Kennzeichenerkennung am FMO
Parken ganz ohne Tickets

Greven -

1984 am FMO? Am Flughafen-Parkplatz werden die Kennzeichen der Autos gescannt. Dabei gehe es aber nicht um Überwachung, sondern um ein neues Ticket-System, erklärt ein Flughafen-Sprecher.

Montag, 03.08.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 03.08.2020, 07:46 Uhr
Dieses kleine Schild könnte zu falschen Interpretationen führen. mit Überwachung hat das System aber nichts zu tun.
Dieses kleine Schild könnte zu falschen Interpretationen führen. mit Überwachung hat das System aber nichts zu tun. Foto: Peter Beckmann

Das Schild ist relativ klein, man übersieht es schnell. Doch wenn man es liest, schießt ganz schnell der Begriff vom „Großen Bruder“ in die letzte Hirnwindung. „Kennzeichenerkennung beim Parken“ steht da auf dem Schild am Flughafen Münster-Osnabrück . Hatte George Orwell in seinem Roman „1984“ Recht? Werden wir alle überwacht? Nun, zumindest am FMO ist das wohl nicht der Fall, erklärt Detlef Döbberthin , Pressesprecher des FMO auf Anfrage. Die Kennzeichenerkennung habe einen ganz anderen Grund.

Und der heißt wohl „Innovation“ oder neue Technik. Denn die Kennzeichenerkennung hat nur etwas mit dem Parken zu tun. „Das Kennzeichen-System wird im Zusammenhang mit der Online-Reservierung von Parkplätzen eingesetzt“, erklärt Döberthin und erklärt das Verfahren.

Bei der Online-Reservierung von Parkplätzen am FMO muss der Kunde vorher bezahlen und dabei das Kennzeichen seines Autos angeben. „Wenn der Kunde dann am gebuchten Parkplatz ankommt, wird sein Kennzeichen gescannt, der Computer weiß, dass er bezahlt hat, die Schranke öffnet sich“, erklärt Döberthin. Bei der Ausfahrt wird genau so vorgegangen. Das Kennzeichen wird gescannt, der Computer erkennt, dass der Kunde die Parkgebühr bezahlt hat, die Schranke öffnet sich.

Keine Papier-Tickets mehr

„Dieses System hat den großen Vorteil, dass weder Papier-Tickets noch ausgedruckte QR-Codes benötigt werden“, so der Flughafensprecher. Und rein technisch erkläre sich das System von selbst. Grundsätzlich aber gelte: „Es werden zwar alle Kennzeichen der einfahrenden Autos gescannt, aber die Kennzeichen werden nicht in einer Datenbank gesammelt, es kann nicht – zum Beispiel von Seiten der Polizei – eine Halterermittlung durchgeführt werden.“

Aber: Dieses System ist nicht das Ende der Fahnenstange. „An einigen Flughäfen wird dieses System grundsätzlich durchgeführt“, verdeutlicht Döberthin. Heißt: Die Kennzeichen aller Fahrzeuge, die auf die Parkplätze eines Flughafens fahren, werden gescannt. „Die Passagiere geben bei der Rückreise nur noch das Kennzeichens ihres Pkw ein, der Computer weiß dann, wie lange das Fahrzeug wo gestanden hat und zeigt die Kosten an.“ Da sei natürlich noch effektiver und umweltfreundlicher. „Da gibt es überhaupt keine Tickets oder ähnliches mehr“, erklärt Döberthin.

Dieses System – hier wird eine Erfassung ohne Datenbank natürlich nicht möglich sein – sei allerdings noch nicht für den FMO geplant. Vielleicht ganz gut so . . .

Corona-Tests am FMO

1/6
  • In der Nacht zum Dienstag hat das Corona-Testzentrum am Flughafen Münster-Osnabrück seinen Dienst aufgenommen. 

    Foto: Wilfried Gerharz
  • In der Maschine aus Kayseri in der Türkei, die um 2.50 Uhr am Morgen landete, saßen 88 Passagiere. 32 haben sich davon freiwillig testen lassen. 

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Am Mittwoch war dann Tag zwei mit Corona-Tests am Flughafen Münster/Osnabrück (  FMO  ).

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Am Nachmittag landete eine Maschine mit 120 Passagieren aus dem türkischen Zonguldak in Greven.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • 60 Ankömmlinge ließen sich direkt am FMO testen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Viele der übrigen Reisenden konnten bereits negative Tests nachweisen.

    Foto: Wilfried Gerharz
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7518721?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F87%2F3862662%2F
Nachrichten-Ticker