Orthopäden beraten über Behandlungsmöglichkeiten von Hüfte und Knie
Operation ist der letzte Schritt

Münster -

Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein künstliches Gelenk? Welche Risiken muss man beachten? Das orthopädische Fach-Trio Prof. Dr. Georg Gosheger, Dr. Ralf Dieckmann und Dr. Tom Schmidt-Bräkling gab in der Abendvisite Antworten auf diese Fragen.

Donnerstag, 28.04.2016, 11:04 Uhr

Vor der Operation erst alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen – das raten (v.l.) die Experten Dr. Ralf Dieckmann, Prof. Dr. Georg Gosheger und Dr. Tom Schmidt-Bräkling.  
Vor der Operation erst alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen – das raten (v.l.) die Experten Dr. Ralf Dieckmann, Prof. Dr. Georg Gosheger und Dr. Tom Schmidt-Bräkling.   Foto: Oliver Werner

Na klar, sie operieren gern. Schließlich sind sie Chirurgen – und haben das gelernt. Aber: Sie sind auch Orthopäden. Und als solche sagen sie: „Erst alle anderen Möglichkeiten ausprobieren.“

Die Experten Prof. Dr. Georg Gosheger , Dr. Ralf Dieckmann und Dr. Tom Schmidt-Bräkling beziehen in der Abendvisite ganz klar Stellung: „Die OP steht erst am Ende der Behandlungskette.“ Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein künstliches Gelenk? Welche Risiken muss man beachten? Wie sieht der Alltag anschließend aus? Das orthopädische Fach-Trio – der Direktor der Klinik für Orthopädie am Universitätsklinikum Münster , der Leiter des Endoprothetikzentrums und sein Stellvertreter bleiben keine Antwort schuldig, als es am Dienstag um Knie und Hüfte geht.

Oft ist Arthrose, Gelenkverschleiß über das übliche Maß hinaus, Ursache für Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. „Entzündungen im Gelenk, Knorpel, der sich auflöst, Verengung der Gelenkspalten, all das steht häufig am Anfang der Probleme“, sagt Prof. Gosheger. Aber auch Unfälle, Verletzungen oder Krankheiten wie Rheuma sind mögliche Auslöser. Wie geht man damit am besten um? „Vier Möglichkeiten können wir anbieten“, zählt der Klinikchef auf: „Ignorieren, Tabletten, Spritzen, Operation.“ Jeder Mensch empfinde Schmerzen anders. Wenn ein Medikament nicht gleich Linderung verschaffe, dann sollte man ruhig eine Alternative ausprobieren.

Sind aber die ersten drei Möglichkeiten ausgereizt, gehe es auch nicht gleich auf den OP-Tisch: „Die Vorbereitung auf den Eingriff ist die beste Voraussetzung, dass alles gut läuft“, sagt Dr. Ralf Dieckmann. Das bedeute: Besuch in der ambulanten Sprechstunde, exakte Aufklärung über die OP. „Wir wollen schon genau sagen, was wir bieten können und keine falschen Versprechungen machen.“

Und schon zu dem Zeitpunkt werde auch die Reha geplant, um nahtlos die Wiedereingliederung in den Alltag zu begleiten.

Ein neues Hüftgelenk könne zum Beispiel zementfrei, teilzementiert oder aber komplett zementiert eingesetzt werden. Nach Möglichkeit werde auch ein besonderes, minimal-invasives Verfahren gewählt, bei dem nicht seitlich, sondern von vorn gearbeitet werde: „Auf diese Weise verletzen wir keine Muskulatur“, führt der Leiter des Endoprothetikzentrums aus.

Bei den Knie-Prothesen, so erläutert sein Stellvertreter Dr. Tom Schmidt-Bräkling, würden ausschließlich hypoallergene Gelenke verwendet, um jegliches Allergierisiko auszuschließen. Jede Prothese werde am Tag vor der Operation individuell geplant: „Kein Knie ist wie das andere.“ Das gelte natürlich auch für die Hüfte.

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