Medizin
Wann dürfen Organe entnommen werden?

Münster -

Verstorbenen Personen können nur dann Organe entnommen werden, wenn die Diagnose Hirntod festgestellt wurde. Was man über das Verfahren wissen sollte.

Dienstag, 20.02.2018, 14:02 Uhr

Eine Organspende ist nur dann möglich, wenn bei der verstorbenen Person der Hirntod festgestellt wurde. Dann sind Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm unwiederbringlich und unumkehrbar ausgefallen. Mit der Diagnose Hirntod steht der Tod des Menschen fest. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist die Feststellung des Hirntods völlig unabhängig von einer möglichen Organspende. Das Verfahren zur Feststellung des Hirntods werde durchgeführt, um ­sichere Erkenntnisse über den Zustand eines Patienten zu gewinnen.

Das Gehirn wird konstant mit Sauerstoff versorgt. Bekommt es schon für wenige Minuten keinen Sauerstoff, kann es zu einer bleibenden Schädigung und zum totalen Ausfall kommen. Ursachen dafür können Hirnblutungen, Hirntumore, Schlaganfälle oder Hirnhautentzündungen sein. Auch Herzrhythmusstörungen oder Herzinfarkte können die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigen und zu einer Hirnschädigung führen. Schwere Schädel-Hirn-Verletzungen etwa nach einem Unfall können ebenfalls zum Hirntod führen.

So wird der Hirntod festegestellt.

So wird der Hirntod festegestellt. Foto: dpa

Ob das Gehirn eines Patienten tatsächlich unwiederbringlich und unumkehrbar ausgefallen ist, entscheiden zwei Ärzte unabhängig voneinander. Beide untersuchen den Patienten und protokollieren ihre Ergebnisse. Die Ärzte müssen über eine mehrjährige Erfahrung in der Intensivbehandlung von Patienten mit akuten schweren Hirnschädigungen verfügen. Mindestens einer von ihnen muss ein Facharzt für Neurologie oder Neurochirurgie sein. Verfügt das Krankenhaus nicht über solche Ärzte, stellt die Deutsche Stiftung Organspende (DSO) auf Anfrage Kontakt zu erfahrenen Ärzten her.

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