Open-Air-Konzert am Grevener Emsstrand
Klassik aus der Verwöhn-Schatulle

Greven -

Nicht nur der Wettergott gab anlässlich der 12. Auflage des „Klassik Open Airs“ sein Bestes. Auch die beiden Solisten des Abends, Marina Bálková (Fagott) und Walter Hofbauer (Trompete) bescherten dem Publikum im so gut wie ausverkauften Areal an der Emsaue Höchstleistungen auf ihren Instrumenten.

Montag, 20.08.2018, 15:40 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 20.08.2018, 15:40 Uhr
Marina Bálková am Fagott und das „Symphony Prague“-Orchester begeisterten das Publikum
Marina Bálková am Fagott und das „Symphony Prague“-Orchester begeisterten das Publikum Foto: Ulrich Coppel

Souverän dirigierte Stefan Britvik das „Symphony Prague“-Orchester durch das unterhaltsame, gut eineinhalbstündige Programm.

Mit der Ouvertüre aus Mozarts Oper „Don Giovanni“ eroberte die bereits zum dritten   Mal für das alljährlich stattfindende Event verpflichtete „Symphony Prague“ gleich zu Beginn mit einem Mega Hit die Herzen der Klassik-Fans. Sehr viel seltener besteht hingegen für sie die Möglichkeit einmal das Fagott als Soloinstrument live hören zu können. Mit Carl Maria von Webers „Fagottkonzert in F-Dur“ schufen die Veranstalter einen thematisch-inhaltlichen Bezug zum derzeit überall im Münsterland stattfindenden Holzbläserfestival „Summerwinds“, in dessen Rahmen das Konzert eingegliedert war.

Und was für einen. Denn die junge Solofagottistin Martina Bálková meisterte die in den Ecksätzen des typisch klassischen Werkes enthaltenen rasanten Skalen ohne jeden Makel. Im langsamen zweiten Satz schuf Bálková mit dem so großen Instrument zart-fragile Kantilenen. Das Publikum war hingerissen, und ließ es sich natürlich nicht nehmen bereits zwischen den Sätzen lange Sonderapplause zu spendieren.

Leichte Timing- und Intonationsschwächen des Orchesters gab es hingegen nicht nur bei Tschaikowskys anschließender „Serenade für Streichorchester“.

Bei einsetzender Dämmerung begann die zweite Konzerthälfte mit der Ouvertüre aus Georges Bizets Oper „Carmen“ volkstümlich.

Die Überraschung des Abends folgte in Gestalt des jungen Trompetensolisten Walter Hofbauer. Dieser sei ein „Newcomer am tschechischen Trompetenhimmel“ meinte der anwesende Berufskollege Torsten Hell aus Leipzig. Mit dem Trivial-Thema aus „Karneval in Venedig“, das hierzulande als „Mein Hut der hat drei Ecken“ bekannt ist, bestach Hofbauer in einer Version des Franzosen Jean Baptiste Arban für Trompete und Orchester. Hell war voll des Lobes: „Der Karneval ist ein Bravourstück für Trompeter. Allerdings gibt es nur wenige, die es wirklich gut beherrschen. Er gehört zweifelsfrei dazu, so wie er im letzten Satz die technisch schweren Stellen scheinbar mühelos bewältigt.“

Liegt Greven an der Moldau? Aber natürlich! Gibt es einen besseren Beweis dafür, als Bedrich Smetanas beliebtes gleichnamiges Programmmusikwerk, das am Sonntagabend zu den sanft dahinplätschernden Uferwellen erklang?

Mit Johann Strauss‘ „Kaiserwalzer“ und einem der „Slawischen Tänze“ aus der Feder Antonin Dvoraks, sowie einer Zugabe gab es noch mal reichlich aus der Verwöhn-Schatulle obendrauf.

„Symphony Prague“ am Grevener Beach

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