Biologische Rätsel in der Kinderuni
Warum haben Spinnen blaues Blut?

Münster -

Dass es Tiere gibt, die tatsächlich blaues Blut haben, erfuhren die Junior-Studierenden der Kinder-Uni Münster am Freitagnachmittag bei der letzten Vorlesung in diesem Semester.

Freitag, 29.06.2012, 00:06 Uhr

Biologische Rätsel in der Kinderuni : Warum haben Spinnen blaues Blut?
Mal richtig zubeißen wie Vampire konnten die Kinder bei der Kinderuni. Und nebenbei erfuhren die Nachwuchsstudenten, wo das sauerstoffreichste Blut fließt. Foto: Oliver Werner

Adlige, so sagt man umgangssprachlich, hätten blaues Blut. Dass es Tiere gibt, die tatsächlich blaues Blut haben, erfuhren die Junior-Studierenden der Kinder-Uni Münster gestern bei der letzten Vorlesung in diesem Semester. Die Biologin Prof. Dr. Wiebke Herzog erklärte zusammen mit ihren Doktoranden, warum das Blut der meisten Lebewesen rot ist – die Erythrocyten, die den Sauerstoff transportieren, enthalten Eisen, das das Blut färbt. Und warum haben Spinnen , Tintenfische oder auch Skorpione blaues Blut? Bei ihnen wird der Sauerstoff nicht an Eisen, sondern an Kupfer gebunden, das das Blut blau färbt.

„Warum beißen Vampire in den Hals?“ hatten die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut gefragt und mit Hilfe einiger Mini-Vampire aus dem Publikum ließ sich dies schnell beantworten: weil dort die zweitgrößten Blutgefäße des Körpers verlaufen, um das Gehirn, das besonders viel Sauerstoff benötigt, zu versorgen.

Auch bei der Erklärung des Blutkreislaufs und des Transportes von Sauerstoff und Kohlendioxid durften die acht- bis zwölfjährigen Schüler aktiv werden. Sie wurden in Organe und Arme und Beine eingeteilt und mussten sich verschiedenfarbige Wasserbälle entsprechend zuwerfen. „Bist Du ein Herz oder ein Arm?“ klärte Wiebke Herzog die kurze Verwirrung.

Das eigentliche Untersuchungsobjekt tummelte sich gleich dutzendfach im Aquarium: Die Max-Planck-Wissenschaftler arbeiten mit Zebrafischen, denn deren Larven sind durchsichtig, so dass das Wachsen der Blutgefäße einfach unter dem Mikroskop beobachtet werden kann.

Klären will das Team um Wiebke Herzog bei ihren Forschungen beispielsweise die Frage, wie Krebstumore das Wachstum von Blutgefäßen verändern, um sich selbst mit Nährstoffen zu versorgen. Ist das geklärt, könnte ein Medikament entwickelt werden, das das unterbindet und den Tumor quasi aushungert.

Nach der Kinder-Uni-Vorlesung erhielten all jene Studierende, die zu allen vier Vorlesungen im Sommersemester gekommen waren, ein Kinder-Uni-Diplom. Diejenigen, die mindestens dreimal da waren, nehmen an einem Gewinnspiel der Westfälischen Nachrichten teil, die Gewinner werden benachrichtigt.

 

| www.kinderuni-muenster.de

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