Mit Tieren für Menschen – und umgekehrt
Neue Chefin des Allwetterzoo tritt Dienst an

Münster -

Simone Schehka ist in ihrem Traumjob angekommen. Die 42 Jahre alte Biologin mit Doktortitel ist seit Mittwoch Chefin des Allwetterzoos.

Mittwoch, 01.07.2020, 19:30 Uhr
Dr. Simone Schehka (2.v.l.) freute sich bei ihrer Amtseinführung auch über die Glückwünsche von Mitgliedern der Abendgesellschaft Zoologischer Garten, ein Vertreter ist mit Zylinder und Frack als Professor Landois verkleidet.
Dr. Simone Schehka (2.v.l.) freute sich bei ihrer Amtseinführung auch über die Glückwünsche von Mitgliedern der Abendgesellschaft Zoologischer Garten, ein Vertreter ist mit Zylinder und Frack als Professor Landois verkleidet. Foto: Matthias Ahlke

Wenn Dr. Simone Schehka am Abend, wenn die Besucher nach Hause gegangen sind, noch einmal durch den Zoo schlendert, hat sie das Gefühl, dass der ein oder andere Bewohner, der zum Zaun seines Geheges trottet, sie ganz persönlich kennt – und begrüßt. Seit Mittwoch haben die Zootiere es dabei mit der Chefin des Zoos zu tun – und der bisherigen Zoo-Kuratorin ist am Tag eins ihres „Traumjobs“, wie sie sagt, die Freude darüber anzusehen und anzuhören.

Herzen fliegen ihr zu

Simone Schehka, die neben vielen anderen Tieren auch Pferde liebt und gern reitet, steht bei ihrer Amtseinführung in der Manege des Pferdemuseums, das mit dem Zoo das Gelände teilt, und erzählt den Gästen von ihrem Tatendrang. Sie will zeigen, dass hier im münsterischen Zoo „Herausragendes entsteht“, wie sie sagt. Herausragendes in der Tierhaltung, die dem Artenschutz und dem Erhalt der biologischen Vielfalt dienen soll. Die 42 Jahre alte promovierte Biologin, die seit über neun Jahren im Allwetterzoo arbeitet, sieht ihre Rolle genauso als Kommunikatorin dieses Anliegens bei den Menschen, vor allem in der Stadtgesellschaft. Ihr Motto: „Mit Tieren für Menschen, mit Menschen für Tiere“.

Trotz der auf Abstand stehenden mit Mundschutz maskierten Besucherschar ist bei der Feier spürbar: Die Herzen fliegen der neuen Zoodirektorin zu. Oberbürgermeister Markus Lewe ist „glücklich und stolz“ über die erste Frau in diesem Amt, der Vorsitzende des Zoo-Aufsichtsrats, Dr. Ludger Hellenthal freut sich auf den „Neuaufbruch“ mit Schehka. Und der Vorsitzende des Zoovereins, übrigens der mitgliederstärkste Verein Münsters, Helge Peters, zeigte sich überzeugt, dass auch Zoogründer Professor Landois mit der Wahl Schehkas hochzufrieden gewesen wäre.

Streifzug durch den Allwetterzoo

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  • Varis zählen zu den Lemuren. Sie sind nur im Osten und Südosten Madagaskars verbreitet. Dort sind diese Halbaffen vor allem durch die Zerstörung ihres Lebensraumes Regenwald von der Ausrottung bedroht. Bei den Varis unterscheidet man zwei Unterarten: Neben den in Münster lebenden Schwarzweißen Varis gibt es die noch selteneren Roten Varis.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Eingang - Der Allwetterzoo Münster 

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Geparde waren einst weit über Afrika und Asien verbreitet. Heute existieren nur noch Restbestände in süd- und ostafrikanischen Schutzgebieten sowie südlich des Kaspischen Meeres. Im Allwetterzoo leben derzeit sechs dieser sehr schnellen Sprinter.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Der Bongo-Nachwuchs, dabei handelt es sich eine Waldantilope, bei seinem ersten Ausgang im Revier des Allwetterzoos. Im Allwetterzoo leben Östliche Bongos. Diese leben nur in kleinen Waldgebieten Kenias und gelten als vom Aussterben bedroht.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Kleine Frackträger. Die Brillenpinguine im Allwetterzoo gehen bei Wind und Wetter gerne ins Wasser.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Von der Küste Ostafrikas und den Maskarenen bis Kiribati und Samoa. Der Paletten-Doktorfisch kommt in den Territorialgewässern von über 50 Ländern oder abhängigen Gebieten vor.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • In seinen natürlichen Lebensraum, dem Pátzcuarosee-Querzahnmolche, ist er nahezu ausgestorben. Neben drei weiteren Zoos in Deutschland ist auch der Allwetterzoo Münster aktiv in der Nachzucht dieser besonderen Tiere.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Der Nachwuchs der Bennett-Kängurus ist gar nicht so leicht zu fotografieren, fühlt sich das Jungtier im Beutel des Muttertieres doch augenscheinlich sehr wohl.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Leoparden sind sehr anpassungs­fähig und kommen in fast allen Lebensräumen Afrikas und Asiens vor. Sie sind die besten Kletterer unter den Katzen und erklimmen geschickt selbst senkrechte Stämme.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Die Sibirischen Tiger hier „Fedor“ sind die größten heute lebenden Raubkatzen. Ausgewachsene Männchen können bis zu 300 kg wiegen.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Elefanten sind die schwersten Landtiere. Mit einem Gewicht von 3 bis 5 Tonnen und einer Schulter­höhe von max. 3,5 m wird der Asiatische Elefant (Bild) nur noch vom Afrikanischen Elefanten mit einem Gewicht von 4 bis 6,5 Tonnen und einer max. Höhe von 4 m über­troffen. 

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Für andere Steppentiere haben die Strauße eine wichtige Wächterfunktion übernommen. Weit ragt ihr Kopf auf dem langen, nur spärlich befiederten Hals über die Ebene hinaus, und den aufmerksamen Vögeln entgeht nur schwer ein Feind. Die Augen, durch dichte Wimpern vor Staub geschützt, beobachten unaufhörlich die Umgebung.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Das Trampeltier kommt als Wildtier nur noch in winzigen Restbeständen in der Wüste Gobi vor. Daneben wurde schon vor etwa 4.500 Jahren eine Haustierform gezüchtet. Im Kinder- und Pferdepark bewohnen die Trampeltiere gemeinsam mit den Przewalski-Urwildpferden eine große Anlage.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Seepferdchen sind Fische, die ausschließlich im Meer leben. Sie fallen besonders durch ihre Gestalt auf, die nur wenig an einen Fisch erinnert. Ihr Kopf ähnelt dem eines Pferdes, ihr Hinterleib gleicht eher einem Wurm.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Hinweisschild im Eingangsbereich

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Faultiere hängen überwiegend mit nach unten gekehrtem Rücken im Geäst des tropischen Regenwaldes und bewegen sich, wenn überhaupt, nur langsam hangelnd fort. Am Boden laufen sie unbeholfen - schwimmen können sie hingegen auffällig gut.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Der Name Orang-Utan bedeutet im Malaiischen „Waldmensch“ und entstammt dem Glauben der einheimischen Bevölkerung. Auf Borneo und Sumatra geht man davon aus, dass die Affen früher Menschen waren und auch sprechen könnten. Sie würden nur darauf verzichten, um nicht zur Arbeit gezwungen zu werden. Einst hätten sie die Götter beleidigt und wären daraufhin in den Wald verbannt worden.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Rotscheitelmangaben sind sehr gesellig. Sie leben in Gruppen von bis zu 60 Tieren zusammen. In der Regel bestehen diese aus mehr Weibchen als Männchen und werden vom jeweils ranghöchsten Weibchen angeführt.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Löwen bewohnen offene Steppen, lichte Trockenwälder und steinige Halbwüsten bis zu einer Höhe von 3500 m. Sie kommen vorwiegend in Afrika südlich der Sahara und mit nur noch wenigen, sehr bedrohten Exemplaren in Vorderindien vor. Stets meidet der Löwe dichte Wälder.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Da Nashörner vom Aussterben bedroht sind, kommt der Zucht in Zoos eine große Bedeutung zu. Deshalb schicken Zoos weltweit die Tiere regelmäßig auf Hochzeitsreisen und hoffen, dass der Funke überspringt! Leider ist das nicht immer der Fall und so werden in ganz Europa leider nur wenige Nashörner pro Jahr geboren.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Mit einem Gewicht von bis zu 1000 kg und einer Schulterhöhe von etwa 2 m ist der Gaur das größte aller Wildrinder. Auffallend an der Kopfform sind die abstehenden Ohren und insbesondere beim Männchen die breite, kräftige Stirn. Der Gaur lebt in Herden in den Bergwaldregionen im Süden Asiens.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Malaienbären leben in den tropischen Regenwäldern Südostasiens. Sie gehören zur Familie der Großbären, also mit zu den größten Landraubtieren der Erde. Jedoch ist der ausgewachsene Malaienbär mit bis zu 1,50 Meter Länge und 50 bis 65 Kilogramm Körpergewicht der kleinste Vertreter der Großbären.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Die Stachelschweine haben die längsten Stacheln aller Säugetiere. Die Stacheln sind umgewandelte Haare.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Die Kegelrobbe ist in den Küstengebieten des nördlichen Atlantiks und in Nordsee und Ostsee beheimatet. Von den Ohrenrobben unterscheiden sich die Kegelrobben nicht nur durch das völlige Fehlen der äußeren Ohren, sondern auch durch die Ausbildung ihrer Gliedmaßen, die sie als hochangepasste Wassersäuger kennzeichnen.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Der Asiatische Zwergotter, die kleinste Otterart, wird wegen ihrer kurzen Krallen an den Fingern auch als Kurzkrallenotter bezeichnet.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Die Przewalski-Urwildpferde leben in direkter Nachbarschaft zu den Trampeltieren. Sie teilen sich ein 2000 m² großes Gelände.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Die Gorillas sind die schwersten und größten aller Affen. Ihre nächsten Verwandten, zu denen Bonobos, Schimpansen, Orang‑Utans und auch der Mensch gehören, sind deutlich leichter.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Lustige Meerschweinchen, winzige Schafe, freche Ziegen und riesige Hühner – im Streichelzoo ist gerade nicht viel los.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Im Affenhaus gibt es eine perfekte Südamerika-Wohngemein­schaft: Den oberen Teil der Anlage bewohnen Goldene Löwenaffen und Zwergseidenäffchen. „Untermieter“ auf dem Boden sind zwei Südliche Kugelgürteltiere.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Echte Nesthocker sind die Geier des Allwetterzoo Münster und gehen mit gutem Beispiel voran – Stichwort #stayathome. Was das Team des Allwetterzoos aber besonders freut, nicht nur die Gänsegeier brüten in diesem Frühjahr, sondern auch die Mönchsgeier.

    Foto: Allwetterzoo Münster
  • Streifengnus sind große, kräftig gebaute Antilopen. Ihre Widerristhöhe beträgt bis zu 140 cm, sein Gewicht meist um die 250 kg. Der stattliche, schmale Kopf hat eine breite Schnauze mit schlitzförmigen Nasenlöchern, die von einer Hautfalte bedeckt werden.

    Foto: Allwetterzoo Münster

Auch Landois war ein Kommunikator, der für die Verbindung der Stadt mit ihrem Zoo stand. Schehka freut sich nun darauf, zusammen mit den Nachbarn, dem Pferdemuseum, dem Naturkundemuseum und dem Mühlenhof im Bündnis „Die vier vom Aasee“ für Besucher neue Attraktionen zu schaffen. Apropos Attraktionen: Der „Masterplan 2030 plus“ für den Zoo ist in der Umsetzung. Im Januar soll der Bau des 2500 Quadratmeter großen und zwölf Meter hohen Tropenhauses beginnen, kündigte Schehka an. Die wichtigsten künftigen Bewohner: Vom Aussterben bedrohte Riesenotter, Brüllaffen, hängende Faultiere und – in einem Eventbereich – Menschen, die hier tagen und feiern sollen.

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