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Beatclub bittet zur rockigen Zeitreise

Sonntag, 22.08.2010, 15:08 Uhr

Greven - „Habt ihr Lust auf eine Zeitreise ?“ Eher rhetorischer Natur ist die Frage, die Allstars-Gründer Heinz Heinemann dem Publikum stellt. Statt Zeitreise hätte er auch Raumpatrouille sagen können. Denn die Computerstimme, die die letzten Sekunden bis zum Auftritt der Rock Classic Allstars herunterzählt, hat verdächtige Ähnlichkeit mit dem Countdown, der weiland das Fernsehraumschiff Orion aus den Tiefen des Ozeans in die unendlichen Weiten des Universums schickte, um die Welt vor Bedrohungen aus dem All zu schützen. Das Gitarrengewitter, das danach das träge dahin fließende Wasser der Ems mindestens zum Kräuseln bringt, hat allerdings rein gar nichts mit den Sphärenklängen zu tun, unter denen Commander McLane und Sicherheitsoffizier Tamara Jagellovsk im „Starlight Casino“ ihre verbalen Scharmützel austrugen. Zeitlich gesehen passt es aber schon. Denn kaum war die Orion in den Ferseharchiven gelandet, starteten jene Gruppen zu ihren Höhenflügen, die die Allstars am Samstagabend bei der zweiten Auflage des Beat Festivals der Kultinitiative Beat Club deutlich vernehmbar zu Gehör gebrachten. Drei Stunden lang jagt ein Block Buster den nächsten. Sweet, Slade, Deep Purple , Steppenwolf, Led Zeppelin , all die Helden des Glam- und Hardrocks, die Anfang der 70er die Charts beherrschten, feiern fröhliche Wiederauferstehung. Einige aufgepeppt durch Originale, die bei näherer Betrachtung aber ihren Mitgliedsantrag erst dann gestellt haben konnten, als die jeweilige Band ihren Zenit schon längst hinter sich hatte. Was aber nicht im Geringsten stört. Denn für die Mucke sind Profis zuständig, die ihr Handwerk perfekt beherrschten. Angefangen bei Marion la Marché alias Janis Joplin, die ihrem Vorbild nicht nur barfüßig, sondern auch stimmlich nahe kommt. Ihr A-capella „Mercedes Benz“ klingt nicht nach lahmen Diesel, sondern eher nach Formel-Eins. Jeff Brown, Ex-Sweet, bringt sogar deutsches Liedgut zum Vortrag, zischt sich ein Bier und posaunt „Ein Prosit der Gemütlichkeit.“

Während sich die Allstars austoben können, stehen ihre Vorgänger auf der Bühne etwas unter Zeitdruck. Das gilt sowohl für die Lokalmatadoren Beat Club AllStars, die zur besten Sportschauzeit die etwas undankbare Rolle der Einheizer haben, als auch für das Stones-Cover The Stone. Was einige Zuschauer durchaus bedauern. „Da machen wir uns auf den weiten Weg, und die dürfen noch nicht einmal eine Zugabe geben“, sagt. Ilse Hoberg, die mit Mann extra aus Bremen angereist war, um The Stone zu hören. Die haben mit ihrem vergeblichen Bemühen, in 75 Minuten alle Jagger & Richards-Klassiker unterzubringen, für richtig gute Stimmung gesorgt. Vor allem Frontmann Joachim C. Hoog ist stimmlich nah dran an Mick Jagger. Auch bei Birgit und Marcus Goeke aus Saerbeck, beide eingefleischte Stones-Fans aus Saerbeck, sorgt das abrupte Ende nicht gerade für „Satisfaction.“ „Die waren sehr gut. Schade, dass sie nicht länger spielen durften.“ Das Bremer Ehepaar ist trotzdem nicht unzufrieden. „Wir haben am Nachmittag eine schöne Radtour nach Münster gemacht.“

Denn am Wetter hat es eindeutig nicht gelegen, dass „nur“ gut 1000 Zuschauer den Weg zum Emsstrand fanden. „Ein paar mehr hätten es schon sein können“, findet auch ein Zuschauer. Denen, die nicht da sind, entgeht nicht nur akustisch etwas. Zu den Klängen des „Bolero“ zaubert die Harsewinkeler Feuerwehr zum Abschluss faszinierende Wasser-Licht-Spiele in den Grevener Nachthimmel.

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