Verfahren zur JVA-Standortsuche
„Uns waren die Hände gebunden“

Münster-Wolbeck -

25. Januar 2018: Verfahren zur JVA-Standortsuche

Markus Vieth war von Anfang an bemüht, die Wogen zu glätten: Er bedauere, dass die Kommunikation in Sachen JVA-Standort in der Vergangenheit etwas „schräg gelaufen sei“, sagte der Vertreter des nordrhein-westfälischen Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) am Dienstagabend vor der Bezirksvertretung Münster-Südost - und erläuterte die Hintergründe.

Donnerstag, 25.01.2018, 11:01 Uhr

Markus Vieth, Niederlassungsleiter vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW).  
Markus Vieth, Niederlassungsleiter vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW).   Foto: dpa

„Aber uns waren die Hände gebunden“, sagte Vieth . Wie berichtet, hatten Politiker und Bürger eine „schleppende Informationspolitik“ kritisiert. Detailliert erläuterte der BLB-Niederlassungsleiter für Münster dann die Hintergründe, die zur Auswahl des Wolbecker JVA-Wunschstandorts im Kreuzungsbereich Telgter Straße / Freckenhorster Straße geführt hatten. Man habe ganz von vorn angefangen, und „alle Möglichkeiten wieder in einen Topf geworfen“.

Auch um Fehler wie beim Handorfer Fehlschlag zu vermeiden, sei man diesmal zu einer anderen Vorgehensweise übergegangen: Man habe sehr sorgfältig Bereiche ausgeschlossen, die aus den verschiedensten Gründen ungeeignet waren.

JVA-Neubau beansprucht zwölf Hektar

Übrig geblieben seien bei der „Weißflächenanalyse“ solche Örtlichkeiten, die innerhalb des von der Justiz vorgegebenen Radius von etwa zehn Kilometern um das münsterische Gerichtsgebäude herum grundsätzlich infrage kamen. Innerhalb dieser „weißen Flächen“ suchte man dann nach einem passend geschnittenen Grundstück, das positiv in Sachen Verkehrsanbindung und bauliche Umgebung abschnitt.

So sei man auf das 18 Hektar große Gelände südlich des Flughafens Berdel gestoßen und habe Verhandlungen mit den Eigentümern aufgenommen. Diese hätten natürlich zunächst vertraulich behandelt werden müssen. In Zukunft sollen Informationen kontinuierlich fließen, versprach Vieth. Eine Bürgerveranstaltung soll zeitnah stattfinden.

Auf die besorgte Frage nach Ausgleichsflächen antwortete Markus Vieth, dass der JVA-Neubau lediglich zwölf Hektar beanspruche, man jedoch insgesamt 18 Hektar erworben habe. Daher fände der größte Teil der Ausgleichsflächen bereits auf dem Gelände Platz.

Fünfeinhalb Meter hoher Sichtschutzzaun

Auch die mögliche Beeinträchtigung durch Licht-Emissionen war Thema und gab Anlass zu Fragen. Zwar sei die JVA Tag und Nacht beleuchtet, es soll jedoch ein fünfeinhalb Meter hoher Sichtschutzzaun errichtet werden. Ferner sei geplant, dass sich ein Grüngürtel aus hohen Bäumen ringsherum an das Wäldchen anschließt, das die künftige JVA bereits nach Norden abschirmt.

Ob durch die JVA der Betrieb der Kleinflugzeuge am benachbarten Verkehrslandeplatz Berdel beeinträchtigt werde, lautete eine Frage. Dies sei nicht der Fall, so Vieth. Man könne dort nach wie vor ohne Einschränkung seine Runde drehen.

Auch auf Kiebitze und Feldlerchen werde man Rücksicht nehmen, hieß es auf Nachfrage der Grünen hin. Markus Vieth: „Damit haben wir Erfahrungen, wir werden uns darum kümmern.“

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