Kindervorlesung über Volkskunde
Wenn Reden übers Wetter Wissenschaft wird

Münster -

Münster. Der Volkskundler Prof. Andreas Hartmann redete gestern bei der Kindervorlesung über das Wetter. Die frage ob es regnet oder schneit hat im Alltag der Menschen eine große Bedeutung und ist ein wichtiges Thema für die Forschung.

Samstag, 19.01.2013, 00:01 Uhr

Zum Glück  war die bedrohliche Riesenwelle im Huntergrund nur auf einem Bild: Volkskundler Prof. Andreas Hartmann (l.) redete gestern bei der Kinderuni über das Wetter.
Zum Glück  war die bedrohliche Riesenwelle im Huntergrund nur auf einem Bild: Volkskundler Prof. Andreas Hartmann (l.) redete gestern bei der Kinderuni über das Wetter. Foto: Oliver Werner

Sonne und Regen, Schnee und Hitze, Donnerwetter und Sturm – eins ist sicher, so fanden gestern Nachmittag die jungen Studenten und Studentinnen der Kinderuni: Wetter ist immer. Durch den Schnee waren sie zum Hörsaal H1 gestapft, wo Prof. Andreas Hartmann zum Thema machte, worüber auch sonst alle jeden Tag mehr oder weniger reden: Das Wetter und seine Bedeutung im Alltag der Menschen.

Der Alltag, lernten die Mädchen und Jungen nebenbei, ist bei Volkskundlern wie Andreas Hartmann pure Wissenschaft. Da geht es ums Zusammenleben von Menschen, um so vermeintlich banale Dinge, wie Nasebohren oder Zähneputzen, um Tischmanieren und Kindergeburtstage. „Ich bin einer von den schrägen Vögeln, die das Unterrichten“, stellte sich Hartmann seinen Studenten vor.

Die kannten sich, wie sich herausstellte, teilweise schon bestens aus und identifizierten sogar rätselhaft anmutende historische Zeichnungen: „Das sind Hexen, die eine Brühe köcheln, um schlechtes Wetter herbeizuzaubern“, erklärte ein Mädchen. Und fügte druckreif hinzu: „In früheren Zeiten wurden Frauen beschuldigt, Hexen zu sein und als Sündenböcke bei allen möglichen Unglücken missbraucht.“ Da staunte der Herr Professor und das Publikum im Hörsaal klopfte für die junge Kommilitonin spontan einen anerkennenden Applaus auf die Klapptische.

Bei der nächsten Kindervorlesung geht es um amerikanische Geschichte. Die Historikerin Prof. Heike Bungert berichtet am 15. Februar von Friedenspfeifen, Totempfählen und Kachinas“ – kurz dem Leben und der Geschichte der Indianer in den USA . Beginn ist – wie immer – um 16.15 Uhr im H1 am Schlossplatz 34.

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