Scheitern des Gefängnis-Neubaus in Handorf
Hat das Land Handorf aufgegeben?

Münster -

Das NRW-Justizministerium hat nach Auskunft seines Pressesprechers Dr. Marcus Strunk im Herbst 2015 eine letzte Anfrage mit dem Ziel gestartet, eine Teilfläche des Truppenübungsplatzes in Handorf nutzen zu können. Im November kam die abschlägige Antwort aus Berlin: Die Bundeswehr wolle die Fläche „unverändert im vollen Umfang nutzen“. Die Konsequenz: „Der Standort ist aus dem laufenden Verfahren ausgeschieden, wir konzentrieren uns nicht mehr darauf.“

Montag, 18.07.2016, 12:07 Uhr

Strunk bestätigte, dass es in der Angelegenheit ein direktes Gespräch zwischen dem Staatssekretär im Verteidigungsministerium , Ralf Brauksiepe (CDU), und dem Düsseldorfer Justiz-Staatssekretär Karl-Heinz Krems gegeben habe. Dabei habe Brauksiepe „harsche Kritik“ an der Landesregierung geübt. Insider zeigen sich im Gespräch mit unserer Zeitung verwundert, weil die ins Auge gefasste Brachfläche an der Stadtgrenze von Münster und Telgte „es einfach nicht hergibt, ein solches Politikum zu werden“.

Fakt ist derweil, dass sich im Gefolge dieser gescheiterten Standortsuche vor zwei Jahren das Verhältnis zwischen dem Justizministerium und der Stadt Münster deutlich abgekühlt hat. Sehr direkt machte Krems jüngst der Stadt den Vorwurf, das Land bei der Standortsuche nicht genügend unterstützt zu haben.

Der münsterische Stadtdirektor Hartwig Schultheiß wiederum hält dem Land vor, dass der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes eine „alternative Standortsuche“ durchgeführt, den dafür festgezurrten Kriterienkatalog aber nicht mit der Stadt abgestimmt habe. Bei der vom BLB zwischenzeitlich ins Auge gefassten Fläche sei „weder Land noch Stadt der Eigentümer“.

Vergessen ist unterdessen eine gemeinsam von Stadt und BLB erarbeitete Liste mit 34 Standorten. Zehn davon wurden als „grundsätzlich geeignet“ eingestuft.

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