Alex-Talk zum Thema Pubertät
Eine fordernde Phase

Münster -

Wenn Kinder in die Pubertät kommen, verändert sich auch das Verhältnis zu ihren Eltern. Beim Alex-Talk ging es jetzt um Ursachen, Zusammenhänge und Möglichkeiten des guten Miteinanders in dieser Zeit.

Donnerstag, 23.04.2015, 11:04 Uhr

Die Pubertät ist oft eine Zerreißprobe. Beim Alex-Talk wurden alle Fragen zu dieser Phase beantwortet.
Die Pubertät ist oft eine Zerreißprobe. Beim Alex-Talk wurden alle Fragen zu dieser Phase beantwortet. Foto: dpa

Keine Frage: Es ist oftmals eine schwierige, spannungsgeladene und manchmal auch anstrengende Zeit. „Aber es ist auch eine sehr sensible Phase, die sowohl den Jugendlichen wie auch deren Eltern einiges abverlangt“, erläuterte Christopher Kirchhoff . Umso besser, wenn man auf diese Zeit gut vorbereitet ist und die psychischen wie auch physischen Schritte des allmählichen Erwachsenwerdens gut verstehen und damit auch deren „Symptome“ besser nachvollziehen kann, heißt es in einer Pressemitteilung.

Und genau hierzu konnte der Ärztliche Direktor der Alexianer- Don Bosco Klinik für Kinder-und Jugendpsychiatrie den 82 Anwesenden beim Alex Talk viele wertvolle Erläuterungen und praxisnahe Tipps,

Eltern, die sich in Gelassenheit üben, nicht jedes Wort oder jede Reaktion auf die Goldwaage legen, aber auch in der Lage seien, ihre eigenen Ängste zurückzustellen und haltgebend ihre Standpunkte zu vertreten, könnten zum Beispiel sehr viel zu einem verträgliches Miteinander in dieser fordernden Zeit beitragen.

Denn aus psychologischer Sicht könne man die Pubertät im Wesentlichen immer wieder auf Eines reduzieren: „Die Jugendlichen begeben sich auf eine Reise, ihre Identität auszuloten und zu finden“, so der Facharzt.

Wer und wie bin ich? Was kann ich? Und wofür stehe ich? Die seien die zentralen Fragen, die junge Menschen in dieser Findungsphase sehr beschäftigen würden.

Auch biologisch sei mächtig was los: „Man könnte auch sagen, das Gehirn der Jugendlichen ist in dieser Zeit wegen Umbau geschlossen“, brachte es der Experte auf den Punkt und bemerkte: „Durchschnittlich ist die Serotonin-Ausschüttung und damit das hormonelle Wohlfühlhormon in der Pubertät immerhin um 30 Prozent reduziert“. Das erkläre die starken Stimmungs- und Gefühlsschwankungen.

Bei der Art und Weise der Identitätsfindung selbst könne man grob vier Typen ausmachen: Den Spieler, den Drifter, den Fundamentalisten und den Depressiven. Wissenschaftlich belegt sei zudem, dass 26 Prozent der Heranwachsenden auch im Alter von 34 Jahren ihre Identitätsfindung noch immer nicht abgeschlossen hätten.

Wie lange kann eine Phase des Rückzugs in der Pubertät dauern? Ab wann muss ich mir ernsthafte Sorgen machen? Oder wie bewältige ich diese schwierige Zeit auch bei Fehlen eines Elternteils? Der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie hatte fundierte Antworten: Es nach wie vor zu schaffen, im Alltag zu bleiben, sei etwa ein gutes Indiz, dass noch alles „im grünen Bereich“ sei. Fakt sei aber, dass die Herausforderungen rund um die Pubertät heutzutage nicht schwieriger, sondern in Anbetracht der stetig steigenden Umwelteinflüsse komplexer geworden seien: „Man muss heute als Eltern (Beispiel Internet) sicher noch etwas mehr auf der Hut sein!“

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