Kinderuni
Ritterkampf im Hörsaal

Münster -

Historiker Jan Keupp erzählte bei der Kinderuni, wie ein Ritterturnier vor gut 1000 Jahren aussah: bunt, laut, kämpferisch.

Freitag, 28.10.2016, 19:10 Uhr

Einen echten Ritterkampf bekamen die Jungen und Mädchen bei der Kinderuni am Freitag zu sehen. Die Ritter der Westfälischen Turniergesellschaft zeigten, wie sie heute mit Schwertern kämpfen.
Einen echten Ritterkampf bekamen die Jungen und Mädchen bei der Kinderuni am Freitag zu sehen. Die Ritter der Westfälischen Turniergesellschaft zeigten, wie sie heute mit Schwertern kämpfen. Foto: Oliver Werner

Die Fanfaren erklingen. Auf großen Pferden mit schweren Lanzen in den Händen reiten die Ritter aufeinander zu, durch Schlitze in den Helmen blicken sich die Gegner einander in die Augen. Rundherum sitzen begeisterte Zuschauer und edle Hofdamen, gespannt blicken sie auf den Platz. So sah es im Mittelalter wohl bei vielen großen Turnieren aus. Bunte Bilder zeugen von den feierlichen Spielen, bei denen die Ritter Ruhm und Ehre erlangen wollten.

Genau solche Bilder bekamen die jüngsten Studierenden in der Oktober-Ausgabe der Kinderuni am Freitag zu sehen. Historiker Jan Keupp erzählte den begeisterten Jungen und Mädchen, wie ein Ritterturnier vor gut 1000 Jahren aussah: bunt, laut, kämpferisch.

Jan Keupp ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Münster . Mit Bildern, Videos und aufregenden Geschichten berichtete er, was zu einem echten Ritterturnier dazu gehört: Pferde, Ritter und natürlich auch Prinzessinnen.

Das Highlight der „Vorlesung“ waren drei Ritter, die sich mit Rüstung und Schwertern auf der Bühne zeigten. Die drei Männer gehören zur Westfälischen Turniergesellschaft. Einmal pro Woche schlüpfen sie in ihre Kostüme und trainieren. Mehrmals im Jahr treten sie dann bei Turnieren in Deutschland oder europäischen Nachbarländern an. Sie zeigten den Kindern ihre Rüstungen, mitsamt Schwert, Helm und Metallschuhen. Außerdem machten sie vor, wie ein solcher Kampf heute aussieht. Mit Schwertern schlugen sie sich gegenseitig auf die Helme, ein paar Schubser waren auch erlaubt. So viele staunende Kinderaugen sind im Hörsaal 1 der Uni Münster wohl selten zu sehen.

Jan Keupp erzählte viel von seinem Lieblingsturnier. Das fand im Jahr 1179 in der Nähe von Paris, in Lagny-sur-Marne statt. Genau da, wo heute das Disneyland steht. Außerdem erklärte er, dass es verschiedene Turniere im Mittelalter gab. Mal kämpften nur zwei gegeneinander, mal mehrere Tausend Ritter. Und er erklärte einen ganz wichtigen Unterschied: „Krieg ist feindselig, Turnier ist freundschaftlicher Wettkampf.“ Denn es gehe darum, „sich als besonders guten Ritter zu zeigen“. Auf die Besten unter ihnen warteten viel Geld, aber vor allem Ruhm und Ehre.

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