Entdeckungstour für Frischluft-Fans
2,7 Kilometer durchs Maislabyrinth

Münster-Nienberge. -

Rund 2,7 Kilometer lang ist die Route durchs Maislabyrinth von Familie Stertmann an der Beerwiede. Abenteuerlustige können dort ihren Weg durch 350.000 Maispflanzen suchen.

Samstag, 11.07.2020, 05:50 Uhr
Wer alles richtig gemacht hat, kommt hier wieder heraus. Christoph Stertmann und sein Cousin Hendrik Meier (r.) kennen natürlich den Weg
Wer alles richtig gemacht hat, kommt hier wieder heraus. Christoph Stertmann und sein Cousin Hendrik Meier (r.) kennen natürlich den Weg Foto: Oliver Werner

Münsters Westen hat ein Maislabyrinth: Auf dem Grund und Boden von Familie Stertmann an der Beerwiede können abenteuerlustige Frischluftfans ihren Weg durch 350.000 Maispflanzen suchen. Rund 2,7 Kilometer lang ist die Route durchs Maislabyrinth. Der Weg hat mit zwei bis drei Metern eine angenehme Breite. Momentan sind die Pflanzen rund zwei Meter hoch, „sie werden wohl noch 40 Zentimeter nachschieben“, schätzt Agrarbetriebswirt Hendrik Meier , der Neffe von Beatrix Stertmann.

Es ist also schon ein bisschen Forscherdrang gefragt im überkopfhohen Dickicht. Natürlich wartet im Labyrinth an der Altenberger Straße auf die Besucher kein Minotaurus wie einst auf Theseus, der seine Aufgabe mit dem Faden der Ariadne meisterte.

Fünf Stationen

Auf eine gute Stunde schätzt Hendrik Meier, der sich mit seinem Cousin Christoph Stertmann ums Maislabyrinth kümmert, die Passage auf dem richtigen Weg durch den grünen Blätterwald – „wenn man zügig geht“. Freilich, es geht nicht primär um Schnelligkeit. An einigen Stellen des Labyrinths sind Tische aufgestellt, an denen gerastet werden kann. Und es gibt fünf Stationen, an denen Fragen rund um die Landwirtschaft zu beantworten sind.

Eine Mais-Rallye gibt es auch: Dazu gehören zum Beispiel Aktionen wie Gummistiefel werfen, heißer Draht oder Trampolin springen. Wer davon geschafft ist, kann sich auf dem Strohbett im Mais einen Moment ausruhen.

Video in Kooperation mit dem WDR:

Offen bis Oktober

Hendrik Meier hat beim Maislegen im Frühjahr mittlere bis späte Sorten gemischt, damit das Labyrinth bis Mitte Oktober hält. So lange ist es freitags bis sonntags jeweils von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Am Eingang des Labyrinths steht eine Hütte, an der auch der Eintritt (vier Euro pro Person) entrichtet wird.

Ist die Saison vorbei, wird der Mais geerntet. Ob er gedroschen oder siliert wird, entscheide sich im Herbst, sagt Meier.

Windräder zur Orientierung

Labyrinthe gibt es seit dem Altertum in vielen Kulturen. Manche Labyrinthe sind auf Fels geritzt, es gibt Rasen-Labyrinthe und Darstellungen von Labyrinthen in Kirchen (zum Beispiel im Fußboden der Kathedrale von Chatres). Im klassischen Labyrinth gibt es nur einen Weg, der verschlungen zum Ziel führt, während im Irrgarten der Weg über Abzweigungen hinweg gefunden werden muss.

Und was ist, wenn jemand an der Altenberger Straße partout nicht aus dem grünen Dickicht herausfindet? Immerhin ist das Maislabyrinth 35.000 Quadratmeter groß: Das sind rund fünf Fußballfelder, wenn man eine durchschnittlich übliche Größe von circa 7100 Quadratmetern zugrunde legt. Beatrix Stertmann sieht da kein Problem: „Es gibt zwei Windräder, die sieht man immer. Daran kann man sich orientieren.“

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