Prof. Dr. Judith Alferink beim Alex-Talk
Therapeutikum mit Unbekannten

Münster -

Prof. Dr. Judith Alferink sprach beim jüngsten Alex-Talk über das Potenzial des medizinischen Cannabis.

Donnerstag, 28.02.2019, 14:28 Uhr
Unter der Moderation von WN-Redakteur Stefan Werding erläuterte Alexianer-Chefärztin Prof. Dr. Judith Alferink vor rund 120 Interessierten das therapeutische Potenzial von Cannabis.
Unter der Moderation von WN-Redakteur Stefan Werding erläuterte Alexianer-Chefärztin Prof. Dr. Judith Alferink vor rund 120 Interessierten das therapeutische Potenzial von Cannabis. Foto: Alexianer Münster

Eine kleine Pflanze mit großer Wirkung, aber Vorsicht! Auf diese Kurzformel könnte man das überaus vielseitige Potenzial des medizinischen Cannabis reduzieren, das seit gut zwei Jahren in strengem Rahmen als Medikament von Ärzten verordnet werden darf.

„Die sehr komplexe Wirkweise, eine bisher noch unzureichende Studienlage und wenig Erfahrung in der Verordnungspraxis machen den Einsatz von medizinischem Cannabis für uns Mediziner zurzeit noch schwierig“, skizzierte Prof. Dr. Judith Alferink beim jüngsten Alex-Talk, unterstrich aber auch: „Cannabinoide bergen auch Chancen, und nach ein paar Jahren weiterer Forschung und Praxis können wir sie sicher bei einigen Erkrankungen noch viel gezielter als ein wirksames Therapeutikum einsetzen.“

Schon seit Jahrtausenden ist die heilsame Wirkung der Nutz- und Zierpflanze bekannt und galt früher – etwa im alten China – bereits als wirksames Mittel gegen Gicht, Rheuma oder Malaria. Auch unser Körper selbst verfügt über ein körpereigenes Endocannabinoidsystem und damit als Teil des Nerven- und Immunsystems über entsprechende „Andockstellen“ für Cannabinoide und Substanzen, die Endocannabinoide im Körper herstellen und abbauen. Das Endocannabinoidsystem reguliert viele Vorgänge im Körper wie zum Beispiel Schmerz, Schlaf und Prozesse des Immunsystems.

Genau diese „zweischneidige Wirkweise“ an verschiedenen Orten im Körper mache den differenzierten Einsatz schwierig: „Denn wir wollen oft verschiedene Wirkweisen wie etwa die entzündungshemmende Komponente gezielt abrufen, nicht aber die berauschenden Effekte im Gehirn“, erläuterte die Chefärztin des Alexianer-Krankenhauses Münster.

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