Vom Aschenputtel zur Königin
Flächen am Airportpark äußerst beliebt

15. Dezember 2017

Der Airportpark in Greven startete 2004 als große Idee. Ein interkommunales Gewerbegebiet zwischen der A 1 und dem FMO, ein Fi­letstück fürs eher gehobene Business. Stehkragen ja, Blaumänner nein.

Mittwoch, 24.10.2018, 18:28 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 24.10.2018, 17:28 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 24.10.2018, 18:28 Uhr
Vom Aschenputtel zur Königin: Flächen am Airportpark äußerst beliebt
Ein Blick auf den Flughafen Münster/Osnabrück und Teil des Airportparks in Greven. Foto: Günter Benning / Archivbild

Über 200 Hektar, sprich mehr als zwei Millionen Qua­dratmeter groß ist das in vier Planungsabschnitte geteilte Areal. Riesige Fläche, große Pläne, wi­drige Wirklichkeit: Jah­relang passierte nichts. Statt Gebäuden wuchsen dort Gerste, Weizen und Mais. Während die Umland-Gemeinden über zu kleine Ge­werbeflächen vor der ei­genen Haustür klagten.

Plötzliche Erfolge

Udo Schröer  wirkt zufrieden. Weil er zwei Erfolge vermelden kann. Seit 2010 ist er Geschäftsführer der Airportpark GmbH und damit jener Gesellschaft, die den Business-Park an Unternehmen zu bringen versucht. Was inzwischen sehr gut gelingt. Von den 390.000 Netto-Qua­drat­me­tern des ersten Abschnitts „sind 320.000 nicht mehr am Markt“ – und weitere 20.000 fast verkauft. „Im Grunde haben wir keine Flächen mehr“, sagt Schröer. Die zweite positive Nachricht: Die Nachfrage reißt nicht ab. „Ich habe viele Anfragen, die ich kurzfristig nicht bedienen kann.“ Und ja, er habe darum schon etlichen Interessenten absagen müssen.

Vom Langzeit-Aschenputtel zur plötzlichen Königin, wie funktioniert der Trick? Zuerst kommen die einfachen Argumente. Die brummende Konjunktur, eine anhaltende Expansionsbereitschaft, der sich wieder bekrabbelnde Flughafen und kaum verfügbare freie Gewerbeflächen jenseits von 30.000 Quadratmetern im Münsterland.

Dass die Po­litik lange Blütenträumen nachhing, sich für den Air­portpark Strukturen er­hoffte, wie sie in der Düsseldorfer Airport-City zu finden sind, und vor lauter schöner Träumerei die schnöde Wirklichkeit übersah, sagt Schröer nicht. Die erhofften Architekten, Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater blieben jedenfalls lieber in ihren schicken Büros in Münster und Osnabrück, anstatt in der Pampa am FMO zu siedeln. Das Umswitchen in den Politiker-Köpfen brachte den Erfolg.

Flughafen spielt wichtige Rolle

Die, die bereits in Greven sind, wie der Wellpappenproduzent Schuhma­cher. Oder die, die absehbar kommen, wie der Logistiker Hermes, der Autohändler Beresa, der Immobilienentwickler Dream-Tec, der Gartengerä­te-Ver­triebler Hubertus Bäumer, der Technologie-Betrieb Frei oder der Bauunternehmer, der seine Zentrale vors FMO-Portal verlegt: Sie alle eint dreierlei. Sie sind Mittelständler, sie be­schäf­ti­gen nicht nur Anzugträger und haben alle nachgewiesen, dass sie fürs Geschäft einen Flughafen vor der Tür benötigen – und den FMO nutzen.

Die sogenannte Flughafenaffinität ist nach wie vor ein Muss. Auch wenn das der grüne Landtagsabgeordnete Norwich Rüße unlängst anzweifelte. „Wer im Airportpark siedeln will, muss sie nachweisen“, sagt Schröer. Dafür reicht es nicht, wenn der Chef zweimal pro Jahr von Greven aus zum Kunden fliegt. Vier von fünf Interessenten erfüllten diese Bedingung nicht. „Dann ist das Gespräch nach zehn Minuten beendet.“

Von 1500 neuen Jobs geht Schröer im ersten Planungsabschnitt aus. Da die Nachfrage nicht abreißt, plädiert er dafür, den zweiten Abschnitt in Angriff zu nehmen. Am besten schon 2018. In einem ersten Schritt ist von 200.000 Quadratmetern die Rede. „Besser wä­ren aber doppelt so viel“, sagt Schröer. Der Standort sei schließlich eta­bliert und arriviert – „ein Schatz für die Regi­on“. Schon 2019, sagt der Airportpark-Chef, könne er den ersten Kaufvertrag für den zweiten Abschnitt un­ter Dach und Fach haben.

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