Kommunalwahl in NRW: Münster
Die großen Reizthemen beim OB-Check: Fahrradstraßen, Freizeitbad und Hafenmarkt

Münster -

Kontrovers diskutierten die OB-Kandidaten Markus Lewe, Michael Jung und Peter Todeskino über die Themen, die zurzeit viele Münsteraner beschäftigen. Hier ein Überblick.

Donnerstag, 03.09.2020, 08:00 Uhr
Münsters Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters stellten sich am Mittwochabend im Livestream den Fragen der WN-Leserinnen und Leser.
Münsters Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters stellten sich am Mittwochabend im Livestream den Fragen der WN-Leserinnen und Leser. Foto: Oliver Werner

Autofreie Innenstadt und Musikcampus, Hafencenter und bezahlbares Wohnen: Kontrovers diskutierten die OB-Kandidaten über die Themen , die die Münsteraner beschäftigen. Eine Auswahl:

  • Verkehr: Kritik an der Umsetzung der roten Fahrradstraßen übt Michael Jung (SPD). Die Anwohner seien kalt erwischt worden. Markus Lewe ( CDU ) räumt ein, dass die Kommunikation zum Teil „nicht gut“ gewesen sei, die Stadt werde aber an den roten Straßen festhalten. Peter Todeskino (Grüne) verteidigt die Idee einer autofreien Innenstadt, die Bürgerschaft solle dabei mitgenommen werden. Lewe lehnt Verbote ab und plädiert für Angebote, damit der Radverkehrsanteil zunimmt.
  • Wohnen: Todeskino fordert, dass die Stadt verstärkt Grundstücke erwerben sollte. Jung bekräftigt seine Forderung nach einem neuen Stadtteil, CDU und Grüne hätten in den vergangenen Jahren zu sehr auf die Bremse getreten.

 

OB-Check mit drei Kandidaten: Markus Lewe, Dr. Michael Jung und Peter Todeskino

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  • Am 13. September wird in Münster nicht nur ein neuer Stadtrat gewählt, sondern auch ein neuer Oberbürgermeister.

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  • Die aussichtsreichsten Kandidaten haben sich am Mittwochabend in einem fast zweistündigen Livestream den Fragen der WN-Moderatoren und der Leser gestellt.

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  • Die Diskussionsveranstaltung, die aufgrund der Coron-Pandemie ohne Zuschauer stattfinden musste, fand in der neuen WN-Geschäftsstelle am Picassoplatz statt.

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  • Und weil keine Zuschauer vor Ort waren, wurde die Diskussion mit mehreren Kameras Live auf Youtube und auf der Homepage der Westfälischen Nachrichten übertragen.

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  • Zu Beginn hat Chefredakteur Dr. Norbert Tiemann zunächst die Zuschauer begrüßt.

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  • Und dann ging es auch direkt inhaltlich los mit einer gegenseitigen Analyse der Wahlplakate, die teils doch sehr angriffslustig sind.

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  • Aber wer hat da eigentlich alles miteinander diskutiert?

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  • Peter Todeskino, Oberbürgermeisterkandidat der Grünen.

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  • Der amtierende Oberbürgermeister Markus Lewe, CDU.

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  • Und der SPD-Kandidat, Dr. Michael Jung.

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  • Moderiert wurde der Abend von dem Leiter der Stadtredaktion Münster, Ralf Repöhler (r.), von Kristina Sehr (l.)...

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  • ... sowie von dem stellvertretenden Leiter der Stadtredaktion Münster, Dirk Anger (r.), hier vor dem Livestream im Gespräch mit Dr. Norbert Tiemann – beide natürlich vorbildlich mit Maske.

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  • Es gibt zwar noch mehr Oberbürgermeister-Kandidaten, doch die Bewerber von CDU, SPD und den Grünen haben die realistischsten Chancen.

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  • Während des Abends mussten sie sich den Fragen aus unterschiedlichen Themenbereichen stellen.

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  • Es ging etwa um die Bewältigung der Corona-Pandemie, um den (heiß diskutierten) Bereich Mobilität...

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  • ... um das Thema Wohnen, um Wirtschaft und Finanzen und auch um den Bereich Bildung, Kultur und Sport.

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  • Vor jedem Thema spielte die Technik kurze Einspieler mit Zuschaueranregungen und Zuschauerfragen ein.

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  • Und Kristina Sehr bündelte während des Livestreams die zahllosen Fragen der Zuschauer.

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  • Eins wurde auf jeden Fall deutlich:

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  • Während sich die Kandidaten bei einigen Themen doch recht nah sind, gehen ihre Ansichten bei anderen Themen weit auseinander.

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  • Genug Möglichkeiten für die Wähler also, in anderthalb Wochen den Kandidaten rauszusuchen, der am besten zu den eigenen Ansichten passt.

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  • Und da gleichzeitig auch noch der Stadtrat gewählt wird, bleibt es auch in puncto Koalitionen und Zusammenarbeit mit dem dann entweder neuen oder alten Oberbürgermeister spannend.

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  • Da diese Bilderstrecke nicht reicht, um alle Inhalte des zweistündigen Livestreams wiederzugeben, sei an dieser Stelle an die Aufzeichung des Livestreams (Abrufbar auf Youtube und auf wn.de) und auf unsere Berichterstattung zu dem Thema verwiesen.

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  • Muss sich der amtierende Oberbürgermeister-Kandidat Sorgen um seine Wiederwahl machen oder nicht? Diese Frage wird erst der 13. September beantworten.

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  • Denn am 13. September ist Kommunalwahl – daher abschließend der Aufruf: Gehen Sie wählen. Entweder am 13. September oder schon vorher per Briefwahl oder in einem der bereits geöffneten Wahlbüros.

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  • Hafenmarkt: Jung spricht von einem „sehr guten Kompromiss“, eine Bauruine sei keine Lösung. Todeskino bezeichnet das Projekt als „großen Fehler“. Man sollte noch mal mit den Investoren reden. Lewe zeigt sich zuversichtlich, man werde die Verkehrsproblematik schon hinbekommen.
  • Gewerbesteuer: Alle Kandidaten sprechen sich gegen eine Erhöhung aus.
  • Musikcampus: Todeskino spricht von einem „interessanten städtebaulichen Projekt“, über das am Ende die Bürger entscheiden sollten. Jung fordert Klarheit über die Kosten und bringt erneut den Alternativstandort Hör­sterparkplatz ins Spiel. Lewe stellt klar, dass es für „längere Schleifen“ keinen Bedarf mehr gebe.
  • Sport- und Freizeitbad: Die CDU sei schon immer dafür gewesen, es habe aber derzeit nicht oberste Priorität, so Lewe. Für Jung ist ein solches Bad „dringend notwendig“, Todeskino hält es für „nicht finanzierbar“.
  • Corona und die Folgen: Lewe fordert, wichtige Projekte nicht über Bord zu werfen, es sei aber nicht die Zeit für neue große Projekte. Alle sind sich einig, die Digitalisierung der Stadt, und dabei vor allem der Schulen, noch mehr voranzutreiben. Zurückhaltend äußern sich die Kandidaten zu Weihnachtsmarkt und Karneval.

Hier der komplette Livestream zum OB-Check:


Acht Mal „Ja oder Nein?“: Nur bei drei Fragen waren sich alle einig

Acht Fragen und acht Mal nur die Möglichkeit, mit Ja oder Nein zu antworten. Für die drei Oberbürgermeister-Kandidaten Markus Lewe, Michael Jung und Peter Todeskino war dieser Block beim Kandidaten-Check sichtbar anstrengend. Hier die Ergebnisse. 

Passt es zu Münster, dass sich im Jahr 2020 keine Frau unter den Oberbürgermeister-Kandidaten befindet?

Lewe: Nein
Jung: Nein
Todeskino: Nein

Unternimmt die Stadt Münster genug für den Klimaschutz?

Lewe: Nein
Jung: Nein
Todeskino: Nein

Sind Sie für höhere Parkgebühren in der Innenstadt?

Lewe: Nein
Jung: Ja
Todeskino: Nein

Sind Sie für einen Ausbau der B 51 zwischen Münster und Telgte, um eine bessere Autoanbindung von und nach Ostwestfalen zu haben?

Lewe: Ja
Jung: Nein
Todeskino: Nein

Ist ein gemeinsamer Musik-Campus von Universität und Stadt ein sinnvolles Projekt?

Lewe: Ja
Jung: Nein
Todeskino: Ja

Soll der Wochenmarkt nach Corona weiter auch auf dem Prinzipalmarkt stattfinden?

Lewe: Nein
Jung: Ja
Todeskino: Nein

Werden Sie den Aus- und Umbau des Preußen-Stadions vorantreiben?

Lewe: Ja
Jung: Ja
Todeskino: Ja

Stichwort Flyover Aegidiitor: Halten Sie die zehn Millionen Euro teure Radverkehrsbrücke zwischen Bismarckallee und Promenade für sinnvoll?

Lewe: Ja
Jung: Nein
Todeskino: Nein

(-kb-)

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