Alex Talk
ADHS wächst sich nicht immer aus

Münster -

Beim Alex Talk informierte Thomas Miebach von der EOS Klinik über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von AD(H)S.

Mittwoch, 30.09.2015, 18:09 Uhr

Die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von AD(H)S erläuterten WN-Redakteur Stefan Werding (l.) und Thomas Miebach von der EOS Klinik.
Die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von AD(H)S erläuterten WN-Redakteur Stefan Werding (l.) und Thomas Miebach von der EOS Klinik. Foto: Alexianer / Anja Große-Wöstmann

Wer kennt sie nicht, die Geschichten vom Zappel-Philipp, dem Hans-Guck-in-die-Luft oder auch dem bösen Friedrich. Der eine konnte einfach nicht still sitzen, der andere war ein Träumer und der Dritte oft auf „Krawall“ gepolt. „Im Prinzip verbargen sich schon damals hinter diesen Charakteren die typischen AD(H)S-Symptome“, interpretierte Thomas Miebach die Erzählungen des Frankfurter Arztes und Psychiaters Heinrich Hoffmann aus heutiger Sicht. Beim jüngsten Alex Talk erläuterte der Psychotherapeut aber noch weitaus mehr Symptome , die für diese Erkrankung charakteristisch sind.

Während die Betroffenen im Kindesalter auffallen, weil sie häufig laut, wild und unruhig sind, litten ADHS-erkrankte Erwachsene oft noch unter anderen Auffälligkeiten, erklärte Miebach, der in der EOS Klinik der Alexianer die ADHS-Ambulanz betreut: „Sie sind impulsiv, können sich schlecht auf eine Sache konzentrieren und verlieren unter Belastungen schnell den Kopf.“ Auch die These, dass sich ADHS quasi auswachse, stimme nur bedingt: 30 bis 70 Prozent blieben auch im Erwachsenenalter betroffen.

Während es für ADHS-Kinder heute viele Hilfen gebe, seien die Anlaufstellen für Erwachsene immer noch rar gesät. Außerdem kämen bei ihnen häufig andere psychische Störungen hinzu wie zum Beispiel Depressionen, Ängste oder oft auch Borderline-Störungen. Das erfordere eine sehr gründliche Diagnostik.

Doch was hilft den Betroffenen? Bei Kindern könne vor allem die grundsätzliche Annahme der Erkrankung durch Eltern oder Lehrer nach dem Motto „Du bist so okay!“ ein erster hilfreicher Schritt sein. Ansonsten käme es auf den Einzelfall an. „Da die Ursachen von ADHS biochemischer Natur seien, kann eine medikamentöse Behandlung oft den Einstieg in weitere Therapien erleichtern“, skizzierte Miebach und erläuterte: „Das Motto lautet hier eher Coach statt Couch, denn eine individuell abgestimmte und sehr lebenspraktisch orientierte Verhaltenstherapie verspricht häufig den größten Erfolg“.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3542103?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F57398%2F4847652%2F4847655%2F
Die Römer sind auf dem Vormarsch
Angriff!Grimmig gucken können die Freizeit-Legionäre Ralf Koritko, Carsten Kraft und Niels-Benjamin Hahn (v.l.) schon. Wilfried Gerharz Wilfried Gerharz
Nachrichten-Ticker