Nachtfluglärm
Für Bürgerinitiative ist jede nächtliche Flugbewegung am FMO eine zu viel

Ladbergen/Greven -

13. Februar 2019

Die Bürgerinitiative gegen den Ausbau des Flughafens Münster/Osnabrück bezieht mit einer Pressemitteilung Stellung zu aktuellen Äußerungen des FMO-Geschäftsführers. Sie sieht in seinen Aussagen zum Nachtfluglärm einen strategischen Schachzug. 

Mittwoch, 13.02.2019, 07:07 Uhr aktualisiert: 14.02.2019, 12:19 Uhr
Die Bürgerinitiative ist grundsätzlich gegen Nachtflug-Aktivitäten am FMO.
Die Bürgerinitiative ist grundsätzlich gegen Nachtflug-Aktivitäten am FMO. Foto: Simon Döbberthin

„Dr. Rainer Schwarz hat in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses in Greven unter anderem zum vorhandenen Nachtfluglärm am FMO ausgeführt, dass die Messstellen in Greven und Reckenfeld deutlich niedrigere Lärmpegel aufweisen würden, und dass man meilenweit von Grenzwerten entfernt sei.“ Diese Aussage soll nach Auffassung der Bürgerinitiative (BI) gegen den Ausbau des FMO „wohl der Beruhigung der vom nächtlichen Fluglärm am FMO betroffenen Bevölkerung dienen“.

Es sei zwar richtig, so die BI, dass an diesen beiden Messstellen die Lärmgrenzwerte von sechs mal 72 Dezibel im Durchschnitt der Nächte in den sechs verkehrsreichsten Monaten für die Einrichtung einer Nachtschutzzone in 2018 nicht erreicht worden ist. Am Messpunkt in Ladbergen sei dieser Grenzwert mit durchschnittlich 7 mal 72 Dezibel allerdings bereits überschritten worden.

Kritik an Grenzwerten

Im Übrigen sind nach Auffassung der BI „die Grenzwerte unter Berücksichtigung der Lärmwirkungsforschung dringend verbesserungsbedürftig. Sie stammen aus dem Gesetz zum Schutz vor Fluglärm (Fluglärmgesetz) aus dem Jahr 2007“, betont der BI-Vorsitzende Ludger Schulze Temming. Dieses Gesetz stehe zurzeit auf dem Prüfstand und werde hoffentlich noch in diesem Jahr vom Bundestag deutlich verbessert.

Nach Auffassung der BI ist „jede nächtliche Flugbewegung am FMO eine zu viel“. Denn nach Erkenntnissen der Lärmwirkungsforschung könne man bereits ab Lärmwerten von 35 Dezibel (am Ohr des Schläfers gemessen) wach werden. Dies entspreche bei einem zur Lüftung gekippten Fenster einem Außenwert von zirka 50 Dezibel, der in Greven und Reckenfeld deutlich überschritten werde.

Zudem hätten in den sechs verkehrsreichsten Monaten Mai bis Oktober die nächtlichen Flugbewegungen am FMO mit den steigenden Passagierzahlen wieder deutlich zugenommen von 732 (2014) über 1253 (2016) auf 2349 (2018). In den Monaten Juli bis Oktober 2018 gab es laut BI in jeder Nacht am FMO durchschnittlich 14 bis 15 Flugbewegungen.

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