Ziel war es, die Raupen zu bekämpfen, bevor sie in das dritte Larvenstadium kommen und die für den Menschen gefährlichen Brennhaare entwickeln.

Mitarbeiter des Grünflächenamtes begleiteten die Einsätze und sorgten dafür, dass Passanten während der Arbeiten Abstand hielten. Sobald der Sprühnebel eingetrocknet ist, kann das Umfeld der Bäume wieder betreten werden. Das Grünflächenamt wird die Wirkung der vorbeugenden Maßnahmen nun genau beobachten.

So werden Eichenprozessionsspinner bekämpft

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  • Was tun gegen die Gespinste des Eichenprozessionsspinners? So gehen Profis vor:

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mit Schutzanzügen bekleidet lassen sich die Schädlingsbekämpfer – hier vom Unternehmen „AstWerk“ per Hubwagen in die Baumkronen hieven.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Haarspray kommt zur Fixierung des Gespinstes zum Einsatz.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dann wird das Nest von Hand abgenommen...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...und in einer Plastiktüte verpackt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Eine weitere Möglichkeit zur Entfernung der Nester: Absaugen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mit einem Industriestaubsager werden die Gespinste entfernt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Anschließend werden die betroffenen Stellen an der Eiche gründlich abgesaugt und mit einem Haarspray imprägniert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 40 bis 50 Nester können von einer Kolonne am Tag beseitigt werden.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Eichenprozessionsspinner werden samt ihrer reizenden Brennhaare entsorgt.

    Foto: Matthias Ahlke
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