Kommentar: Organspenden auf dem Tiefststand
Kommentar: Es fehlt die Kultur

Der Trend ist im wahrsten Sinne des Wortes lebensgefährlich. Die Deutschen, die sonst vielfach uneigennützig helfen und immer wieder für finanzielle Spendenrekorde sorgen, fremdeln scheinbar nach wie vor mit der lebensrettenden Organspende. Der aktuelle Tiefstwert ist eine bittere Nachricht vor allem für all jene, die auf ein Spenderorgan hoffen.

Dienstag, 20.02.2018, 15:02 Uhr

Es wäre falsch, den Rückgang der vergangenen Jahre allein an den ganz unterschiedlichen Richtlinienverstößen einzelner Kliniken festzumachen. Die Skandale von damals sind längst aufgearbeitet, Gesetze wurden überarbeitet, die Kontrolle verbessert. Der Rückgang deutet vielmehr auf ein nicht funktionierendes System hin, eine fehlende Kultur, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation zurecht feststellt.

Die komplizierte Zustimmungsregelung, bei der die bewusste Entscheidung für oder gegen die Organspende zählt, gehört zu den nicht sauber ineinander greifenden Zahnrädern. Funktioniert das Transplantationsregister richtig? Im Klinikalltag fehlt es zum Beispiel oft an der letzten Konsequenz, den Transplantationsbeauftragten zu informieren.

Dass eine Spende ein freiwilliges Geschenk an den Nächsten sein muss, steht außer Frage. Doch allein auf den Altruismus zu setzen, führt offensichtlich nicht zum Ziel. Die Wartelisten werden lang und länger.

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