Lehrer-Erzieher Wettbewerb
„Ich lebe durch meine Kinder“

Samstag, 19.01.2008, 00:01 Uhr

Burgsteinfurt . Nee, also damit hat sie nun wirklich nicht gerechnet und muss erst mal schlucken, als sie am Telefon erfährt, dass sie gewonnen hat: Mit deutlichem Abstand ist Gudrun Holstein von den Kreisblatt-Lesern zu Burgsteinfurts beliebtester Erzieherin gewählt worden. Platz zwei belegt Vanessa Altena von der Evangelischen Jugendhilfe vor Elisabeth Bückers von der katholischen Kindertageseinrichtung St. Johannes.
Die 50-jährige Erzieherin, in Hollich geboren und in der Friedenau zu Hause, gehört schon längst zum Inventar des evangelischen Kindergartens in Sellen, in dem sie ihr Berufsleben im Sommer 1976 begann. Ihre Ausbildung hatte sie in Münster absolviert und ihr Anerkennungsjahr, sowas gab es damals noch, im Friedenauer Kindergarten, in den sie selber noch gegangen ist. In Sellen, seit letzten Sommer eine Ein-Gruppen-Einrichtung, bildet Gudrun Holstein mit Bärbel Beber ein Team, das hin und wieder von Iris Feldkamp und Simone Rummeling unterstützt wird.
„Kindergärtnerin“, sagt sie, „das wollte ich immer schon werden.“ Vielleicht, weil sie selber in als Mittlere mit vier Geschwistern in einer großen Familie aufgewachsen ist und schon früh lernte, sich um andere zu kümmern. Vielleicht aber auch, und das sagt sie heute noch voller Dankbarkeit, „weil ich selber als Kindergartenkind eine sehr schöne Zeit hatte.“
Von dem Wettbewerb, den das Kreisblatt zu seinem 175-jährigen Bestehen ausgelobt hat, hatte sie wohl in der Zeitung gelesen, aber erstmal gar nicht ernsthaft an eine Teilnahme gedacht. Bis Kindergarteneltern sie vorschlugen. „Aber bei unsere kleinen Einrichtung – da hab ich sofort gedacht, das kann doch nichts werden.“ Kann doch, wie man sieht, und bringt auch noch 1000 Euro für den Kindergarten ein; was mit dem Geld gemacht werden soll? „Mal sehen, das werden wir im Team und mit dem Elternrat besprechen.“ Wünsche gibt es offenbar genug.
Auch ganz persönlich für sich selber? „Naja“, sagt sie, „ich würde gerne wieder mit dem Joggen anfangen, ein bisschen mehr Gitarre üben, wieder einen neuen Krimi lesen und ich freue mich auf den Urlaub.“ Da fährt sogar der 20-jährige Sohn gerne noch mit, anders als die 27-jährige Tochter, die längst auf eigenen Beinen steht. „Aber zuerst“, sagt Gudrun Holstein, „da geht es doch um die Kinder hier. Durch sie lebe ich und hoffe, dass ich ein bisschen dazu beitragen kann, dass sie sich in der Welt zurechtfinden. Und da freue ich mich jedes Mal, wenn sie mir später wieder über den Weg laufen.“

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