Kind durch Coronavirus verloren
„Dann bekam Dean auf einmal Fieber“

Gronau -

Ines Wulfert-Decke hat ihren Sohn Dean-Michael ins Hospiz begleitet. Dort sollte der mehrfach behinderte Junge eigentlich nur zur Erholung einige Zeit verbringen. Doch der Neunjährige steckte sich mit dem Coronavirus an und verstarb. Von Christiane Nitsche-Costa
Dienstag, 02.03.2021, 08:09 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 02.03.2021, 08:09 Uhr
Ines Wulfert-Decke mit ihren drei Kindern.
Ines Wulfert-Decke mit ihren drei Kindern. Foto: privat
Geschichten vom Tod sind immer schwere Geschichten. Geht es um den Tod eines Kindes, sind sie besonders schwer. Wenn es das eigene Kind ist, wird es unerträglich. Aber sie will sie unbedingt erzählen, auch wenn ihr immer wieder die Stimme bricht und sie kaum weiß, woher sie die Kraft aufbringen soll für alles, was sie gerade durchmacht: Ines Wulfert-Decke hat ihren Sohn Dean-Michael verloren – durch Corona. Im Oktober wäre er zehn Jahre alt geworden. Zur Erholung ins Hospiz Beim ersten Telefonat mit der 45-jährigen Gronauerin ist ihr Sohn seit einer Woche tot. „Er ist eingeschlafen“, sagt sie. Sie selbst und sein älterer Bruder sind zuhause. Es ist Tag 7 ihrer Quarantäne. Deans Leichnam ist noch in Olpe, wo die drei gemeinsam im Kinder- und Jugendhospiz waren – eigentlich nur zur Erholung. Dean soll eingeäschert werden. „Wir durften ihn nicht einsargen“, erklärt Ines Wulfert-Decke, „wegen Corona.“ Wann und wie er überführt werden kann – sie weiß es nicht. Wer die Kosten dafür trägt – auch das weiß sie noch nicht.
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