Ungewöhnliche Unfallflucht
Vom Opfer zur "Täterin"

Münster -

Unfallflucht mal andersherum: Bei einer Kollision wurde eine Frau angefahren. Sie entfernte sich vom Unfallort, weil sie eine Klausur schreiben musste, jetzt wird sie von der Polizei gesucht. Warum bloß?

Mittwoch, 30.09.2020, 13:37 Uhr aktualisiert: 30.09.2020, 14:07 Uhr
Wenn Personen verletzt oder große Sachschäden entstanden sind, müssen Sie die Polizei verständigen.
Wenn Personen verletzt oder große Sachschäden entstanden sind, müssen Sie die Polizei verständigen. Foto: dpa

Die ungewöhnliche Nachricht hat am Dienstag schnell die Runde gemacht: Eine junge Frau rennt mit den Worten „Klausur, Klausur, Klausur“ davon, nachdem sie ein Porschefahrer auf einem Zebrastreifen an der Domagkstraße angefahren hat. So berichtete es die Polizei – mit dem Hinweis, dass man nach der „Flüchtigen“ suche.

Doch wieso nur? Der Polizeimeldung zufolge schien die Schuldfrage geklärt, der Autofahrer hatte sich gemeldet. Aber: Um den Tatbestand der Unfallflucht zu erfüllen, müsse man nicht der Verursacher sein, erklärt Polizeisprecher Andreas Bode den Paragraf 142 des Strafgesetzbuches. Auf Twitter räumte die Polizei später ein, dass man für die Formulierung „Flüchtige“ auch eine sensiblere Wortwahl hätte finden können.

Was der Frau, die die Polizei am Mittwochmittag noch nicht ermittelt hatte, jetzt blüht? Das stehe im Zusammenhang mit dem schädigenden Ereignis, erklärt Bode. Da die Frau habe weglaufen können und an dem Auto kein großer Schaden entstanden sei, werde dabei nicht viel rumkommen, so Bode.

Wichtig sei aber die Botschaft: Bei einem Unfall müsse man warten, bis die Polizei kommt, sich bei der Polizei melden, oder zumindest seine Kontaktdaten dalassen.

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