Franziskus-Forum zum Thema Unterbauchschmerzen
Experten raten zu gründlicher Untersuchung

Münster -

„Chronische Unterbauchschmerzen“ – ein weiter Begriff, der für viele Beschwerden steht. Beim Franziskus-Forum nutzten die Besucher intensiv die Möglichkeit, mit Fachärzten verschiedener Disziplinen ins Gespräch zu kommen und sich über Ursachen, Symptome und Therapien zu informieren. Einig waren sich alle Experten: Dauerhafte Beschwerden im Unterbauch und in der Leiste bedürfen einer sehr gründlichen und individuellen Befragung und Untersuchung. So unterschiedlich die Ursachen sind, so unterschiedlich sind auch die Behandlungen. Manchmal ist auch eine OP notwendig, heißt es in einer Pressemitteilung.

Dienstag, 28.06.2016, 09:06 Uhr

Die Experten des Abends (v.l.): Dr. Nikolaos Trifyllis, Dr. Ulrike Teßarek, Carsten Orthey, Dr. Christof Mittmann, Esther Schnieders, Prof. Dr. Matthias Brüwer, Jennifer Rass, Prof. Dr. Bernhard Glasbrenner, Dr. Birgit Roesner, Christiane Schlüter, Dr. Christoph Weining..
Die Experten des Abends (v.l.): Dr. Nikolaos Trifyllis, Dr. Ulrike Teßarek, Carsten Orthey, Dr. Christof Mittmann, Esther Schnieders, Prof. Dr. Matthias Brüwer, Jennifer Rass, Prof. Dr. Bernhard Glasbrenner, Dr. Birgit Roesner, Christiane Schlüter, Dr. Christoph Weining.. Foto: St.-Franziskus-Hospital

Schmerzen, die mit Blähungen und Stuhlgangs­veränderungen verbunden sind, seien sehr oft durch das so genannte Reizdarmsyndrom bedingt. Rund 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden an diesem Krankheitsbild. Die Symptome können jedoch auch bei Morbus Crohn oder einer Divertikelkrankheit (Ausstülpungen der Darmwand) auftreten. „Ein Allheilmittel für den Reizdarm gibt es nicht – es ist eine sehr individuelle Behandlung und manchmal auch ein Ausprobieren“, so Prof. Dr. Bernhard Glasbrenner .

Aus Sicht des Chirurgen betonte auch Carsten Orthey die Bedeutung einer umfassenden Ursachenforschung. So kann eine chronische Appendizitis („Blinddarmentzündung“), dauerhaft zu Beschwerden führen, die operativ behandelt werden müssen. Darüber hinaus erläuterte er die Operationen bei Leistenbrüchen, von denen vor allem Männer betroffen sind, und beruhigte: „In den meisten Fällen wird endoskopisch mit winzigen Schnitten operiert.“

Diese schonende Operationsmethode wird auch in der Gynäkologie angewandt „Eine OP ist aber immer das letzte Mittel der Wahl. Viele Beschwerden lassen sich konservativ, zum Beispiel mit Hormonen, behandeln“, erklärte Christiane Schlüter . Die Oberärztin ging auf zwei häufige gynäkologische Erkrankungen ein. So sind vor allem jüngere Frauen von „versprengter Gebärmutterschleimhaut“ betroffen, bei der Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst. Bei 20-50 Prozent der Frauen aller Altersgruppen lasen sich darüber hinaus gutartigen Tumore innerhalb der Gebärmutter feststellen, die jedoch häufig keine Beschwerden verursachen.

Werden Schmerzen über einen längeren Zeitraum in der Leiste wahrgenommen, kann dies orthopädisch begründet sein. Dr. Christof Mittmann erläuterte den Zusammenhang zwischen chronischen Leistenschmerzen und Erkrankungen der Hüfte oder Wirbelsäule.

Abschließend gab Dr. Birgit Roesner einen Überblick über die Möglichkeiten der multimodalen Schmerztherapie.

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